Mit Video: SUG-Schüler gestalten ihr eigenes Gau-Auto fürs Bäumchensetzen

Wenn Wandfarbe auf Motorhaube trifft


  • Attendorn, 31.05.2025
  • Schule & Bildung , Verschiedenes
  • Von Nils Dinkel
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Vier Abiturienten arbeiten gerade an ihrem Gau-Auto. Wenn es fertig ist, soll es aussehen, wie ein Rallye-Flitzer. von Nils Dinkel
Vier Abiturienten arbeiten gerade an ihrem Gau-Auto. Wenn es fertig ist, soll es aussehen, wie ein Rallye-Flitzer. © Nils Dinkel

Altenhundem/Attendorn. Kreativität statt Karosserie-Lack: Vier Schüler vom St.-Ursula-Gymnasium Attendorn verpassen einem betagten Toyota Corolla einen ganz besonderen Anstrich – mit Wandfarbe, Pinsel und Farbrollen. Der Grund: Das traditionelle Bäumchensetzen steht vor der Tür, und dafür braucht es natürlich ein stilvolles Gau-Auto.


Felix Picker (19), Nick Lechner (17), Moritz Großhaus (17) und Luca Hoffmann (18) stecken mitten in den Vorbereitungen für eines der wichtigsten Rituale im Leben eines Attendorner Abiturienten.

In einer Garage in Altenhundem wird fleißig abgeklebt, gemalt und gestrichen. Das Ziel: ein selbst gestalteter Rallye-Look für ihr Einsatzfahrzeug – gekauft für 750 Euro, Baujahr 2004, mit nur einer Erwartung: „Er muss drei Wochen halten“, sagt Felix Picker.

Vom Altmetall zum Kunstwerk

„Als wir das Auto gesehen haben, wussten wir: Das wird unser Rallye-Gauwagen“, so die Schüler. Und der Vorbesitzer? Der war sofort begeistert – nicht zuletzt, weil er selbst einst Schüler am St.-Ursula-Gymnasium war.

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Vier Abiturienten arbeiten gerade an ihrem Gau-Auto. Wenn es fertig ist, soll es aussehen, wie ein Rallye-Flitzer.

Bis zum Probelauf am 6. Juni soll der Toyota trocken, lackiert und fahrtüchtig sein. Danach geht’s los: An drei Wochenenden fahren die Abiturienten zu mehreren Gärten und Wiesen, um dort ihre Bäumchen zu setzen – ein Nadel- und ein Laubbaum für jeden Schüler. Gefeiert wird natürlich auch, aber: „Die Fahrer bleiben nüchtern“, versichert Felix Picker, der auch mal einen Tag am Steuer sitzen will.

Ein Stück Attendorner Kultur

Das Bäumchensetzen hat in Attendorn eine lange Tradition – und ist fester Bestandteil des Schullebens am Rivius- und am St.-Ursula-Gymnasium. Organisiert wird es von der Stufe zwölf für die frischgebackenen Abiturienten. Die Pflanzaktion beginnt meist im Mai und zieht sich über etwa drei Wochen. Täglich werden drei bis vier Stationen angesteuert, am Abend folgt dann der Ausklang – die „Jokerfete“, meist auf einem abgelegenen Feld, im vergangenen Jahr auch in der Blox-Boulderhalle.

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Früher wurden die Bäumchen ausschließlich vor dem Schulgebäude gepflanzt – heute geht’s mit bunten Autos, Musik und jeder Menge Organisation durch das gesamte Stadtgebiet – und sogar in die Gemeinde Finnentrop. Bollerwagen wurden durch Gau-Wagen ersetzt, und aus dem stillen Setzen ist eine Mischung aus Feier, Brauchtum und Gemeinschaftsprojekt geworden.

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Vier SUG-Abiturienten basteln an ihrem Gau-Auto, der bald wie ein Rallye-Flitzer aussehen soll.

Und ganz nebenbei entsteht mit jedem kreativ gestalteten Gau-Wagen ein fahrbares Kunstwerk – so wie bei den vier Jungs, deren Lackierset wohl so manchem Autoliebhaber ein Stirnrunzeln, aber jedem Mitschüler ein breites Grinsen entlocken dürfte.

Das Bäumchensetzen in Attendorn
  • Zwei Schulen – eine Tradition: Organisiert wird das Bäumchensetzen von den beiden Gymnasien Rivius und St. Ursula.
  • Zwei Bäume pro Schüler: Ein Nadel- und ein Laubbaum werden von den sogenannten „Setzern“ im Garten der Abiturienten gepflanzt.
  • Gau-Wagen: Speziell hergerichtete Fahrzeuge bringen die Teams von Station zu Station.
  • Drei Wochen unterwegs: An Freitagen und Samstagen geht es zu den Pflanzorten – mit Musik, Verpflegung und Teamgeist.
  • Jokerfete: Abendausklang auf einem abgelegenen Gelände – organisiert abwechselnd von beiden Schulen.
  • Wichtig: Fahrer bleiben nüchtern – und Verantwortung steht trotz aller Feierlaune im Fokus.
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