UGG zieht sich aus Attendorn zurück - Glasfaserausbau gestoppt

Unternehmen löst Absichtserklärung auf


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Beim symbolischen ersten Spatenstich für den Ausbau des Glasfasernetzes in Attendorn im Mai 2024 war die Welt noch in Ordnung. von UGG
Beim symbolischen ersten Spatenstich für den Ausbau des Glasfasernetzes in Attendorn im Mai 2024 war die Welt noch in Ordnung. © UGG

Attendorn. Das Unternehmen Unsere Grüne Glasfaser (UGG) hat die Absichtserklärung zum Glasfaserausbau in der Hansestadt Attendorn aufgelöst. Das bedeutet, dass das Unternehmen mit Sitz im bayerischen Ismaning keinen Glasfaserausbau im Stadtgebiet vornehmen wird. Das hat die Stadtverwaltung Attendorn am Montagnachmittag, 20. April, mitgeteilt.


Die im Jahr 2022 geschlossene Verinbarung („Memorandum of Understanding“) bezog sich auf einen eigenwirtschaftlichen Ausbau. Das bedeutet, dass Planung, Finanzierung und Umsetzung des Projekts ausschließlich in der Verantwortung des Unternehmens lagen.

Die Entscheidung, dieses Vorhaben nicht weiterzuführen, wurde allein durch die UGG gefällt. Als Gründe nennt sie unter anderem gestiegene Ausbaukosten und einen intensiven Wettbewerb. Die Bauarbeiten im Attendorner Stadtgebiet wurden bereits eingestellt und die beauftragte Firma abgezogen. Diese Entwicklungen betreffen derzeit auch andere Kommunen in Nordrhein-Westfalen.

Innenstadt und mehrere Dörfer betroffen

In diesen Gemeinden wird es deshalb vorerst keinen weiteren Glasfaserausbau durch die UGG geben. Die UGG war in Schwierigkeiten geraten, nachdem im September 2025 eines ihrer für den Tiefbau beauftragten Generalunternehmen, die Kölner Firma Phoenix Engineering GmbH, Insolvenz angemeldet hatte. Seitdem stockten in vielen Ausbaugebieten die Arbeiten.

Betroffen sind in Attendorn beispielsweise innerstädtisch die Ausbaugebiete in den Wohngebieten Wippeskuhlen, Mooskamp oder Kehlberg sowie einige Dörfer wie Lichtringhausen, Windhausen, Ennest, Neu-Listernohl, Listerscheid, Helden und Dünschede.

Stadt sucht anderen Anbieter

„Der Rückzug der UGG ist ein Rückschlag für unser Ziel eines flächendeckenden Ausbaus“, sagt Bürgermeister Christian Pospischil. „Für die Bürgerinnen und Bürger ist die Situation enttäuschend, weil große Erwartungen geweckt wurden. Deshalb sind wir bereits in Gespräche mit alternativen Anbietern eingestiegen, um möglichst schnell verlässliche Lösungen für die Zukunft zu schaffen und den Glasfaserausbau weiter voranzubringen.“

Alle Bürgerinnen und Bürger, die Verträge mit der UGG abgeschlossen haben, müssen nichts zur Auflösung des Vertragsverhältnisses unternehmen. Nach Angaben der UGG werden die jeweiligen Internetdienstanbieter „O2“ und „Leonet“ die Kunden direkt informieren.

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