NRW bekommt ab Schuljahr 2027/28 eine neue gymnasiale Oberstufe

5. Abiturfach mit neuem Prüfungsformat


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Symbolfoto Schule von pixabay.com
Symbolfoto Schule © pixabay.com

Düsseldorf. Die Modernisierung der gymnasialen Oberstufe in Nordrhein-Westfalen startet zum Schuljahr 2027/28. Nachdem der Schulausschuss des Landtags der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung zugestimmt hat, tritt die Neuregelung zum 1. August 2027 in Kraft. Damit erhalten die Schulen frühzeitig Planungssicherheit für die Umsetzung der Reform.


Bereits am Mittwoch, 8. Juli, hat das Schulministerium die Schulen ausführlich über das weitere Verfahren und die nächsten Schritte informiert. Ein zentrales Element der Reform ist die Einführung neuer Prüfungsformate in der Abiturprüfung: Künftig sollen in einem neuen 5. Abiturfach Präsentationsprüfungen die bewährten schriftlichen und mündlichen Prüfungsformate des 1. bis 4. Abiturfachs ergänzen. Alternativ ist auf Antrag weiterhin auch eine besondere Lernleistung als fünfte Prüfungskomponente möglich.

Neue Präsentationsprüfung

Im Rahmen einer Präsentationsprüfung bereiten Schülerinnen und Schüler eine Präsentation vor, visualisieren Inhalte und halten einen Vortrag. An die Präsentation schließt in einem zweiten Prüfungsteil ein Fachgespräch an. Beide Prüfungsteile zusammen dauern mindestens 20 bis maximal 30 Minuten. Präsentationsprüfungen können auch in Gruppen absolviert werden.

Das 5. Abiturfach schafft zudem mehr Flexibilität bei der Gestaltung der gymnasialen Oberstufe. Es eröffnet zusätzliche Fächerkombinationen und gibt Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihre individuellen Begabungen und Interessen noch stärker in ihre Abiturprüfung einzubringen. Neu sind außerdem verbindliche Projektkurse im Umfang von drei Stunden pro Woche im zweiten Jahr der Qualifikationsphase.

GKL ersetzen eine Klausur

Die sogenannten „gleichwertigen komplexen Leistungsnachweise“ (GKL) sind ebenfalls neu. Dabei handelt es sich etwa um praktische, schriftliche und mündliche Ergebnisse auch kleinerer Unterrichtsprojekte. Als neues Format der Leistungsüberprüfung ersetzen sie künftig in drei Fächern aus unterschiedlichen Aufgabenfeldern jeweils eine Klausur in der Einführungsphase und ebenso in der Qualifikationsphase.

Schließlich wird es in Zukunft einheitliche und kürzere Klausurdauern geben. In der Einführungsphase dauern Klausuren künftig 90 Minuten. Im ersten Jahr der Qualifikationsphase dauern Klausuren im Grundkurs ebenfalls 90 Minuten, während für den Leistungskurs 135 Minuten vorgesehen sind. Im zweiten Jahr der Qualifikationsphase gelten dann 135 Minuten im Grundkurs und 180 Minuten im Leistungskurs.

Die neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung tritt zusammen mit 38 neuen Kernlehrplänen in Kraft. Wirksam werden die Neuregelungen erstmals für Schülerinnen und Schüler, die zum Schuljahr 2027/28 in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe eintreten und im Jahr 2030 ihre Abiturprüfung ablegen.

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