Ludwig Rasche: Ein Macher geht bei der Gemeinde Finnentrop von Bord
Viele positive Erinnerungen nach 36 Jahren
- Finnentrop, 18.06.2025
- Verschiedenes
- Von Nicole Voss
Finnentrop. Mit dem Ausscheiden von Ludwig Rasche bei der Gemeinde Finnentrop endet eine Ära. Ludwig Rasche war seit 2005 im Finnentroper Rathaus Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung, Tourismus, Kultur, Denkmalschutz, Ordnung und Soziales. Der Weringhauser geht nach 36 Jahren, davon acht Jahre als Erster Beigeordneter und Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, ab dem 1. Juli in den Ruhestand. LokalPlus-Redakteurin Nicole Voss blickte mit ihm auf mehr als drei Jahrzehnte zurück.

Was war Ihnen in Ihrer Amtszeit besonders wichtig?
Mir war es immer wichtig, an der strukturellen Entwicklung unserer Gemeinde mitzuarbeiten und meinen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität hier vor Ort zu leisten. Dass das an vielen Stellen auch gelungen ist, ist wesentlich auch der guten Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Rathaus zu verdanken.
Auch der Blick über den Tellerrand nach Partnern, mit denen gemeinsame Projekte ein Gewinn für alle sind, hat mich angetrieben. Gerade die Zusammenarbeit im Rahmen der Regionalen 2013 und 2025, der LEADER-Region LenneSchiene und verschiedener touristischer, kultureller und nicht zuletzt sozialer Aufgabenstellungen hat dazu beigetragen, das Gesicht der Gemeinde Finnentrop positiv zu verändern.
An was erinnern Sie sich besonders gerne?

„Ich erinnere mich besonders gerne an die Zusammenarbeit mit den vielen engagierten Menschen, die in der Gemeinde Finnentrop aktiv sind. Besonders freue ich mich, dass im Rahmen der Regionale 2013 die Tallage Finnentrop neu geordnet und die Bahnbrache in den Lennepark entwickelt werden konnte.
In den letzten Jahren haben zudem viele Vereine mit ihren Projekten von der LEADER-Förderung profitiert. Eine organisatorische Herausforderung, aber auch ein besonderes Erlebnis waren die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum der Gemeinde Finnentrop im Jahr 2019. Missen möchte ich auch nicht die Begegnungen mit unseren Partnergemeinden Diksmuide in Belgien und Helbra.“
Was hat sich in Ihrem Zuständigkeitsbereich in der Gemeinde Finnentrop verändert?
Die Frage der Aufnahme von Flüchtlingen hat mich mein ganzes Berufsleben begleitet. Bereits Anfang der 1990er-Jahre haben wir ein dezentrales Konzept für die Unterbringung entwickelt, das sich bis heute bewährt und auch den besonderen Herausforderungen der Flüchtlingskrise vor zehn Jahren und seit dem Ukrainekrieg Stand gehalten hat.
Dass mich die Förderung des Bereitbandausbaus über 20 Jahre beschäftigen würde, hätte ich rückblickend nicht für möglich gehalten. Auch wenn wir heute als ländliche Flächengemeinde vergleichsweise gut dastehen, ist diese Arbeit immer noch nicht beendet.

Als weicher Standortfaktor ebenfalls unverzichtbar ist die Entwicklung und die Pflege unserer Freizeitinfrastruktur. Hierzu zählt sicher auch das überwiegend gut ausgebaute Radwegenetz, was auch dazu beigetragen hat, dass wir heute im Sauerland ein touristischer Partner auf Augenhöhe sind. Hiermit wird aber auch ein wesentlicher Beitrag zur Mobilitätswende geschaffen, denn in der Gemeinde Finnentrop können auch viele Arbeitsstätten gut per Fahrrad erreicht werden.
Eine Herzensangelegenheit war mir als langjähriger Geschäftsführer der Kulturgemeinde Finnentrop die Entwicklung des Kulturprogramms, auch durch neue Formen der Zusammenarbeit beim Sauerland Herbst oder der Klassikreihe Best of NRW.
Eine gute personelle und qualitative Entwicklung hat sicher auch unsere Freiwillige Feuerwehr an ihren elf Standorten erfahren. Das in Planung befindliche neue Feuerwehrhaus Ostentrop-Schönholthausen wird zur weiteren Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Finnentroper Feuerwehr beitragen.
Was hätten Sie gerne (noch) umgesetzt?

Gerade wurde unser geplantes Regionale 2025-Projekt „Rönkhausen an die Lenne“ mit dem zweiten Stern ausgezeichnet. Damit ist ein wichtiger Schritt hin zu Umsetzung gemacht, die dann aber wohl erst ab 2027 erfolgen kann. Ich freue mich, dass ich hier noch an der Weichenstellung mitarbeiten konnte. Das ist nicht nur für Rönkhausen ein Mehrwert, sondern auch ein wichtiger Baustein der LenneSchiene.
In zwei Jahren wird dann hoffentlich auch die Nutzung des Lenhauser Tunnels für Fußgänger und Radfahrer in die entscheidende Umsetzungsphase gehen. Dann wird es endlich eine sichere Verbindung zwischen Lenne- und Frettertal geben und unsere Freitzeitinfrastruktur weiter verbessern.
Haben Sie schon Pläne für Ihren Ruhestand?

Bisher waren die Abläufe oft durch den beruflichen Terminkalender vorgegeben. Das wird jetzt natürlich anders. Ich freue mich auf mehr Zeit für die Familie und das Reisen mit unserem Wohnwagen. Und auch Haus und Garten kann ich jetzt wieder mehr Zeit widmen.
