Neues Buch zeichnet Geschichte der Glocken im Dräulzer Land nach

Geläut hat seit jeher große Bedeutung


  • Drolshagen, 12.07.2025
  • Glaube & Religion
  • Von Rüdiger Kahlke
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Bei der Vorstellung des Buches über Kirchen und Glocken im Dräulzer Land (v. l.): Pfarrer Johannes Hammer, Engelbert Berg, Stefan Reuber, Stefan Wigger (Pfarrer i.R.), Monsignore Bernhard Schröder, Dr. Peter Vitt (Geschichtswerkstatt Heimatverein). von Rüdiger Kahlke
Bei der Vorstellung des Buches über Kirchen und Glocken im Dräulzer Land (v. l.): Pfarrer Johannes Hammer, Engelbert Berg, Stefan Reuber, Stefan Wigger (Pfarrer i.R.), Monsignore Bernhard Schröder, Dr. Peter Vitt (Geschichtswerkstatt Heimatverein). © Rüdiger Kahlke

Drolshagen. Was lange währt.... - die Idee zu einem Buch über „Die Kirchen und ihre Glocken im Dräulzer Land“ hatten die Autoren, zusammen mit Klaus Strugalla vom Glockenförderkreis, schon vor zehn Jahren. Am Freitag, 11. Juli, stellten sie das 252-Seiten-Werk vor.


Wo eine Glocke in den Dräulzer Kirchen oder Kapellen hängt, waren Engelbert Berg und Stefan Reuber zur Stelle. Sie durchforsteten mit Hilfe von Dr. Peter Vitt, Leiter der Geschichtswerkstatt des Heimatvereins, die Archive, besorgten Fotos, schrieben die Geschichte der Glocken auf. Stützen konnten sie sich auf das umfangreiche Glockenarchiv von Heinz Hilchenbach, das dessen Sohn Burkhard ihnen überlassen hatte.

Klaus Strugalla, inzwischen verstorbener ehemaliger Vorsitzender des Glockenförderkreises, gab den Anstoß für das Buch. von Rüdiger Kahlke
Klaus Strugalla, inzwischen verstorbener ehemaliger Vorsitzender des Glockenförderkreises, gab den Anstoß für das Buch. © Rüdiger Kahlke

Nach einer allgemeinen Einführung zu den Glocken in Drolshagen werden im zweiten Teil des Buches die Kirchen und Kapellen vorgestellt - 26 insgesamt. Mit dabei ist auch die evangelische Johanneskirche mit ihrem „speziellen“ Geläut. Die Leser erfahren, dass die Johanneskirche mehr als 60 Jahre keine Glocke hatte.

Zunächst fehlte es an Geld, dann reichte die Statik nicht aus. Erst 2014 wurde die „Glockenanlage“ in Betrieb genommen - ein elektronisches Geläut, „das selbst von Fachleute weder in der Lautstärke noch im Klang von einer echten Glocke kaum zu unterscheiden ist.

Die Verzierungen auf den Glocken der St. Clemens-Kirche stammen von heimischen Künstlern. von Rüdiger Kahlke
Die Verzierungen auf den Glocken der St. Clemens-Kirche stammen von heimischen Künstlern. © Rüdiger Kahlke

Das Buch, herausgegeben von Engelbert Berg, vermittelt einen Eindruck davon, wie sehr den Menschen in Drolshagen daran gelegen war, ihre Gotteshäuser mit einem ansprechenden Geläut zu versehen. „Die Menschen wollen wissen, wo die Glocken hängen“, schildert Stefan Reuber eine Motivation für die Arbeit des Teams.

Sie mussten während der beiden Weltkriege zudem hinnehmen, wie Glocken herausgegeben werden mussten. Als Rohstoff für neue Rüstungsgüter wurden die Drolshagener Glocken, wie viele andere auch, eingeschmolzen.

Nach Kriegsende sorgten die Drolshagener wieder dafür, das neuere, meist noch wohlklingendere Glocken installiert wurden, die zur Messe oder zum Gebet rufen. Heimische Künstler engagierten sich, die Gravuren auf den Glocken zu gestalten. Andere spendeten für die Geläute. Der Guss der Glocken für die St.-Clemens-Kirche wurde im August 1993 zur Wallfahrt nach Gescher. „Größter Glockenguß des Sauerlandes“ feierte die lokale Presse das Ereignis, das im Buch gut dokumentiert wird.

Zum Buch
  • Die Glocken-Geschichte ist in einer Auflage von 200 Exemplaren erschienen.
  • Das von der Sparkasse Olpe Drolshagen Wenden gesponserte Werk wird für 15 Euro verkauft.
  • Vertriebstellen sind das Foto- und Krippenstudio Matthias Grütz, die Clemens-Apotheke und Engelbert Berg.
  • Der Erlös kommt dem Kirchspiel Drolshagen zugute.
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