Nach zweieinhalb Jahren: Teilbauwerk der Talbrücke Sterbecke ist fertig
Sprengung des zweiten Brückenteils Anfang 2026
- Aus der Region, 16.10.2025
- Straße & Verkehr
Sauerlandlinie. Die Autobahn Westfalen legt in wenigen Tagen den Verkehr auf das erste neu gebaute Teilbauwerk der Talbrücke Sterbecke um. Direkt im Anschluss beginnen die Vorbereitungen zur Sprengung des zweiten Teilbauwerkes. Im Mai 2023 war die Westseite der Talbrücke gesprengt worden. Knapp zweieinhalb Jahre später kann der Verkehr über das 265 Meter lange neue Teilbauwerk zwischen den Anschlussstellen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Nord fließen.




„Der Neubau ist reibungslos und schnell erfolgt“, sagt Dirk Stiepert, Leiter der Außenstelle Hagen der Autobahnniederlassung Westfalen. „Mit der Freigabe an der Sterbecke sind wir nun vorbereitet auf den Tag, an dem der Verkehr in Lüdenscheid wieder über die A45 fließen kann.“ Insgesamt 14.000 Kubikmeter Beton wurden für Pfeiler, Fundamente und Überbau verbaut. Für die Gründung der Widerlager wurden Bohrpfähle mit einer Tiefe von bis zu zehn Metern erstellt.


Der Überbau der Brücke ist mit einem Spannbeton-Hohlkasten hergestellt worden. Dazu hat der Auftragnehmer ein so genanntes Vorschubgerüst eingesetzt. Dieses Gerüst wandert von Pfeiler zu Pfeiler und dient als Schalung für den zu betonierenden Abschnitt. Ähnlich einer Kuchenform kann der flüssige Beton in die Schalung eingefüllt werden und darin aushärten.
Im Verbund mit 2.000 Tonnen Stahl, der in Form von Stahlstäben in den Beton eingelegt wird, erhält der Beton des ersten Teilbauwerks die erforderliche Tragfähigkeit. Zusätzlich sind Spannstahl-Glieder mit einem Gewicht von zusammen 250 Tonnen eingebaut worden: Zehn Zentimeter dicke Stahlseile, die – von einem Ende der Brücke zum anderen auf Spannung gebracht – dem Bauwerk eine zusätzliche Festigkeit verleihen.
Zusätzlich zu den eigentlichen Brückenbauarbeiten wurden im Umfeld der Brücke zwei Kilometer Strecke grundhaft erneuert. Das heißt, dass die Fahrbahn bis zur Schotterschicht aufgenommen und neu aufgebaut worden ist.

Ebenso ist in diesem Abschnitt die Entwässerung erneuert worden. Nach dem kompletten Neubau der Brücke wird in einer gesonderten Baumaßnahme noch eine Regenwasserbehandlungsanlage gebaut. Erneuert wurde zudem der Abfahrtsbereich in Fahrtrichtung Dortmund, der mit einer Stützwand versehen wurde.
Mit der Fertigstellung des ersten Teilbauwerks kann der Verkehr am Montag, 20. Oktober, in mehreren Schritten auf die neue Brückenhälfte umgelegt werden. Im Anschluss beginnen die Vorbereitungen für den Sprengabbruch der Osthälfte, der Anfang 2026 geplant ist.

Hier wird zunächst der Asphalt abgefräst. Anschließend wird die Brücke geleichtert. Das heißt, dass nicht nur alle Aufbauten wie Geländer und Schutzplanken entfernt werden, sondern dass auch Löcher in die Fahrbahnplatte gestemmt werden, um die Brücke mit einem geringeren Luftwiderstand zu Boden zu bringen.
