Blick zurück: Als die Dräulzer in einem irischen Dorf für Aufsehen sorgten

Zeltlager vor 40 Jahren bleibt in Erinnerung


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Zeltlager 1985 in Irland: Die Jugendlichen mit dem KJG-Wimpel an Irlands heiligem Berg. von KJG Drolshagen
Zeltlager 1985 in Irland: Die Jugendlichen mit dem KJG-Wimpel an Irlands heiligem Berg. © KJG Drolshagen

Drolshagen. 40 Jahre ist es her, dass 35 Jugendliche aus Drolshagen mit dem Reisebus nach Irland fuhren und dort, im „Wilden Westen“ der grünen Insel, mit ihren Gruppenleitern zwei erlebnisreiche Wochen verbrachten. Das Zeltlager der KJG Drolshagen im Sommer 1985 hat bei vielen von ihnen einen prägenden Eindruck hinterlassen. Stefan Schürmann, seinerzeit Busfahrer und Lagerleiter in Personalunion, erinnert sich:


Ein junger Student der Tiermedizin aus Drolshagen kam 1985 zufällig durch ein Praktikum nach Westport an der irischen Westküste. Wieder im Sauerland, war er voll des überschwänglichen Lobes für die grüne Insel und deren Menschen und schlug dringend vor, das nächste Zeltlager der KJG dort zu machen.

Auf den ersten Blick faszinierend, aber logistisch und finanziell undenkbar! Doch aus der Idee wurde, nachdem eine Förderung für ein Europäisches Jugendtreffen in Irland von Heiner Geissler, Familienmister in Bonn, zugesagt war, ein Plan.

Der Reisebus aus Drolshagen vor der eindrucksvollen Kulisse eines irischen Herrenhauses. von privat
Der Reisebus aus Drolshagen vor der eindrucksvollen Kulisse eines irischen Herrenhauses. © privat

Glücklicher Umstand war, dass ein langjähriger Mitstreiter mehr durch Zufall zu einem Busführerschein gekommen war. Ein Bus bei Sauerlandgruss Reisen war schnell gebucht, 40 Anmeldungen für diesen im Jahr 1985 noch ziemlich abenteuerlichen Trip in das damals zweitärmste Land Europas gingen schnell ein.

Im Juni 1985 ging es mit der kompletten Zeltausrüstung an Bord mit der Fähre von Calais nach Dover und dann zunächst weiter nach London. Im Gemeindesaal einer anglikanischen Kirchengemeinde fand die Reisegruppe aus Drolshagen eine kostenlose Unterkunft für die Nacht. Nach einem erlebnisreichen Nachmittag in der Weltmetropole ging es am nächsten Morgen durch Wales zum nächsten Fährhafen und von dort über die irische See nach Dublin.

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Zeltlager 1985 in Irland: Auf einer Schafweide wurde das Zeltlager errichtet.

Bei der Durchquerung Irlands von Ost nach West zeigte die grüne Insel schon viel von ihrer herben Schönheit. In Louisburgh im County Mayo erwartete die Gruppe nur eine Schafweide als Campingplatz. Nach der ersten Überraschung war schnell eine Menschenkette gebildet, um die Küttel eimerweise aufzusammeln und die Wiese trotz des typisch irischen Nieselregens „campingfähig“ zu machen. Abends standen alle Zelte, das erste Essen schmeckte und die Stimmung war gut.

Wanderungen, Musik und viel Gastfreundschaft

Die folgenden zwei Wochen waren geprägt von tollen Erlebnissen in der sattgrünen Landschaft unweit des 764 Meter hohen „Croagh Patrick“, des Heiligen Bergs der Iren, der auch prompt bestiegen wurde. Auch Wanderungen entlang der wilden Atlantikküste standen auf dem Programm.

Das nahegelegene Städtchen Westport war damals und ist bis heute ein Juwel. Bei Treffen mit Einheimischen und auch bei einem abendlichen Gig mit Irish Folk im Küchenzelt wurden die Englischkenntnisse der jungen Mitreisenden auf unterhaltsame Art verbessert.

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Zeltlager 1985 in Irland: Die Jugendlichen aus Drolshagen an den 200 Meter hohen Cliffs of Moher.

Für auftretende Probleme fand sich dank der gastfreundlichen Hilfsbereitschaft in der Community von Louisburgh immer ein meist sehr pragmatischer „Irish Way“, um die Dinge so ganz anders als zu Hause zu regeln. Die alte irische Weisheit, dass es keine Fremden gibt, sondern nur Freunde, die man vorher noch nicht getroffen hat, wurde durch viele kleine Erlebnisse bestätigt.

Die „Dräulzer“ Gruppe war spätestens nach dem ersten Großeinkauf bekannt in der Gegend. Da ein Reisebus ein bisschen groß für Shopping im kleinen Dorf war, ging es mit einer sieben Meter langen Leiter und acht kräftigen Trägern zu Fuß Richtung Louisburgh. Alle Tüten und Kisten des Großeinkaufs fanden auf der Leiter Platz und dann ging es auf die gute Meile zurück zum Küchenzelt. Das war damals bei wenig Autoverkehr zwar auffällig, aber ohne größere Gefahr möglich.

Weißt du noch...?

Trotz des wechselhaften Wetters scheint das Zeltlager allen Mitreisenden bis heute in bester Erinnerung geblieben zu sein – wie sonst erklären sich die 35 Anmeldungen zum großen „Weißt-Du-Noch-Treffen“ in einem improvisierten Irish Pub in Drolshagen?

Die Feier steigt am Freitag, 31. Oktober, also am Abend von Halloween – einem Fest, das übrigens auch seinen Ursprung in Irland hat. Genug zu erzählen wird es bei „Guinness und Stew“ allemal geben...

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