Ukrainische Großfamilie füllt Waldhotel Einstein wieder mit Leben

Neuanfang in Böminghausen


  • Kirchhundem, 09.06.2026
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Wolodymyr Drebot und seine Adoptivtochter Anastasia vor dem Waldhotel Einstein: Seit Monaten renoviert die Großfamilie mit vielen Helfern das Hotel, die Zimmer und das Restaurant. Die herrlichen Blumenranken an der Außenfassade wurden von einer ukrainischen Freundin gemalt. von Kerstin Sauer
Wolodymyr Drebot und seine Adoptivtochter Anastasia vor dem Waldhotel Einstein: Seit Monaten renoviert die Großfamilie mit vielen Helfern das Hotel, die Zimmer und das Restaurant. Die herrlichen Blumenranken an der Außenfassade wurden von einer ukrainischen Freundin gemalt. © Kerstin Sauer

Böminghausen. Seit Wolodymyr Drebot mit zwölf Waisenkindern im Jahr 2022 aus der Ukraine in die Gemeinde Kirchhundem gekommen ist, hat er viel Freundlichkeit und Gastfreundschaft erfahren. Das will der orthodoxe Priester nun zurückgeben: In Böminghausen möchte er das Waldhotel Einstein und das dazugehörige Restaurant wieder mit Leben füllen. Und lädt für Samstag, 13. Juni, zu einem Tag der offenen Tür ein.


Vier Jahre lang lebten der orthodoxe Priester und die Kinder in Welschen Ennest. „Die Menschen dort sind sehr gut. Wir haben viel Freundlichkeit erfahren“, sagt Wolodymyr Drebot im Gespräch mit LokalPlus. An seiner Seite sitzt die 17-jährige Anastasia und übersetzt. Sie erklärt: „Eigentlich wollten wir immer in die Ukraine zurückgehen. Daher hat unser Vater nicht viel Deutsch gelernt – aber jetzt macht er es.“ Denn die Familie hat sich entschieden, in Deutschland zu bleiben, wie Drebot sagt: „Die Kinder sind hier integriert, gehen zur Schule, haben Freunde. Wir haben eine zweite Heimat gefunden.“

Viel Platz – und eine Perspektive

Weil das Haus, in dem die Großfamilie – fünf Jungs und sieben Mädchen zwischen 10 und 18 Jahren – in Welschen Ennest lebte, verkauft werden sollte, machte sie sich auf die Suche nach einem neuen Domizil. Und wurde im rund 50-Seelen-Dorf Böminghausen fündig: Dort steht seit einigen Jahren das Waldhotel Einstein leer, die dazugehörige Gaststätte ist noch länger geschlossen. Ein Haus, das viel Platz bietet – und eine Perspektive: Könnte die Familie hier ein neues Zuhause finden? Und eine berufliche Zukunft?

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Die Großfamilie hat das Waldhotel Einstein wieder mit Leben gefüllt. Und hofft, dass viele Besucher ihren Weg nach Böminghausen finden. Übrigens: Dieser Oldtimer gehörte dem Opa von Wolodymyr Drebot und ist als Schmuckstück auf dem Außengelände zu bewundern.

„Wir wagen es“, entschieden Wolodymyr Drebot und seine Kinder gemeinsam. Denn schnell zeichnete sich ab, dass sie viel Unterstützung bekommen würden: Dank eines Kredits der Vorbesitzer konnte die finanzielle Hürde genommen werden, und beim Renovieren des Hauses packten viele Helfer mit an. „Sich gegenseitig zu helfen ist in der Ukraine eine Tradition“, freut sich der Familienvater. Und so starteten im Oktober 2025 die Renovierungsarbeiten am Waldhotel Einstein…

800 Liter Farbe wurden seitdem an die Wände gebracht. Nicht nur die zwölf Zimmer, die nun vermietet werden, wurden renoviert und gestrichen, dank einer befreundeten Landsmännin erhielt das Haus außerdem von außen wunderbare farbliche Akzente: Bunte Blumenranken zieren die Außenfassade. Ebenfalls eine ukrainische Tradition, erklärt der neue Hausherr: Die Gestaltung ukrainischer Häuser mit Blumen vor allem in der ländlichen Architektur sei tief in der Kultur verwurzelt.

Neuer Lebensmittelpunkt Böminghausen

Während die Hotelgäste in der zweiten Etage untergebracht werden, leben die Kinder vorwiegend im dritten Stockwerk. Von Welschen Ennest nach Böminghausen – das sei schon eine Umstellung gewesen, sagt Anastasia. Vor allem wegen der Verkehrsanbindung. Aber: „Unser Vater bringt uns morgens an den Bahnhof, damit wir in die Schule kommen.“

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In Böminghausen selbst fühlen sich alle sehr wohl, wie der Familienvater berichtet. Nicht nur wegen der hilfsbereiten und freundlichen Nachbarn: „In der Ukraine hatten wir immer Landwirtschaft mit Kühen, Pferden und Schweinen. Es liegt uns am Herzen, etwas auf dem Land zu machen und in der Nähe von Wald zu sein.“

Ein Traum wird Wirklichkeit

Ein eigenes Hotel mit eigener Gastwirtschaft – Wolodymyr Drebot weiß, dass das eine Herausforderung wird. Aber er freut sich auf das, was kommt: „Mein Traum ist, dass die Gäste sich hier wohlfühlen, sich erholen und abschalten können. Dass sie das Haus mit Lachen füllen und eine gute Zeit haben.“

Tag der offenen Tür

Neue Gastgeber – vertraute Atmosphäre: Unter diesem Motto findet am Samstag, 13. Juni, ab 13 Uhr ein Tag der offenen Tür am Waldhotel Einstein in Böminghausen statt. Zur Begrüßung gibt es ein Glas Sekt und bei einer Verlosung können die Besucher einen Restaurant-Gutschein gewinnen.

Das Restaurant ist mittwochs bis sonntags von 13 bis 22 Uhr geöffnet. „Wir haben uns viele Gedanken über die Speisekarte gemacht“, sagt Wolodymyr Drebot und erklärt, dass es vorwiegend deutsche, aber auch ukrainische Gerichte geben wird. Jeden Tag gebe es ein Tagesangebot, hinzu kommen Desserts, Flammkuchen und hausgemachte Limonaden.

Weitere Infos gibt es online.

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