Typisierungsaktion in Helden: Attendorner auf Stammzellenspende angewiesen

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  • Attendorn, 16.04.2025
  • Gesundheit & Medizin
  • Von Jana Becker
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Symbolfoto Stammzellenspende, Abstrich. von pixabay.com
Symbolfoto Stammzellenspende, Abstrich. © pixabay.com

Kreis Olpe/Helden. „Held*innen gegen Blutkrebs gesucht“, heißt es auf der Website des Golfclubs Repetal. Ein Mitglied ist an Blutkrebs erkrankt und benötigt eine Stammzellenspende. Am Donnerstag, 17. April, findet deshalb eine Typisierungsaktion in der Schützenhalle Helden statt. Wie läuft eine Typisierung ab? Und was passiert, wenn man als Spender in Frage kommt? LokalPlus hat Tina Mentz, Aktionsplanung Westdeutsche SpenderZentrale, diese Fragen gestellt.


Es sei ein Wettlauf gegen die Zeit, schreibt der Golfclub Repetal auf seiner Website. Eines seiner Mitglieder habe kurz vor Weihnachten die Diagnose Blutkrebs erhalten. „Nur ein passender Stammzellenspender – ein sogenannter genetischer Zwilling – kann sein Leben retten“, heißt es auf der Website weiter. Um Stammzellenspender zu werden, muss man sich in einer Spenderdatei registrieren lassen. Die Registrierung erfolgt über eine Typisierung.

Der Verein und die Stadt Attendorn haben deshalb einen Spendenaufruf gestartet. Unter dem Motto „Held*innen gesucht“ findet am Donnerstag, 17 April, in der Schützenhalle Helden (Dorfstr. 33) von 17 bis 20 Uhr eine Typisierungsaktion der Westdeutschen SpenderZentrale statt. Tina Mentz, Aktionsplanung Westdeutsche SpenderZentrale, erklärt, wie eine Typisierung abläuft und was beachtet werden muss:

Wer kann sich typisieren lassen?

Alle Menschen zwischen 16 und 55 Jahren können sich typisieren lassen. Jeder, der sich typisieren lassen möchte, sollte zudem über 50 Kilogramm wiegen und möglichst gesund sein. Bei manchen Erkrankungen kann man trotzdem Stammzellenspender sein, aber das ist ganz individuell. Das klärt man am besten vor Ort bei einer Typisierungsaktion und lässt sich dort beraten.

Muss man etwas mitbringen?

Anders als bei der Blutspende braucht man bei der Typisierung keinen Personalausweis. Das Mitbringen der Krankenkassenkarte ist immer gut, die können wir dann vor Ort digital einlesen. Aber das ist nur optional.

Wie läuft die Typisierung ab?

Zunächst füllt man eine Erklärung aus. Dann wird ein Wangenabstrich gemacht, die laufen ähnlich ab wie die Corona-Tests. 45 Sekunden lang werden drei Wattestäbchen an der Wangeninnenseite gerieben. Und das wars dann auch schon. Das ist kein großer Aufwand.

Was passiert, wenn man potenzieller Spender ist?

Falls eine Stammzellenspende in Frage kommt, melden wir uns bei der Person. Die bekommt ein Blutabnahmeset zugeschickt, mit dem sie beim Hausarzt Blut abnehmen lässt. Das Blut wird dann von uns noch einmal kontrolliert. Sollte die Spende danach in Frage kommen, vereinbart man einen Termin. Hier wird nochmal gecheckt, ob keine Faktoren wie beispielsweise eine Grippe gegen die Spende sprechen.

Die Stammzellen werden dann aus dem Blut des Spenders entnommen. Der bekommt vorab ein „Wachstumsmittel“, was die Stammzellenproduktion anregt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das man als Spender in Frage kommt, ist sehr gering. Das ist wie ein Sechser im Lotto. Manche Menschen sind 20 oder 30 Jahre typisiert und hören nie etwas von uns.

Wie frequentiert sind die Typisierungsaktionen?

Das ist ganz unterschiedlich. Mal kommen sehr wenige, manchmal kommen viele. Wir haben leider die Erfahrung gemacht, dass die Menschen erst auf die Typisierung aufmerksam werden, wenn es im familiären Umfeld oder Freundeskreis zu Erkrankungen gekommen ist, die eine Stammzellenspende benötigen.

Je mehr kommen, desto besser. Alle typisierten Baby-Boomer, also diejenigen, die in diesem Jahr 61 Jahre alt werden, fallen nämlich gerade aus dem System raus und da entsteht ein kleines Loch, das wieder gefüllt werden muss.

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