„Pflegefachkräfte in Attendorn sind am Limit ihrer Leistungsfähigkeit“
Patientin kritisiert Helios-Geschäftsführung
- Attendorn, 10.04.2025
- Gesundheit & Medizin
Attendorn. Unter der Überschrift „Frust in Attendorn: Pflegepersonal muss jetzt die Betten desinfizieren“ hat LokalPlus kürzlich über Änderungen in der Helios Klinik Attendorn berichtet, die dem Pflegepersonal zusätzliche Arbeit aufbürden. Daraufhin hat sich eine langjährige Patientin gemeldet (Name und Adresse der Redaktion bekannt), die die Umstrukturierungen als Missachtung der eigenen Mitarbeiter durch die Geschäftsführung bezeichnet. Die Frau schreibt in ihrem Brief:

„Ich schreibe aus meiner persönlichen Sicht. Aktuell bin ich stationär in Attendorn und eine langjährige Patientin. Ärzte, Schwestern, Therapeuten, die Mitarbeiter an der Rezeption – alle arbeiten abteilungsübergreifend Hand in Hand. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal dieses Hauses.
Die neuste Entwicklung, wie im Bericht beschrieben, ist eine Missachtung seitens der Geschäftsführung, gegenüber den eigenen Mitarbeitern. Wem um Himmels Willen fällt es ein, im Pflegenotstand, die helfenden Hände (Bettenreinigung, Patiententransport), die den wenigen Fachkräften zur Seite stehen, zu kündigen? Die Examinierten noch mehr unter Druck zu setzen?

Meine persönlichen Eindrücke waren: Nassgeschwitzte, völlig aufgelöste Pflegfachkräfte, die die Betten für die Neuaufnahmen reinigen, desinfizieren und beziehen, wartende Patienten, die zu Voruntersuchungen oder Therapien stationär einbestellt wurden und stundenlang auf das versprochene Bett warten.
Und die Pflegekräfte im ständigen Gewissenskonflikt, wenn sich jemand aus einem Zimmer meldet und um Hilfe bittet, seine getakteten Infusionen braucht oder zur Toilette muss. Nicht zu vergessen die Routinen, die von den Pflegekräften eingehalten werden müssen, um den gesamten Ablauf im Klinikgeschehen zu ermöglichen und zu gewährleisten.

Im gedanklichen Hintergrund steht natürlich auch die rechtliche Seite: Was passiert, wenn …? Wer haftet? Pflegefachkräfte gezwungenermaßen am Limit ihrer Leistungsfähigkeit. Meiner Meinung nach ist das eine Missachtung aller beteiligten Mitarbeiter inklusive der Ärzteschaft und ein immenser Imageverlust von Helios Attendorn/Berlin.

Fakt ist, dass Fachkräfte auch in unserer ländlichen Gegend händeringend gesucht werden. Also dürfte es sogar für ganze Teams kein Problem sein, den Arbeitgeber zu wechseln. Was dann? Durch diesen Imageverlust des Hauses stellt sich die Frage, wer sich überhaupt noch in Attendorn bewerben wird.

Traurig für uns „Stammpatienten“, wenn diese Teams auseinander gingen und wir unsere Basis verlieren würden. Mein ganz persönlicher und herzlicher Dank an das gesamte Personal, von der Ärzteetage bis zum Reinigungspersonal.“
