„Ich möchte etwas verändern“ – 17-Jährige macht Politik in Attendorn
Sophie Selter ist Schülerin, Handballerin und Politikerin
- Attendorn, 11.03.2026
- Politik , Verschiedenes
- Von Jana Becker
Attendorn. Sophie Selter ist Schülerin, Handballerin und mischt im Alter von 17 Jahren schon in der Attendorner Kommunalpolitik mit. Erst kürzlich ist sie zu einer der stellvertretenden Vorsitzenden der CDU Attendorn gewählt worden. Im Gespräch mit LokalPlus erzählt die Schülerin, woher ihr politisches Interesse kommt.



Sophie Selter ist in Attendorn aufgewachsen und besucht das St.-Ursula-Gymnasium. Sie erzählt, dass sie schon immer sehr engagiert war. Sie ist Teil der Schülervertretung an ihrer Schule und war schon Klassensprecherin in der Grundschule. „Ich stelle mich einfach gerne vor neue Aufgaben und lasse mich dann auf die Herausforderung ein“, erklärt sie.
Ihr politisches Interesse sei mit den Jahren stetig gewachsen. Geweckt wurde es unter anderem durch Gespräche mit ihren Eltern. Vor allem vor Wahlen hatte Sophie viele Fragen: Wie läuft eine Wahl ab? Wen kann man wählen? Wie werden die Stimmen gezählt und die Sitze verteilt? „So kam eins zum anderen.“

Die Idee, selbst Politik zu machen, sei ihr eines Abends beim Gucken der Nachrichten gekommen. „Ich habe zu meinen Eltern gesagt: ‚Politik, das könnte ich doch machen!“, erinnert Sophie sich. „Ich möchte etwas verändern.“
Also tritt sie 2022 dem Jugendparlament Attendorn bei und wird 2024 zur Vorsitzenden gewählt. An der Arbeit im Jugendparlament gefällt ihr, dass sie Gleichaltrigen Politik näherbringen kann. „Ich kann anderen helfen, sich eine eigene Meinung zu bilden, und ihnen außerdem zeigen, wie und wo sie sich informieren können - all das ist sehr wichtig.“
Vor ungefähr einem Jahr ist Sophie Selter dann in die CDU Attendorn eingetreten. Es ist ein Freund der Familie, der ihr die Möglichkeit unterbreitet. „Ich habe erst überlegt, ob das die richtige Partei für mich ist“, so Sophie Selter. „Doch ich war mir schnell sicher.“



Das war die richtige Entscheidung, findet die Schülerin. Denn: „Ich finde es wichtig, dass die Meinung der Jugendlichen und jungen Menschen beachtet und vertreten wird. Das kann ich so machen“, erklärt sie. Die 17-Jährige hofft, dass sie ein Vorbild für andere Jugendliche sein kann. „Vielleicht bringe ich andere dazu, sich auch für ihre Belange einzusetzen.“
„Ich finde es wichtig, dass die Meinung der Jugendlichen und jungen Menschen beachtet wird.”
Trotz ihres jungen Alters begegnen ihr die Parteikollegen alle auf Augenhöhe, berichtet Sophie Selter. Sie habe aber auch schon die Erfahrung gemacht, nicht ernst genommen zu werden. Wie geht sie mit solchen Situationen um? „Ich kann gut argumentieren und diskutiere gerne! Da bleibe ich dann standhaft und lasse mich nicht beeinflussen.“

Kommunalpolitik kann aber auch frustrierend sein - diese Erfahrung musste Sophie Selter auch schon machen. Vieles werde aufgedröselt, es gebe super viel Papierkram und: „Es geht immer nur in sehr kleinen Schritten voran.“
In ihrer Freizeit spielt Sophie Handball, dreimal in der Woche hat sie Training, am Wochenende sind Spiele. Für ihre politische Arbeit kommen auch ein paar Stunden in der Woche zusammen, wenn nicht gerade eine Wahl ansteht.

Es sei zwar viel, aber Schwierigkeiten bereite ihr das nicht. „Das klappt gut! Ich habe ein gutes Zeitmanagement. Das ist wirklich wichtig“, lacht sie. Aber nicht nur ein gutes Zeitmanagement braucht Sophie, sondern auch Unterstützung. Und die erhält sie von Freunden und der Familie. „Alle finden es super, dass ich mich so engagiere!“
Vor allem aber ihre Eltern. Die helfen, wo sie können und fahren Sophie zu den Terminen, solange sie noch nicht alleine Auto fahren darf. Doch sie merken auch, wenn es zu viel wird. „Sie nehmen mich auch mal an die Hand und sagen: ‚Mach mal eine Pause' – dafür bin ich wirklich dankbar!“
Nächstes Jahr macht Sophie Selter ihr Abitur. Danach strebt sie ein duales Studium beim Kreis Olpe an. „Ich möchte auf jeden Fall in Attendorn bleiben, weiter politisch aktiv sein und mit meinem Studium dann auch zur Kommunalpolitik beitragen.“
