Kilometer, Begegnungen und Aufatmen in Athen – zwei Radler am Ziel
Teil 2: Von Bosnien nach Griechenland
- Kirchhundem, 10.07.2025
- Verschiedenes , Sport
- Von Lorena Klein
Marmecke. Von Marmecke bis nach Athen: Diese Strecke hatten sich Luca Beckmann und Vincent Schürmann mit ihren Gravel-Bikes vorgenommen – und die Challenge ist geschafft! Das Abenteuer hat nicht nur einige Spenden für zwei gute Zwecke zusammengebracht, sondern den beiden Sauerländern auch eine unvergessliche Zeit beschert. Mit LokalPlus blicken sie darauf zurück. Hier der zweite Teil ihres Radabenteuers.

Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina liegen hinter den beiden Radfahrern. Entlang der Küste geht es weiter durch Montenegro, dann folgt mit Albanien ein Land, das bei den Radlern besonders in Erinnerung bleibt. Zwischen der touristischen Küste und dem Innenland liegen Welten, der Spalt zwischen Arm und Reich ist groß. An den Straßen und zwischen den Häusern liegt viel Müll. „Entweder sind die Menschen Mercedes gefahren oder auf dem Esel geritten“, erzählt Vincent.
Mit einer großen Herzlichkeit und offenen Armen seien sie von vielen Menschen empfangen worden. Bei einer Familie dürfen die Reisenden auf dem Feld übernachten und werden reichlich bekocht. In Albanien lernen sie eine andere Seite von Europa kennen.
An Tag 22 legen Luca und Vincent eine Pause in Berat ein, bevor sie ein weiteres Gebirge überwinden müssen – das sich als sehr viel herausfordernder entpuppt als gedacht. Die Wege sind holprig, die Sonne knallt, Schieben statt Fahren ist wieder angesagt. Und da auch das Wasser schnell verbraucht ist, sind die beiden umso dankbarer, als sie oben auf dem Bergkamm ein Camp erreichen. Dort werden sie mit Essen und Trinken versorgt.
„Bergrunter waren die Bremsen wieder am Glühen“, erzählt Luca. An Tag 24 fahren die Freunde über die Grenze nach Griechenland. Endspurt. Über den Kanal von Korinth und entlang des türkis-blauen Meeres führen die letzten Kilometer. An Tag 28 kommen die beiden in Athen an. „Das musste man erstmal realisieren“, erzählt Vincent.

Nach fast einem Monat unterwegs mit dem Gravel-Bike macht sich vor allem Erleichterung breit. „Wir waren froh, erstmal nicht mehr auf dem Fahrrad zu sitzen“, lacht Vincent. Die sechs Tage bis zum Rückflug nutzen die zwei, um die Stadt zu erkunden – ganz entschleunigt und ohne sportliche Herausforderung.
Ein Abenteuer mit unzähligen Eindrücken liegt hinter Luca und Vincent. Kilometer und Kulturen, Nächte im Zelt und in Zimmern, vier platte Reifen, aber keine größeren Pannen. „Es war die ganze Zeit ein emotionales Auf und Ab“, sagt Vincent. „Doch irgendwann hatte man auch eine Routine drin.“ Ans Aufgeben haben die beiden nie gedacht. „Immer wenn wir einen schlechten Tag hatten, ist abends etwas Gutes passiert, das uns Motivation gegeben hat“, erzählt Luca.

In Verbindung mit der Tour stand ein guter Zweck: Die Freunde hatten zuvor einen Spendenaufruf für Mission Erde und die Toni Kroos Stiftung gestartet. Einige lokale Firmen sagten als Sponsoren zu, spendeten eigenständig und erhielten im Gegenzug mit ihrem Logo einen Platz auf den Trikots der Radler.
Auf Instagram haben Luca (luca_beckm) und Vincent (vincent.schurmann) ihre Reise mit Videos dokumentiert und geben einen humorvollen Einblick in den ganz normalen Radler-Wahnsinn zwischen schweißtreibenden Etappen und Spaghetti im Camping-Kocher. Darauf erhielten sie bereits viele Reaktionen und konnten so weitere private Spender für die gute Sache gewinnen.
Welche Summe insgesamt bei den Organisationen zusammengekommen ist, wissen die beiden nicht. Dass sich jeder Kilometer gelohnt hat, ist aber gewiss.
Mehr zur Radtour der beiden Freunde lest ihr hier:
