Viel Gesprächsstoff und Diskussionen bei Ratssitzung in Attendorn

Leichtbauhalle, Hoesch-Hallen und Finanzzwischenbericht


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Symbolfoto.
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Attendorn. Ein „schiefgelaufener Beschaffungsprozess“ und Fehlkommunikation, aber auch positive Nachrichten, sind in der Attendorner Ratssitzung am Mittwoch, 2. Juli, auf den Tisch gekommen.


Für viel Gesprächsstoff und Diskussionen sorgte in der Ratssitzung eine Situation, über die alle Fraktionen „not amused“ sind, wie Uli Bock (SPD) es treffend formulierte. Für ein neues Löschfahrzeug der Löschgruppe Neu-Listernohl der Feuerwehr Attendorn sollte eine Leichtbauhalle errichtet werden, dessen Kosten bei 15.000 Euro lagen.

Bei der Umsetzung wurde festgestellt, dass das Budget nicht ausreichte. Nachdem als schnelle Lösung eine Zeltgarage für 2.500 Euro aufgestellt wurde, stellte sich heraus, dass diese nicht den Ansprüchen genügte und so soll nun eine höherwertige Leichtbauhalle errichtet werden.

„Der Beschaffungsprozess ist an mehreren Stellen schiefgelaufen, was zu einem verständlichen Unmut unter den Feuerwehrkameraden geführt hat“, fasst Bürgermeister Christian Pospischil zusammen. Aber man habe schnell interveniert und in enger Abstimmung mit der Löschgruppe eine neue Lösung gefunden.

„Wir haben gepennt“

„Dass eine Leichtbauhalle nicht für 15.000 Euro gebaut werden kann, hätte uns allen auffallen müssen. Wir haben gepennt und der Verwaltung blind vertraut“, äußert Uli Bock (SPD) seinen Unmut.

„Da muss in der Kommunikation etwas gewaltig schief gegangen sein,“ so Rolf Schöpf (CDU), der aber die Unterstützung der CDU-Fraktion zusagte, denn: „Die Feuerwehr ist es wert.“

Derselben Meinung äußerten sich alle Fraktionen und so stimmten alle Ratsmitglieder einstimmig für die Beschaffung einer höherwertigen Leichtbauhalle, deren Kosten sich auf 70.000 Euro belaufen. Die soll die Löschgruppe Neu-Listernohl nutzen können, bis das Feuerwehrhaus Ihnetal fertig gestellt ist.

Sachstandsbericht Hoesch-Hallen

Vier Büros wurden ausgewählt, die für das von der Stadt erworbene Areal der ehemaligen Hoesch-Hallen das „Zukunftsquartier Wassertor“ gestalten sollen: De Zwarte Hond (Köln), Stadtplanung, Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft (Köln) Verkehrsplanung, Möhler + Partner (Wuppertal) Schallschutz und Mull + Partner, M & P Group (Hagen) Altlasten und Rückbaukonzept.

Für die Weiterentwicklung des „Campus-Gedanken“ arbeiten mehrere Attendorner Unternehmen zusammen. In Kooperation mit der Universität Siegen wird der Schwerpunkt der Kreislaufwirtschaft weiterverfolgt werden. Dafür soll im Herbst der Antrag für den zweiten Regionale-Stern gestellt werden, wie Christian Pospischil in der Ratssitzung verkündete.

Außerdem sollen auch „kleinteilige Wohnraumangebote eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Zukunftsquartiers einnehmen“ wie es in dem Sachstandsbericht heißt. Denn man sei zu dem Schluss gekommen, dass es in Attendorn zu wenig Wohnungen für Singles, Auszubildende und Pendler gäbe.

Die Hoesch-Hallen in Attendorn. von Nils Dinkel
Die Hoesch-Hallen in Attendorn. © Nils Dinkel

„Positive Nachrichten“, so Bürgermeister Christian Pospischil, brachte der Finanzzwischenbericht. „Wir stehen deutlich besser da, als die Nachbarkommunen, auch wenn das mit Vorsicht zu genießen ist.“

Klaus Hesener, Kämmerer der Stadt Attendorn, äußerte sich erstaunt, denn „gegen den allgemeinen Trend zeigt sich eine signifikante Verbesserung der finanziellen Lage.“

So weist der Haushaltsplan 2025 ein negatives Jahresergebnis von rund 7,3 Millionen Euro auf. Im Vergleich zur Haushaltsplanung würde dies eine Verbesserung von rund 10,4 Millionen Euro bedeuten. Das Ergebnis hänge vor allem mit den zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 52 Millionen Euro zusammen.

„Das Eis ist dünner als man denkt“, macht Klaus Hesener deutlich. Die exorbitante Kreisumlage und anstehende, massive Investitionen in die Zukunft gäben ihm zu Bedenken.

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