300 Teilnehmer bei IG Metall-Sommercamp am Biggesee in Olpe

Sommer, Sonne, Solidarität für Azubis


Kämpfen für deutlich mehr Geld für Azubis: 300 Aktive der IG Metall-Jugend NRW trafen sich bei ihrem Sommercamp am Biggesee zum Austausch. von Thomas Range
Kämpfen für deutlich mehr Geld für Azubis: 300 Aktive der IG Metall-Jugend NRW trafen sich bei ihrem Sommercamp am Biggesee zum Austausch. © Thomas Range

Olpe/Südwestfalen. 300 junge IG Metall-Mitglieder aus ganz Nordrhein-Westfalen setzten vergangenes Wochenende ein starkes Zeichen: „Wir stehen für gute Arbeitsbedingungen und eine vielfältige Demokratie! Damit junge Menschen und gerade Auszubildende in den aktuellen Krisen nicht untergehen, müssen die Ausbildungsvergütungen deutlich erhöht werden“, kommentiert Klaudia Tichy, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Olpe.


Wie das geht, zeigt die IG Metall NRW in der gerade anlaufenden Tarifrunde für die große Metall- und Elektroindustrie: „Unsere NRW-Tarifkommission hat beschlossen, dass wir für Azubis ein monatliches Plus von 170 Euro fordern“, sagt Carissa Wagner, Bezirksjugendsekretärin der IG Metall NRW.

Und weiter: „Wir wissen aus unserer großen Beschäftigtenbefragung, an der bundesweit über 300.000 Beschäftigte teilgenommen haben, dass die Solidarität mit den Auszubildenden sehr hoch ist.“ Von den Azubis wisse man, dass sie diese überproportionale Erhöhung bräuchten, um in diesen Zeiten überhaupt ein eigenständiges Leben zu führen. Die gesellschaftlich so wichtige duale Ausbildung müsse hier noch attraktiver werden.

Aktuell verdienen Auszubildende in der Metall- und Elektroindustrie monatlich zwischen 1.065,59 Euro (erstes Ausbildungsjahr) und 1.300,99 Euro (viertes Ausbildungsjahr). Die Teilhabe und Solidarität, die auf dem Sommercamp Ausdruck fand, hat für die IG Metall eine übergreifende Bedeutung.

Mitgliederstärkster politischer Jugendverband

„Nur wenn noch mehr junge Menschen durch Zusammenhalt eine demokratische Interessenvertretung für sich organisieren, werden Rechtsradikale und Nationalisten entlarvt – nämlich als das, was sie sind: Spalter und Hetzer, die Hass unter uns sähen wollen, aber für die Alltagsprobleme der Menschen gar keine Lösungen haben!“, so Wagner.

Die IG Metall Jugend ist mit bundesweit mehr als 200.000 jungen Menschen der mitgliederstärkste politische Jugendverband in Deutschland. Das Programm des Sommercamps umfasste eine Vielzahl von Workshops zu aktuellen Themen.

Dazu zählten Tarifpolitik, migrantische Arbeitskämpfe und das Engagement gegen rechts. Auf einer Podiumsdiskussion mit dem IG Metall NRW-Bezirksleiter Knut Giesler, der Bundesjugendsekretärin Stefanie Holz und dem JAV-Vorsitzenden der Kölner Ford-Werke, Samet Cabuk, der das Jugendmandat in der Verhandlungskommission innehat, ist rege zur Jugendforderung in der aktuellen Metall- und Elektro-Tarifrunde und über Jugendbeteiligung in anderen Branchen diskutiert worden.

Zusätzlich zu den inhaltlichen Angeboten wurde auf dem Camp eine Spendenaktion initiiert: 1.125 Euro kamen für die gemeinnützige Bildungsinitiative Ferhat Unvar zusammen.

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