10 Jahre Hightech-Medizin in der Region bei Herz- und Gefäßerkrankungen

Herzkatheterlabor in Attendorn


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Das Herzkatheterlabor in Attendorn. von Helios Klinik
Das Herzkatheterlabor in Attendorn. © Helios Klinik

Attendorn. Mit einem Herzkatheterlabor (HKL) können Ärzte sowohl umfassend diagnostizieren als auch komplexe Eingriffe minimalinvasiv durchführen. Für die Region Attendorn bedeutete die Eröffnung des Labors im Jahr 2015 einen entscheidenden Fortschritt in der kardiologischen Versorgung. Heute, zehn Jahre später, feiert die Helios Klinik Attendorn diesen Geburtstag.


„Es war ein Meilenstein für die Gesundheitsversorgung in unserer Region, als wir in Attendorn ein Herzkatheterlabor bekamen“, erinnert sich Dr. Manfred Kemmerling, Ärztlicher Direktor der Helios Klinik. Vor zehn Jahren konnte sich längst nicht jedes Krankenhaus ein HKL leisten oder verfügte über die nötige Infrastruktur oder das erforderliche ärztliche und pflegerische Fachpersonal, um ein so anspruchsvolles Instrumentarium zu betreiben.

Früher mussten Herzpatienten für eine Untersuchung in große Kliniken oder Herzzentren der Ballungsräume fahren. Heute stehen solche Labore häufiger zur Verfügung – auch wenn sie nach wie vor nicht zur Standardausstattung von Krankenhäusern gehören.

Der Fall von Eva Brodkorb

Beim HKL handelt es sich um einen spezialisierten Raum in einer Klinik, in dem Ärzte mithilfe eines dünnen Katheters das Herz und die umliegenden Blutgefäße untersuchen und gegebenenfalls behandeln. Über eine Ader am Handgelenk, an der Leiste oder in der Ellenbeuge wird der Katheter unter Röntgenkontrolle bis zum Herzen vorgeschoben, um zum Beispiel Engstellen zu erkennen und direkt zu behandeln.

Ein anschauliches Beispiel liefert der Fall von Eva Brodkorb. Die sportliche Mittfünfzigerin brach im vergangenen Jahr nach dem Attendorner Stadtlauf mit Schwindel und Übelkeit zusammen. Im HKL wurde ein Einriss in der Herzkranzgefäßinnenhaut festgestellt – die Ursache ihres Herzinfarkts. Dank schneller Versorgung mit einem Koronarstent war der Eingriff nach 30 Minuten abgeschlossen. Nach zwei Tagen konnte sie die Klinik ohne Folgeschäden verlassen.

Prof. Dr. Attila Yilmaz, Chefarzt für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin von Helios Klinik
Prof. Dr. Attila Yilmaz, Chefarzt für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin © Helios Klinik

„Ohne ein HKL hier in Attendorn wäre es notwendig geworden, die Patientin für einen Katheter-Eingriff in ein anderes Krankenhaus zu verlegen. Da der Faktor Zeit bei einem Herzinfarkt entscheidend ist, hätte dies ein zusätzliches Risiko bedeutet“, sagt Prof. Dr. Attila Yilmaz, Chefarzt für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin.

„Vor zehn Jahren haben wir Kardiologen im HKL hauptsächlich Stents gesetzt und Diagnostik betrieben. Die Bildgebung und Messverfahren waren deutlich weniger komplex als heute“, erklärt Prof. Dr. Yilmaz. Mittlerweile können HKL auch Herzklappen implantieren oder reparieren sowie komplexe Rhythmusstörungen behandeln – präziser und schneller als je zuvor.

Für die Zukunft sieht Yilmaz enormes Potenzial im Einsatz Künstlicher Intelligenz: „Wenn KI anhand von Patientendaten vorhersagen kann, wie wahrscheinlich Komplikationen und Rückfälle bei Herzpatienten sind, können wir Therapien individueller steuern – mit deutlich besseren Ergebnissen.“

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