„Einfach, kurz und schmerzlos“ - warum Darmspiegelungen so wichtig sind

Darmkrebsmonat März wirbt für mehr Früherkennung


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Seitenwechsel: Dr. Stefan Bollmann wird für eine Darmspiegelung vorbereitet. von Helios Klinik
Seitenwechsel: Dr. Stefan Bollmann wird für eine Darmspiegelung vorbereitet. © Helios Klinik

Kreis Olpe/Attendorn. Warum dringend mehr Darmspiegelungen gemacht werden müssen und was der Darmkrebsmonat März bedeutet, darüber berichtet Chefarzt und Krebsexperte Dr. Stefan Bollmann von der Helios Klinik Attendorn im Interview.


Ende Februar haben Sie sich selbst auf die Liege gelegt und eine Darmspiegelung vornehmen lassen. Warum?

Ich bin in meinem Praxisalltag mit vielen Fällen von Darmkrebs konfrontiert, die hätten vermieden werden können, wenn rechtzeitig jemand nachgeschaut hätte. Daher ist es mir persönlich wichtig, über den Zustand meines eigenen Darmes Bescheid zu wissen. Aber auch, um als gutes Beispiel voranzugehen. Eine Darmspiegelung ist ein notwendiges Übel, das aber weder wehtut noch irgendwelche Nachwirkungen hat, aber Leben retten kann. Einfach, kurz und schmerzlos.

Können Sie Bedenken gegenüber dieser Untersuchung nachvollziehen?

Eine Darmspiegelung ist nichts Schlimmes! Zur Vorbereitung muss der Darm mit Abführmitteln gereinigt werden. Das ist etwas nervig, weil man dann oft zur Toilette muss. Je sauberer der Darm bei der Untersuchung aber ist, desto größer die Aussagekraft. In den meisten Fällen findet die Endoskopie unter einer kurzen Narkose statt und dauert etwa 20 Minuten. Hinzu kommt eine Stunde Nachbeobachtungszeit. Dann kann man wieder nach Hause gehen.

Der März ist der offizielle Darmkrebsmonat. Warum ist dieser so wichtig?

Es geht darum, ein Bewusstsein zu schaffen für eine der häufigsten Krebsarten in Deutschland, da viele Menschen ihr eigenes Risiko wie so oft bei schweren Erkrankungen unterschätzen. Wir Ärzte nutzen diese Zeit, um noch intensiver über Früherkennung zu informieren und Hemmschwellen abzubauen, beispielsweise mit einem kostenlosen Vortrag zu Vorsorge und Therapie am 25. März, 18 Uhr, in der Helios Klinik.

„Eine regelmäßige Vorsorge ist so wichtig, denn im Frühstadium bemerkt man meistens keine Veränderungen an sich.”
— Dr. Stefan Bollmann

Was ist das Tückische am Darmkrebs?

Der Faktor Zeit und fehlende oder unspezifische Symptome. Der Darmkrebs ist grundsätzlich bei frühzeitiger Erkennung gut heilbar und kann im frühen Stadium sogar im Rahmen einer Darmspiegelung unkompliziert beseitigt werden. Wird der Tumor allerdings zu spät entdeckt, liegt der Schwerpunkt leider nicht mehr auf der Heilung, sondern es geht dann darum, die Qualität der verbleibenden Lebensdauer zu sichern. Darum ist eine regelmäßige Vorsorge so wichtig, denn im Frühstadium bemerkt man meistens keine Veränderungen an sich.

Worauf sollte man konkret bei sich achten?

Man muss schauen, ob sich das Verdauungsverhalten ändert. Hat man plötzlich vermehrte Verstopfung, Blähungen, oder Rumoren im Bauch, sollte man das ärztlich prüfen lassen. Vor allem Blut im Stuhl ist ein Warnsignal.

Wie kann man denn dem Thema Darmkrebs effektiv vorbeugen?

Was wir selbst in der Hand haben, ist das Thema Ernährung. Nicht förderlich ist der häufige Verzehr von „rotem Fleisch“, Fast Food, kohlenhydratreicher Kost oder Fertigprodukten. Diese Form der Nahrung war von der Natur für uns ursprünglich nicht vorgesehen und unser Körper wird sich nie daran gewöhnen. Das kann man alles „mal“ in Maßen genießen. Bei regelmäßigem Konsum steigt das Risiko für Darmkrebs jedoch signifikant. Das gilt auch und insbesondere für Nikotin und Alkohol.

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