Kleines Herz, großer Kampf: Spendenaufruf für die neugeborene Mia

Viele Sorgen statt Familienglück


  • Attendorn, 19.05.2025
  • Verschiedenes , Gesundheit & Medizin
  • Von Jana Becker
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Mia ist mit einer Zwerchfellharnie auf die Welt gekommen und aktuell auf eine Beatmungsmaschine angewiesen. von privat
Mia ist mit einer Zwerchfellharnie auf die Welt gekommen und aktuell auf eine Beatmungsmaschine angewiesen. © privat

Attendorn/Bonn. „Wir haben jederzeit Angst, dass plötzlich das Handy klingelt“, erzählt Markus Bischoff. Der 49-Jährige Attendorner und seine Verlobte Sabrina Lehmann bangen um das Leben ihrer wenige Stunden alten Tochter. Denn Mia hat eine Zwerchfellhernie und muss seit ihrer Geburt künstlich beatmet werden.


Sabrina Lehmann ist in der 30. Woche schwanger, als der Frauenarzt einen Verdacht äußert, der nach weiteren Untersuchungen bestätigt wird: Ihre ungeborene Tochter Mia hat eine Zwerchfellhernie. Dabei handelt es sich um eine Lücke oder eine Schwachstelle im Zwerchfell, wodurch einige Organe in die Brusthöhle verrutschen. Bei Mia sind Magen und Leber so verrutscht, dass die Luge sich nicht richtig entwickeln konnte.

Damit stellt sich das Leben für Sabrina, ihrem Verlobten Markus Bischoff und den gemeinsamen sechsjährigen Sohn auf den Kopf. „Die Diagnose war ein Schock“, berichtet Markus. „Wir haben täglich um das Leben unser Tochter gehofft und gebangt. Und tun es immer noch.“

„Wir haben täglich um das Leben unser Tochter gehofft und gebangt. Und tun es immer noch.”
— Markus Bischoff

Der Arzt empfiehlt der Familie eine vorzeitige Unterbringung im Familienhaus in Bonn. Die Einrichtung ist nur wenige Meter von der Notaufnahme des Universitätsklinikums entfernt. „Das haben wir dann auch gemacht. Es wäre fatal gewesen, wäre das Kind in Attendorn auf die Welt gekommen“, so Markus. Die Krankenkasse übernimmt eine solche frühzeitige Unterbringung allerdings nicht.

Ohne Job und mit nur begrenzten finanziellen Möglichkeiten lassen sich die anfallenden Kosten für die Familie kaum stemmen. Also startet Markus einen Spendenaufruf. „Ich kann gerade nicht arbeiten, weil ich für meine Familie da sein muss. Das war meine freiwillige Entscheidung, die Familie steht nun mal an erster Stelle, aber es macht die Situation nicht leichter“, erklärt der 49-Jährige.

Viel Ungewissheit

Tatsächlich kommt Mia früher als geplant auf die Welt und muss sofort an eine Beatmungsmaschine angeschlossen werden. „Es ist einfach erschreckend zu sehen, wie dieses kleine Wesen da liegt“, so Markus. Mia wird jetzt 24 Stunden am Tag beobachtet, erhält viele Medikamente. „Wir dürfen zu ihr, es ist wichtig, dass sie unsere Stimmen hört. Aber mehr Kontakt, als vorsichtig die Hand auf die Brust zu legen, ist nicht möglich.“

Die Prognose der Ärzte ist positiv, aber es ist noch unsicher, wie groß die Lücke im Zwerchfell von Mia wirklich ist. Das kann erst untersucht werden, wenn feststeht, wie gut Mia eigenständig atmen kann. „Das dauert noch mindestens zwei Monate, wenn nicht sogar länger. Und wir wissen auch noch nicht, wie es dann weitergeht.“

Hilfsbereitschaft und Anteilnahme groß

Die Unterbringung der Familie in dem Familienhaus wird jetzt nach Mias Geburt von der Krankenkasse bezahlt, aber die Verpflegung muss die Familie aus der eigenen Tasche zahlen.

„Wir sind einfach nur überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft.“ Das Spendenziel sei noch nicht erreicht, aber viele Menschen haben schon auf den Aufruf reagiert und Geld gespendet. „Manche haben uns auch geschrieben, dass sie selber gerade kein Geld übrighaben, aber uns Glück wünschen und an uns denken. Diese große Anteilnahme tut gut und macht einem viel Mut“, so Markus.

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