Nach Schließung: Drei Säulen sollen die Friedenskirche in Petersburg tragen
Kunst und Kultur zieht in Kirchengebäude ein
- Attendorn, 16.04.2026
- Glaube & Religion , Verschiedenes
Petersburg. Was fängt man mit einer nicht benötigten Kirche an, ohne dass es auf Dauer nur etwas kostet? Mit dieser Frage müssen sich die Mitglieder des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Attendorn-Lennestadt seit Beginn des Kirchenjahres 2025/26 beschäftigen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde drei ihrer sieben Gottesdienststellen aus finanziellen Gründen schließen müssen: die Friedenskirche in Attendorn-Petersburg, die Gnadenkapelle in Finnentrop und die Emmauskirche in Würdinghausen.

Damit begann auch die Zeit Ideen zu sammeln und zu prüfen. Für die Friedenskirche wurden so neun Optionen für eine Nutzung zusammengetragen und von Lars Kirchhoff und Michael Schebitz, beide Presbyter aus der Bezirksgemeinde Attendorn, geprüft.

Wie Lars Kirchhoff in einer Gemeindeversammlung am Sonntag, 12. April, den Anwesenden erläuterte, mussten bis auf zwei Vorschläge alle anderen trotz erheblichen Zeit- und Energieaufwandes bei ihm und Michael Schebitz zu den Akten gelegt werden, sei es mangels Interesses, weil es am nötigen Personal fehlen würde und weil die finanziellen Vorstellungen nicht übereinander gebracht werden konnten.
Übrig blieben somit zwei Optionen, von denen die eine – Abriss der Kirche und Erschließung von Erbbaugrundstücken – als letzte Lösung ganz weit nach hinten verlegt wurde. Die Überlegung die Kirche in ihrer jetzigen Gestalt als eine Art Kulturstätte zu nutzen, wurde von den beiden Presbytern weiter verfolgt. Dabei wurde ein Konzept erstellt, dem auch das Gesamtpresbyterium im Grundsatz folgen konnte.

Michael Schebitz erläuterte dieses Konzept auf der Gemeindeversammlung und fand auch dort große Zustimmung, die die Vorsitzende des Presbyteriums, Juliane Schnittka, als gelungene Lösung für den Erhalt des Kirchengebäudes und eine angemessene Nutzung bezeichnete. Dabei lobte sie auch das Attendorner Engagement.
Anhand einer großen Zeichnung, die einen griechischen Säulentempel darstellte, erläuterte Schebitz die Planung. Die Kirche solle auf drei Säulen stehen, die die inhaltliche wie auch finanzielle Sicherung darstellen sollten.

Zur ersten Säule „Atelier“ konnte er drei Künstlerinnen begrüßen, die dabei sind in der Kirche ihre Arbeitsstätten einzurichten. Auch beim unabhängigen Trägerverein, der zweiten Säule, sei man inzwischen in der Phase der Gründung. Er rief die Anwesenden in diesem Zusammenhang auf, auch dem Verein beizutreten, damit er auf ein solides Fundament gestellt sei. Er sei für alle Interessenten offen und solle die Vermarktung kreisweit vornehmen.
Bei der dritten Säule „Events“ sei man noch in der Findungsphase. Geplant sei etwa die Vermietung für Veranstaltungen wie Ausstellungen, Hochzeiten, Autorenlesungen und so weiter. Auch als Treffpunkt und Besprechungsraum für ortsansässige Vereine könnten die Räume dienen. Das Ganze solle dann unter dem Embleme K³ (Kunst und Kultur in der Kirche) vermarktet werden. Auch eine eigene Homepage werde in Kürze freigeschaltet.
Bis März 2028 müsse sich das Gebäude durch die Vermietungen selbst tragen. Vereinfacht gesagt: “Die Kirchengemeinde verpachtet das Gesamtgrundstück an den unabhängigen Trägerverein, der die Kirche mit ihren Events vermarktet“, schloss Michael Schebitz seine Erläuterungen.



