Parteien, Kandidaten und ein Bürgermeister ohne Gegner

Kommunalwahl 2025: So ist die Situation in Kirchhundem


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Das Rathaus der Gemeinde Kirchhundem. von Nils Dinkel
Das Rathaus der Gemeinde Kirchhundem. © Nils Dinkel

Kirchhundem. Im Vorfeld der Kommunalwahlen am Sonntag, 14. September, stellt LokalPlus in einer kleinen Serie die Ausgangslage in allen sieben Städten und Gemeinden sowie im Kreis Olpe vor. Heute beleuchten wir die Situation in der Gemeinde Kirchhundem.


Derzeit gehören dem Gemeinderat die CDU mit 15 Mitgliedern, die SPD mit 4 Mitgliedern, die Unabhängigen Kirchhundemer (UK) mit 3 Sitzen und Bündnis 90/Die Grünen mit 3 Sitzen an. Somit hält die Union klar die absolute Mehrheit im Gemeinderat in Kirchhundem. Alle vier Parteien stehen für die Kirchhundemer im September wieder zur Wahl.

Inzwischen auch in die CDU eingetreten ist Björn Jarosz, der als einziger Bewerber um das Bürgermeisteramt bei der Kommunalwahl antritt. Bei der vergangenen Wahl im Jahr 2020 hatte Jarosz sich noch als parteiloser Bewerber mit 62,73 Prozent der Wählerstimmen gegen Andreas Reinéry durchgesetzt – dieser musste seinen Schreibtisch nach sechs Jahren räumen. Es gilt als gesetzt, dass Jarosz eine weitere Wahlperiode einplanen kann, auch wenn die Bürger auf dem Wahlzettel zwischen „Ja“ und „Nein“ wählen können.

13 Wahlbezirke – 4 Spitzenkandidaten

In der Gemeinde Kirchhundem gibt es insgesamt 13 Wahlbezirke, in denen jeweils vier Kandidaten der einzelnen Parteien um das jeweilige Direktmandat kämpfen. CDU-Spitzenkandidat ist Michael Färber, bei den UK Christoph Henrichs, bei der SPD Manuel Behle und bei den Grünen Mike Warnecke.

Symbollogo Kommunalwahl im Kreis Olpe von Chat GPT (mit KI generiert)
Symbollogo Kommunalwahl im Kreis Olpe © Chat GPT (mit KI generiert)

Bei der vergangenen Wahl gewann die CDU alle 13 Direktmandate. Die 13 weiteren Ratsmitgliedern zogen über die Reserveliste in den Gemeinderat ein.

Die Wahlbeteiligung bei der Wahl 2020 lag bei 61,81 Prozent. Die CDU holte 54,98 (+0,71) Prozent, die SPD 15,96 (-2,51) Prozent, die UK 16,67 (-1,08) Prozent und die Grünen 12,39 (+2,88) Prozent. Ein Parteimitglied der UK ist inzwischen aus der Partei ausgetreten, jedoch als parteiloser Kandidat im Rat geblieben.

Viel erreicht – und noch mehr vor

Wenn Björn Jarosz auf seine erste Amtszeit als Bürgermeister zurückblickt, kann er mit Fug und Recht sagen: Es ist eine Menge passiert. Sein Fazit zur ersten Amtsperiode fällt pragmatisch, aber positiv aus.

Besonders stolz ist Jarosz auf den Fortschritt in Sachen Gewerbeflächen: „Wir hatten viele Jahre lang keinen einzigen Quadratmeter anzubieten, obwohl die Nachfrage hoch war.“ Eine der ersten Amtshandlungen sei daher die Einleitung eines entsprechenden Planverfahrens gewesen.

Als einen Erfolg sieht Björn Jarosz (2.v.r.) das neu entstandene Neubaugebiet „Am Hesternberg“ in Oberhundem. Das Foto zeigt den Spatenstich. von Tine Schmidt
Als einen Erfolg sieht Björn Jarosz (2.v.r.) das neu entstandene Neubaugebiet „Am Hesternberg“ in Oberhundem. Das Foto zeigt den Spatenstich. © Tine Schmidt

„Heute sind Planung und Erschließung abgeschlossen. Der Verkauf der Flächen läuft und die Nachfrage ist da, trotz angespannter Wirtschaftslage“, so der Bürgermeister. Auch bei den Wohnbauflächen sei einiges gelungen. In Oberhundem wird bereits gebaut, Grundstückskäufe in Welschen-Ennest sind abgeschlossen, neue Planungen in Werloh oberhalb von Flape stehen an.

Hinzu kommen Unterstützung für Wasserbeschaffungsverbände und Impulse für die Ortskernentwicklung – etwa die umfangreiche Sanierung in Kirchhundem-Mitte. Weniger erfreulich: Die B 517 blieb bislang unangetastet. „Da hätte ich mir vom Landesbetrieb mehr erhofft“, sagt Jarosz.

Björn Jarosz freut sich, dass der Panorama Park Sauerland den Tourismus in der Gemeinde Kirchhundem ankurbelt. Die neue Parkleitung bringe viele gute Ideen mit – von denen schon einige in die Tat umgesetzt werden. von Nils Dinkel
Björn Jarosz freut sich, dass der Panorama Park Sauerland den Tourismus in der Gemeinde Kirchhundem ankurbelt. Die neue Parkleitung bringe viele gute Ideen mit – von denen schon einige in die Tat umgesetzt werden. © Nils Dinkel

Optimierungsbedarf sieht der Verwaltungschef besonders im Bereich Radwege. „Ein zähes, aber wichtiges Thema. Ich will es in jedem Fall weiterverfolgen.“ Die Diskussionen rund um Windkraft und die Flüchtlingsunterbringung haben die erste Amtszeit stark geprägt – hitzige Debatten inklusive.

Jarosz blickt zurück „Das waren anstrengende Sitzungen mit viel Unmut. Ich habe gelernt: Man darf sich nicht wegducken. Man muss sich stellen und erklären, warum manche Entscheidungen notwendig sind – auch wenn sie unpopulär sind.“

Ausblick: Versorgung, Tourismus, Zusammenarbeit

Für die kommende Amtszeit hat Björn Jarosz ein klares Ziel: Themen, die angestoßen wurden, mit Kraft weiterzuführen. Besonders im Blick hat er die medizinische Versorgung auf dem Land. Ebenso am Herzen liegen ihm Nahversorgung und Gastronomie: Während der modernisierte Dornseifer-Markt als Vorbild dient, sieht er in anderen Orten gefährdete Strukturen. „Da müssen wir als Gemeinde überlegen, wie wir unterstützen können.“

Auch im Tourismus sieht Jarosz ungenutzte Chancen: „Wir liegen mitten im größten Naturpark Deutschlands, da geht noch mehr.“ Im Gemeinderat in Kirchhundem seien wieder gesittete Strukturen eingekehrt und der Austausch erfolgt sachlicher. Diese konstruktive Zusammenarbeit mit dem Rat begrüßt der Bürgermeister ausdrücklich – und wäre ihm wichtig, genau so fortzuführen.

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