Pfarrer Andreas Schliebener geht nach 28 Jahren in den Ruhestand
Festgottesdienst und Empfang
- Attendorn, 05.05.2026
- Glaube & Religion
Attendorn. Mit einer für ihn ungewöhnlich selbstironischen Predigt hat sich Andreas Schliebener am Sonntag, 3. Mai, nach 28 Jahren, sechs Monaten und einem Tag von seiner Gemeinde als Gemeindepfarrer verabschiedet. Anhand der drei Strophen des Kirchenliedes „Bis hierher hat mich Gott gebracht …“ ließ er in dem Festgottesdienst in Attendorn sein Leben Revue passieren und würzte diesen Lebenslauf mit zahlreichen Anekdoten, die die Gottesdienstbesucher zum Schmunzeln brachten.

„Lieber Andreas, in der Verabschiedungsagenda unserer Kirche heißt es: Längst nicht alles im Dienst eines Pfarrers liegt vor Augen. Vieles geschieht im Verborgenen. Und doch können Früchte deines Wirkens wahrgenommen werden. Dafür sind wir dankbar“, verabschiedete der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, Dr. Christof Grote, den 63-jährigen Andreas Schliebener.
Zuvor hatte Grote, der zusammen mit Andreas Schliebener am 2. November 1997 in der Erlöserkirche Attendorn vom damaligen Superintendenten Klaus Majoress in die beiden Pfarrstellen der Evangelischen Kirchengemeinde Attendorn eingeführt worden war, an die geleistete Arbeit und Schliebeners Werdegang erinnert.

Andreas Schliebener entstammt einer musikalischen Pfarrfamilie, die sein ganzes Leben bestimmt hat. Nach dem Abitur begann der gebürtige Lüdenscheider sein Studium der evangelischen Theologie in Wuppertal, bevor er es in Tübingen und Münster fortsetzte.
Nach dem ersten theologischen Examen war er fünf Monate in einem Behindertenheim in Treffen (Kärnten) tätig. Sein Vikariat absolvierte er in Witten-Heven. Nach dem zweiten Examen arbeitete er in Linz/Oberösterreich und später in Bad Berleburg.
Ein Schwerpunkt von Andreas Schliebeners Arbeit sei stets die Jugendarbeit und die Musik gewesen, wobei ihm der Kindergottesdienst besonders am Herzen gelegen habe: „Haltet daran fest, hier geht es um unseren Nachwuchs.“ Für diesen Aufgabenbereich habe er dann im Kirchenkreis auch die Synodalbeauftragung übernommen.
Auch im musikalischen Bereich nahm der scheidende Pfarrer die Zügel in die Hand - sei es beim Posaunenchor oder im Kirchenchor. Neben den üblichen Aufgaben eines Pfarrers wie Gottesdienste, Taufen, Trauungen und Beerdigungen kamen der Konfirmandenunterricht mit den berühmt-berüchtigten Nachtwanderungen und die Feiern in der Stadt sowie die Übergabe von Feuerwehrfahrzeugen, bei dem die Anwesenheit eines evangelischen Pfarrers immer erwünscht war, hinzu.

Seit einigen Jahren habe sich allerdings vieles geändert: Aus seiner Zuständigkeit für einen Attendorner Pfarrbezirk sei die Zuständigkeit für ganz Attendorn und Finnentrop geworden. Denn in der Großgemeinde Attendorn-Lennestadt sind jetzt die vier ehemaligen Gemeinden Attendorn, Finnentrop, Grevenbrück und Lennestadt-Kirchhundem zusammengeschlossen.

Bei dem anschließenden Empfang gab es für den frischgebackenen Ruheständler zahlreiche Gratulationen - auch von Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil und Landrat Theo Melcher. Als Vertreter des Presbyteriums erzählte Michael Schebitz über einige Erlebnisse mit Andreas Schliebener, die die Gesellschaft zum Lachen brachten.




Er erinnerte auch daran, dass der Name Andreas Schliebener in Attendorn unlöslich mit dem von ihm initiierten und unter seiner Mitwirkung entstandenen adventlichen Wichernkranz verbunden sei. Ein Werk, das inzwischen auch in Linz und Wien Nachahmer gefunden habe und nur durch seine Kreativität und Hartnäckigkeit zusammen mit den Wagenbauern der Karnevalsgesellschaft entstehen konnte.
Andreas Schliebener will seinen Ruhestand nach eigenen Angaben als einfacher Mitchrist unter Christen in Attendorn verbringen.
