Ferienjob der besonderen Art: Im Einsatz als Crew-Mitglied bei Parookaville
Katharina arbeitet dort, wo andere feiern
- Aus der Region, 18.07.2026
- Verschiedenes
- Von Jana Becker
Plettenberg/Weeze. Es ist eines der größten Festivals in Deutschland und Europa – Parookaville in Weeze lockt jährlich mehrere hunderttausend Besucher an. Mittendrin in diesem und auch schon im vergangenen Jahr: die 19-jährige Katharina Stremel aus Plettenberg. Sie ist aber nicht nur zum Feiern gekommen.

Denn Katharina ist Teil der Crew und auf dem Parookaville im Arbeitseinsatz. Während die Festivalbesucher die Acts verfolgen und drei Tage lang durchfeiern, kümmert sie sich mit den anderen Helfern zum Beispiel um den Ticket-Scan beim Einlass. Wie sie zu dem Job gekommen ist und was ihn so besonders macht, erklärt sie im Gespräch mit LokalPlus.

Festivals besuchen wollte die 19-Jährige schon immer gerne. Doch als Schülerin waren die großen Festivals zu teuer für Katharina. Und ihr fehlte es an Freunden, die ihren Musikgeschmack teilen. Durch Zufall hat Katharina dann eine Anzeige auf Instagram gesehen, mit der Helfer für Parookaville gesucht wurden. Kurzerhand beschloss sie, sich zu bewerben.
„Selbst wenn es mir nicht gefallen hätte, hätte ich zumindest Geld verdient. Ich konnte nicht viel dabei verlieren. Deshalb habe ich gedacht, ich probiere das einfach mal aus“, erzählt die Plettenbergerin. Damals hat sie den Job bekommen und ist ziemlich spontan kurz nach ihrem 18. Geburtstag das erste Mal zum Helfen nach Weeze gefahren. Nun ist sie bereits zum zweiten Mal als Helferin vor Ort.
Angestellt ist sie nicht bei den Festivalbetreibern, sondern über eine Agentur, die wiederrum als eine von vielen für das Festival gebucht wird. Die Arbeit vor Ort ist in Schichten eingeteilt. Die Frühschicht beginnt um 7.30 Uhr und endet am Nachmittag. Katharina arbeitet allerdings in der Nachtschicht, die geht dann teilweise auch bis 3 Uhr. Das sei zwar anstrengend, aber: „Dafür ist mein Morgen entspannter“, lacht die 19-Jährige.

Zu ihren Aufgaben gehört das Scannen der Tickets beim Einlass sowie das Einchecken der Gäste von der Gästeliste, der Crew und der Special Guests. Außerdem hilft sie Besuchern, die Probleme mit den Tickets haben oder checkt die Akkreditierungen.

Als Crew-Mitglied schläft Katharina im sogenannten Crew-Camp. Auch Catering gibt es für die Helfer – morgens, mittags und abends. Aber nur an den Tagen, an denen sie auch arbeiten. Für die geleisteten Arbeit werden die Helfer bezahlt. „Man hat also theoretisch nur Einnahmen und keine Ausgaben“, so Katharina. Theoretisch, weil es darauf ankomme, ob man nur zum Arbeiten kommt oder auch, um das Festival mitzuerleben.

Über ihre Freizeit können die Crew-Mitglieder nämlich frei verfügen. Sie können also auch die Acts sehen, über das Festivalgelände schlendern und feiern. Genau das sei es, was die Arbeit so besonders mache, erklärt die Plettenbergerin: „Man kann sich das sehr frei gestalten. Hauptsache, man hält die Essenszeiten ein und taucht zeitig zu seiner Schicht auf.“
Ein Tag als Crew-Mitglied läuft dann also so ab, dass man etwas isst, zu seiner Schicht geht, mehrere Stunden arbeitet und dann gegebenenfalls noch feiert. „Dann fällt man todmüde ins Bett, steht morgens wieder auf und macht weiter. Das ist schon anstrengend“, gesteht Katharina.
Aber die guten Erlebnisse überschatten die Anstrengung und die Begegnung mit dem ein oder anderen ungeduldigen Besucher. Vor allem das Miteinander untereinander findet Katharina toll: „Man lernt super viele neue Leute kennen und arbeitet nicht nur zusammen, sondern geht nach der Schicht noch gemeinsam zu den Acts.“
Und man erlebt das Festival aus einer Perspektive, die den normalen Besuchern verborgen bleibt. So laufen die Crew-Mitglieder schon über das Gelände, während die Bühnen und die Kulissen noch aufgebaut werden und sie nutzen ihre eigenen Eingange und Wege.
„Es ist wirklich sehr, sehr cool! Aber man muss auch dafür gemacht sein“, lautet Katharinas Fazit. Sie ist allemal dafür gemacht. Denn schon im nächsten Monat hilft Katharina beim nächsten Festival: San Hejmo, das auf demselben Gelände stattfindet.
