Amerikanische Faulbrut bei Bienen: Was die Bekämpfung so schwierig macht

Fall in Müllen beschäftigt Imker und Veterinäramt


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Bei einem Imkereibetrieb im Finnentroper Ortsteil Müllen sind Sporen der Amerikanischen Faulbrut (AFB) nachgewiesen worden. Der betroffene Bienenstand wurde saniert. von privat
Bei einem Imkereibetrieb im Finnentroper Ortsteil Müllen sind Sporen der Amerikanischen Faulbrut (AFB) nachgewiesen worden. Der betroffene Bienenstand wurde saniert. © privat

Müllen. In einem Imkereibetrieb im Finnentroper Ortsteil Müllen sind durch Laboruntersuchungen Sporen der Amerikanischen Faulbrut (AFB), Typ ERIC II, nachgewiesen worden. Eine vom Veterinäramt veranlasste klinische Untersuchung des betroffenen Bienenvolkes verlief jedoch negativ. Für die Imker bedeutet das aber trotzdem keine Entwarnung.


Update von Freitag, 19. Juni, 12 Uhr:

Auf Nachfrage von LokalPlus präzisierte Holger Böhler von der Pressestelle des Kreises Olpe die aktuelle Situation: „Ein amtlicher Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut kann nur dann festgestellt werden, wenn sowohl ein positives Laborergebnis als auch klinische Symptome am betroffenen Bienenvolk vorliegen.

Im vorliegenden Fall wurde im Labor ein Genotyp ERIC II nachgewiesen – ein Erregertyp, der häufig keine oder nur sehr schwache klinische Symptome verursacht. Da keine klinischen Anzeichen einer Faulbrut am betroffenen Volk festgestellt werden konnten, liegt keine amtliche Feststellung eines Ausbruchs vor – und somit auch keine Rechtsgrundlage für ein Sperrgebiet.“

„Imker besonders gefordert“

Der Attendorner Bienensachverständige Michael Höffer erklärte gegenüber LokalPlus, gerade ohne amtliche Feststellung eines Ausbruchs sei die Situation für die Imker aktuell schwierig: „Da die Gesetzeslage es den Veterinärbehörden nicht erlaubt, ohne eindeutig erkennbare Krankheitssymptome einen Sperrbezirk einzurichten, sind die Imker nun besonders gefordert, das Problem mit großem Einsatz eigenständig zu bewältigen.“

Der Faulbruttyp ERIC II ist nach Höffers Angaben in der Praxis deutlich schwerer zu erkennen als der Typ ERIC I. Klinische Symptome seien häufig weniger ausgeprägt oder fehlten teilweise: „Es kommt häufig vor, dass viele Bienenvölker am Erreger ERIC II zugrunde gehen, ohne dass die Faulbrut als Ursache erkannt wird. Die betroffenen Völker werden über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren kontinuierlich schwächer. In dieser Zeit kann sich der Erreger innerhalb der gesamten Imkerei ausbreiten und durch Räuberei auch auf die Bienenvölker benachbarter Imker übertragen werden.“

Bienensachverständiger Michael Höffer von LP
Bienensachverständiger Michael Höffer © LP

Deshalb komme der Eigenverantwortung der Imkerschaft eine besondere Bedeutung zu. Eine sorgfältige Beobachtung der Völker, regelmäßige Untersuchungen sowie konsequente Hygienemaßnahmen seien sehr wichtig, um eine weitere Verbreitung der Faulbrut zu verhindern. Höffer: „Unser Veterinäramt hat uns jedoch zugesichert, uns dabei bestmöglich zu unterstützen.“

Das bestätigt Holger Böhler von der Pressestelle des Kreises: „Das Veterinäramt arbeitet eng mit den Imkerinnen und Imkern sowie den zuständigen Stellen zusammen, um die Situation weiter zu beobachten und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einzuleiten.“

Update von Dienstag, 16. Juni, 15 Uhr:

Der Verdacht, dass in einem Imkereibetrieb im Finnentroper Ortsteil Müllen die Amerikanische Faulbrut (AFB) des Typs ERIC II ausgebrochen ist, hat sich nicht bestätigt. Die Pressestelle des Kreises Olpe hat mitgeteilt, dass die klinische Untersuchung des betroffenen Bienenvolkes negativ verlief. Aufgrund dieses Ergebnisses wurde kein amtlicher Ausbruch der amerikanischen Faulbrut festgestellt.

Trotz des negativen Untersuchungsergebnisses empfiehlt das Veterinäramt des Kreises Olpe vorsorglich ein sogenanntes Kunstschwarmverfahren, um das Risiko einer möglichen Ausbreitung weiter zu minimieren. Zudem befinde sich aktuell die Ausweisung eines Untersuchungsgebietes in Prüfung, um eine weitere Beobachtung und gegebenenfalls weitere Maßnahmen sicherzustellen.

Ursprünglicher Artikel von Montag, 15. Juni:

Bei einem Imkereibetrieb im Finnentroper Ortsteil Müllen sind Sporen der Amerikanischen Faulbrut (AFB) des Typs ERIC II nachgewiesen worden. Die zuständigen Behörden und Imkerorganisationen haben umgehend Maßnahmen eingeleitet. Um eine weitere Ausbreitung frühzeitig einzudämmen, werden alle Imkerinnen und Imker im Umkreis von zwei Kilometern dringend gebeten, sich zeitnah zu melden.

Die Amerikanische Faulbrut ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die ausschließlich die Brut von Honigbienen befällt. Für erwachsene Bienen besteht keine direkte Gefahr, jedoch kann die Krankheit ganze Völker schwächen oder zerstören. Eine frühe Erkennung ist deshalb entscheidend, um größere Schäden in der regionalen Imkerei zu verhindern.

Symbolfoto. von Nils Dinkel
Symbolfoto. © Nils Dinkel

In diesem Zusammenhang ist die Mithilfe der örtlichen Imkerschaft von großer Bedeutung. Alle Imkerinnen und Imker im betroffenen Radius von zwei Kilometern rund um Müllen werden gebeten, ihre Standorte zu überprüfen und Kontakt aufzunehmen – unabhängig davon, ob bereits Auffälligkeiten festgestellt wurden oder nicht.

Durch eine schnelle Rückmeldung kann koordiniert geprüft werden, ob weitere Völker betroffen sind und welche Maßnahmen notwendig sind. Ziel ist es, die Seuche lokal zu begrenzen und die Bienengesundheit nachhaltig zu schützen.

Honig kann gefahrlos verzehrt werden

Wichtig für die Bevölkerung: Für Verbraucher besteht keinerlei Gefahr. Honig kann bedenkenlos verzehrt werden, da die Amerikanische Faulbrut ausschließlich die Bienenbrut betrifft und keine gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen hat.

Die Behörden und Imkervereine setzen auf die verantwortungsvolle Mitarbeit aller Betroffenen. Nur durch gemeinsames Handeln kann verhindert werden, dass sich die Krankheit weiter ausbreitet.

Meldestellen

Imker können sich an den Orts- oder Kreisimkerverein wenden. Alternativ nimmt Bienensachverständiger Michael Höffer vom Inmkerverein Attendorn unter Tel. 01 51 / 11 19 61 37 Meldungen entgegen.

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