Mit Fahrrad, Zelt, Kocher und Abenteuerlust einen Lebenstraum erfüllt

Thomas Epe unterwegs zum Nordkap


  • Finnentrop, 04.09.2026
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  • Von Nicole Voss
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Thomas Epe hat das Ziel, das Nordkap, erreicht. von privat
Thomas Epe hat das Ziel, das Nordkap, erreicht. © privat

Fretter/Nordkap. Fahrrad, Zelt, Kocher, Mut und jede Menge Abenteuerlust: Thomas Epe ist mit dem Fahrrad zum nördlichsten Punkt Europas gefahren, bald steht der südlichste – Tarifa in Spanien – an. Der 33-Jährige erfüllt sich mit genau dieser Tour einen Traum. Momentan ist der Fretteraner auf Zwischenstation zu Hause und hat LokalPlus einen Besuch abgestattet.


Seit Mitte Juni spielt sich das Leben von Thomas Epe nur noch draußen ab. Essen, Schlafen und viele Kilometer auf dem Drahtesel – das alles bestimmt derzeit sein Leben. In den elf Wochen seiner Tour hat er gerade mal fünf Übernachtungen gebucht, ansonsten verbrachte er seine „Nachtruhe“ in einem Lost Place, in der Wildnis und Schutzhütten.

Während er gerade die dänische Insel Rømø passiert, ist das Headset für ein erstes Gespräch mit LokalPlus scharf geschaltet. Dabei betont der 33-Jährige: Auch, wenn es richtig anstrengend ist, genießt er die Freiheit und die Natur.

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Gestartet ist er am 17. Juni in Helsinki. Die Überfahrt mit der Fähre, die ihn mit seinem Zweirad von Lübeck in die finnische Hauptstadt brachte, dauerte 30 Stunden. „Das war der perfekte Einstieg. Ich habe auf dem Schiff in der Sonne gelegen, war in der Sauna und habe Gleichgesinnte kennengelernt“, so Thomas Epe, der sich dort gleich mit einem „Backpacking-Urlauber“ aus Berlin anfreundete.

Sein Ziel, das Nordkap – von Helsinki 2.300 Kilometer entfernt – erreichte er am 9. Juli gegen 23 Uhr. „Bis dahin hatte ich viele Höhenmeter absolviert und viel Gegenwind abbekommen“, blickt der Fretteraner zurück.

Sechs Wochen ohne Dunkelheit

Um 2 Uhr nachts erlebte Thomas Epe, inmitten von mehr als 100 Motorradfahrern, Campern und weiteren Schaulustigen, Eindrücke, die er nicht mehr vergessen wird: blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und kein Wölkchen – und das drei Wochen nach der Sommersonnenwochenende mitten in der Nacht. Seit er nördlich des Polarkreises war – wo er sechs Wochen verbrachte – hat er keine Dunkelheit erlebt.

Und wie sah es mit der Energie aus? „Auf der ersten Etappe bin ich bis zu 160 Kilometer am Tag gefahren, mit dem 45 Kilogramm schweren Reiserad. Nach der Rückfahrt vom Nordkap hatte ich weniger Kraft in den Beinen, um schnell zu fahren“, bedauert der passionierte Zweiradfahrer. Mehr als etwa 15 Kilometer pro Stunde und 80 Kilometer am Tag steckten erstmal nicht mehr drin.

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Ein besonderer Moment: Thomas Epe trifft Jonas Deichmann.

Um die Tour generell durchzuhalten, brauchte Thomas Epe täglich 8.000 Kalorien, davon 400 Gramm Süßigkeiten. „Der Zucker ist wie Sprit im Tank“, erklärt der Fretteraner seinen Bedarf. Hinzukommen 150 bis 200 Milliliter Fett im Essen.

Über Oslo nach Hause sah der Fretteraner ganz Skandinavien, fuhr an Rentieren vorbei und begegnete Elchen. Der derzeitige Aufenthalt in der Heimat ist dringend nötig: Thomas Epe möchte sich erholen und sein vermeintlich unkaputtbares Fahrrad, das während der Tour gelitten hat, in Schwung bringen.

Begegnung mit Extremsportler Jonas Deichmann

Zwei Wochen Pause, bis er zum südlichsten Punkt des europäischen Festlands, nach Tarifa (Spanien), aufbricht. Die Tour bringt ihn an seine Grenzen, aber das war so gewollt. Um die neu gewonnene Freiheit zu genießen, hat er seinen Job gekündigt. Seine Devise: „Jetzt oder nie.“

Und wie ist es, so ganz alleine? „Ich habe kürzere Touren auch schon allein gemacht. Zu mehreren macht auch es auch Spaß – aber jeder Schritt, Essen, Schlafen und jede Mikroentscheidung müssen diskutiert werden. Alleine bin ich frei. Wenn ich vorhabe, zwei Tage keine Pause zu machen oder am Strand zu liegen, dann mache ich das“, verrät Thomas Epe.

So nah an den Rentieren zu sein, ist schon imposant. von privat
So nah an den Rentieren zu sein, ist schon imposant. © privat

Alleine sei die Chance größer, mit weiteren Radreisenden ins Gespräch zu kommen. Mit manchen ist er auch einige Tage zusammen gefahren und erinnert sich gerne an viele Begegnungen, wie an die mit Extremsportler Jonas Deichmann.

In Vergessenheit geraten wird sicherlich nichts, denn schließlich erinnern rund 5.000 Fotos und zahlreiche Videos an die vermutlich einmalige Radreise. Übrigens: Nach der Fahrt nach Tarifa soll immer noch nicht Schluss sei. Am liebsten würde Thomas Epe noch vor Weihnachten die afrikanische Westküste erkunden.

Der Fretteraner ist mittlerweile 6.064,7 Kilometer geradelt und hat dabei 41.460 Höhenmeter überwunden.

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