Kostenexplosion, Lieferengpässe und Unsicherheit belasten die Betriebe

Nahost-Krise trifft das Handwerk in Südwestfalen


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Symbolbild Heizungsbau von Pixabay.com
Symbolbild Heizungsbau © Pixabay.com

Südwestfalen/Arnsberg. Was auf den ersten Blick weit entfernt scheint, ist längst in den Werkstätten, Büros und auf den Baustellen in Südwestfalen angekommen: Die geopolitische Lage im Nahen Osten verschärft die ohnehin angespannte Situation vieler Handwerksbetriebe. Eine aktuelle Umfrage der Handwerkskammer Südwestfalen unter 352 Betrieben zeigt: Die Krise trifft viele Betriebe hart.


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Steigende Energie- und Materialpreise, längere Lieferzeiten, unsichere Kalkulationen und eine spürbare Zurückhaltung bei Kundenaufträgen setzen die Unternehmen zunehmend unter Druck. Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe, 53 Prozent, gibt an, deutliche Auswirkungen der aktuellen Lage zu spüren. Weitere 30 Prozent berichten von leichten Auswirkungen. Nur ein kleiner Teil der Unternehmen sieht sich kaum oder gar nicht betroffen.

„Ein deutliches Warnsignal“

Damit wird deutlich: Die geopolitischen Spannungen greifen unmittelbar in den betrieblichen Alltag des regionalen Handwerks ein. „Die Ergebnisse sind ein deutliches Warnsignal“, sagt Hendrik Schmitt, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Südwestfalen. „Wer heute ein Angebot schreibt, weiß oft nicht, ob Materialpreise, Energiekosten oder Liefertermine morgen noch Bestand haben. Diese Unsicherheit bremst Investitionen, erschwert Planung und belastet die Betriebe erheblich.“

Besonders stark betroffen sind unter anderem Elektrotechniker, Kraftfahrzeugtechniker, Maler und Lackierer sowie Tischler. Diese Gewerke berichten überdurchschnittlich häufig von steigenden Energiepreisen, Lieferverzögerungen und Schwierigkeiten bei der Beschaffung bestimmter Produkte. Auch Installateure, Heizungsbauer und Straßenbauer sehen sich vor allem mit steigenden Materialpreisen und einer zunehmenden Zurückhaltung bei Kundenaufträgen konfrontiert.

Wenn Material fehlt, steht der Auftrag still

Im Bau- und Ausbauhandwerk kommt eine weitere Belastung hinzu: Die Unsicherheit bei Kalkulation und Angebotserstellung nimmt deutlich zu. Ein zentrales Problem bleiben Lieferengpässe bei wichtigen Materialien, Waren und Leistungen. Besonders häufig genannt wurden Dämmstoffe und Wärmedämmmaterialien, Kunststoffe, Kunststoffrohre, Metalle sowie Baumaterialien wie Bitumen und Dachbaustoffe. Auch Motoröle und Kraftstoffe zählen zu den betroffenen Bereichen.

Die Preisentwicklung stellt die Betriebe vor Herausforderungen. 73,7 Prozent der befragten Unternehmen berichten von deutlichen Preissteigerungen, 22 Prozent verzeichnen leichte Steigerungen. Die Kostensteigerungen bewegen sich zwischen fünf und mehr als 20 Prozent. Gleichzeitig gelingt es den Betrieben nur begrenzt, diese Mehrkosten an ihre Kunden weiterzugeben. Lediglich 11,9 Prozent können die gestiegenen Kosten weitgehend weiterreichen, 38,9 Prozent kaum oder gar nicht.

Handwerk fordert Verlässlichkeit

Auch bei den Lieferzeiten zeigt sich eine deutliche Belastung: 53,7 Prozent der Betriebe erleben verlängerte Lieferzeiten. Weitere Unternehmen rechnen mit zusätzlichen Problemen in den kommenden Wochen und Monaten. Für viele Betriebe bedeutet das nicht nur organisatorischen Mehraufwand, sondern auch ein erhöhtes wirtschaftliches Risiko. Angebote werden schwieriger kalkulierbar, Projekte verzögern sich, Kundenerwartungen geraten unter Druck.

„Das Handwerk braucht jetzt vor allem Verlässlichkeit“, betont Schmitt. „Unsere Betriebe können mit Herausforderungen umgehen – das beweisen sie jeden Tag. Aber sie brauchen Rahmenbedingungen, die wirtschaftliches Handeln planbar machen und eine Politik, die die Leistungsfähigkeit des Mittelstands im Blick behält.“

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