Christian Pospischil klar wiedergewählt – AfD erstmals im Rat
Update zur Wahl in Attendorn – das sind die neuen Ratsvertreter
- Attendorn, 15.09.2025
- Politik
- Von Mona Pospischil
Attendorn. Lange bevor die endgültigen Ergebnisse vorliegen, gibt es im Ratssaal stehende Ovationen für Bürgermeister Christian Pospischil (SPD). Sein Vorsprung konnte im Laufe des Abends nicht mehr von Gegenkandidatin Dr. Friederike Brodhun (CDU) eingeholt werden.



Update von Montag, 15. September:
Die (neuen) Ratsmitglieder für Attendorn stehen fest – siehe Infokasten unten. Die Wahlbeteiligung bei der Bürgermeisterwahl lag bei 60 Prozent (55,8 Prozent 2020), bei der Ratswahl bei 60,1 Prozent (55,8 Prozent).
Ursprünglicher Artikel von Sonntag, 14. September:

Wirklich spannend war die Wahl des Bürgermeisters am Sonntag, 14. September, in der Hansestadt nicht. Schon um 19 Uhr, als der amtierende Bürgermeister Christian Pospischil den Raum betritt, brandet Applaus auf. Pospischil reißt die Hände in Siegerpose in die Luft – auch wenn er zu diesem Zeitpunkt noch kein Statement abgeben möchte.
Als das Ergebnis mit 67,5 Prozent (2020: 77,5 Prozent) feststeht, sagt Pospischil, er sei „absolut zufrieden“ und die Wiederwahl sei ein großer Vertrauensbeweis. „Es tut gut, so klar und eindeutig in die nächste Amtszeit geschickt zu werden“, erklärt er.
Zwar habe er die Eindeutigkeit des Ergebnisses so nicht erwartet, hatte aber aufgrund von Rückmeldungen der Bürger schon im Vorhinein ein gutes Gefühl. Mit dem Ergebnis der Ratswahl – die SPD erreicht 41,6 Prozent, 2020 waren es 41,9 Prozent – ist der alte und neue Bürgermeister ebenfalls zufrieden.
Zwar findet er die hohen Ergebnisse für die AfD (10,2 Prozent) erschreckend, aber er betont, man müsse das Ergebnis so nehmen, wie die Bevölkerung gewählt habe.
Zufrieden mit den Ergebnissen der Ratswahl zeigt sich SPD-Fraktionsvorsitzender Ulrich Bock: Das Ergebnis der letzten Wahl sei bestätigt worden, wahrscheinlich könnte die Partei ihre Sitze im Rat halten. „Viele Neue haben Direktmandate gewonnen“, freut er sich. „Natürlich sind wir auch mit der Bürgermeister-Wahl zufrieden“, hält Bock fest.
Dr. Friederike Brodhun, CDU-Gegenkandidatin von Pospischil, verliert zwar die Wahl, aber erreicht etwa ein Drittel der Stimmen (32,5 Prozent) und kann Pospischil im Vergleich zur vergangenen Wahl einige Prozentpunkte nehmen. Sie bezeichnet ihr Ergebnis als „beachtlich“. „Vor allem, wenn man bedenkt, dass viele mich zum Jahresanfang nicht kannten“, erinnert Brodhun.



Weiterhin wird sie ihre Ämter als Stadtverbandsvorsitzende der CDU und CDU-Kreisgeschäftsführerin innehaben. Zusätzlich wurde sie in den Stadtrat gewählt. Zusammen mit ihrer Partei möchte sie, wie es schon im Wahlkampf ihr Anliegen war, im Stadtrat „das Beste für Attendorn und die Dörfer rausholen.“
Friederike Brodhun betont, wie stark und geschlossen die CDU ist. „Ganz, ganz großes Lob an mein Team!“, sagt sie mit Blick auf den Wahlkampf. Die CDU erreichte 2020 37,3 Prozent, jetzt liegt sie bei 35,6 Prozent.
Mit Blick auf die Ergebnisse für den Attendorner Rat sagt Markus Harnischmacher (CDU) bezugnehmend auf die Ergebnisse der AfD (10,2 Prozent): „Ganz ehrlich: Erwartbar“, vor allem nach den bundesweiten Ergebnissen. „Lass sie erstmal kommen. Die müssen jetzt erstmal liefern“, relativiert er.
Die Grünen zeigten sich trotz Stimmverlusten entschlossen, ihre Arbeit fortzusetzen. „Wir hatten uns mehr erwartet“, sagte Fraktionsvorsitzender Matthias Pröll. Das Ergebnis sei ein Ansporn, „noch klarer zu kommunizieren und noch näher bei den Menschen zu sein“. De Partei werde bei einer Klausurtagung die vergangenen fünf Jahre Ratsarbeit reflektieren und sich für die kommende Legislaturperiode neu aufstellen.
Sowohl Grüne, UWG als auch FDP haben im Vergleich zur letzten Wahl jeweils einen Sitz im Rat verloren. Die „DIE PARTEI“ konnte keinen Sitz erlangen. Zum ersten Mal Teil des Rats ist die AfD.
Die Sitzverteilung im neuen Rat (38 Sitze):
- SPD: 16
- CDU: 14
- AfD: 4
- Grüne: 2
- FDP: 1
- UWG: 1
Die gewählten Ratsvertreter:
SPD: Jürgen Tischbiereck, Gregor Stuhldreier, Marcel Schneider, Claudia Schmitz, Christina Schmidt, Jannick Rüsche, Kevin Risch, Sebastian Bock, Ulrich Bock, Bernd Strotkemper, Richard Korte, Theresa Gabriel, Christian Pospischil, Inga Isphording-Wache, Hanna Wurm und Michael Hoberg
CDU: Birgit Haberhauer-Kuschel, Thomas Funke, Nicole Kost, Ralf König, Ulrich Selter, Markus Harnischmacher, Markus Hammer, Dr. Friederike Brodhun, Friedhelm Arens, Bernd Schmidt, Philipp Schmelzer, Rolf Beul, Maximilian Schmieding und Thorsten Wurm
AfD: Robin Hengstebeck, Caroline Bentke, Julia Adomeit und Jasmin Gerhards
Grüne: Matthias Pröll und Cornelia Zwar
UWG: Klaus Peter Schmelter
FDP: Ralf Warias
