Update: Havariertes Brückenteil in Kirchhundem wieder in Ausgangslage
Reisestrapazen für Pendler nach Unfall
- Kirchhundem, 25.09.2026
- Straße & Verkehr
- Von Nils Dinkel
Kirchhundem. Das am Mittwoch, 9. September, havarierte Brückenteil an der Ruhr-Sieg-Strecke in Kirchhundem ist inzwischen in seine Herstelllage zurückgebracht worden. Dies teilte ein Bahnsprecher auf LokalPlus-Nachfrage am Freitag, 25. September, mit.

Update von Freitag, 25. September, 18.45 Uhr:
Die Brücke soll laut der Deutschen Bahn ab Montag, 28. September, von Experten genau vermessen werden. „Hierfür sind zwei Wochen vorgesehen.
Im Anschluss können die Experten entscheiden, wie es in Kirchhundem weitergeht und wir wissen, ob sich hieraus Folgen für den Bauablauf auf der gesamten Ruhr-Sieg-Strecke ergeben“, führt der Bahnsprecher aus.
Weitere Informationen zum Verkehrskonzept für die nächsten Wochen sollen folgen. Der aktuelle Plan für den Schienenersatzverkehr gilt noch bis Sonntag, 27. September.
Update von Dienstag, 22. September, 9 Uhr:
Fast zwei Wochen, nachdem die neue Bahnbrücke beim Einhub in Kirchhundem havariert ist, soll das Bauwerk nun geborgen werden. Dies teilte ein Bahnsprecher auf LokalPlus-Nachfrage mit. Der Unfall am Mittwoch, 9. September, bringt gravierende Folgen für Bahnreisende mit sich.
„Die Bergung des havarierten Brückenteils auf der Ruhr-Sieg-Strecke im Bereich Kirchhundem ist für diese Woche vorgesehen. Die ausführenden Unternehmen auf der Baustelle bringen das Teil dabei wieder in seine ursprüngliche Herstelllage“, so ein Bahnsprecher.
Erst wenn das Brückenteil diese Lage erreicht habe, könnten Fachleute es umfassend untersuchen und vermessen. „Auf Basis dieser Untersuchungen legen wir dann das weitere Vorgehen fest. Wir rechnen bis Ende nächster Woche mit ersten Ergebnissen der Untersuchung“, führt der Bahnsprecher aus.

Zur Ursache der Havarie lägen weiterhin keine abschließenden Erkenntnisse vor. Derzeit könne die Deutsche Bahn auch noch nicht sagen, wann diese Erkenntnisse vorliegen.
Auf der Ruhr-Sieg-Strecke und im Raum Kirchhundem bleibt es bis einschließlich Sonntag, 27. September, beim bestehenden Ersatzkonzept. „Zur weiteren Dauer der Arbeiten und einer möglichen Verlängerung oder Anpassung der Sperrung äußern wir uns, sobald uns dazu gesicherte Fakten vorliegen“, so die Deutsche Bahn.
Auf der Ruhr-Sieg-Strecke verkehrt zwischen Letmathe und Siegen ein Schienenersatzverkehr. Reisende müssen wesentlich mehr Zeit einplanen. Die Fahrzeit von Altenhundem nach Siegen hat sich in etwa verdoppelt.
Update von Dienstag, 15. September, 16.30 Uhr:
Nach dem missglückten Brückeneinhub in Kirchhundem am Mittwochmorgen, 9. September, ist das havarierte Brückenteil nach wie vor nicht geborgen. Dies teilte ein Bahnsprecher auf LokalPlus-Nachfrage mit.
Auf der Bahnbaustelle in Kirchhundem, wo vor knapp einer Woche der Einschub eines Brückenbauteils gescheitert war, hat sich am Dienstag, 15. September, einiges getan.
Das abgerutschte Brückenteil wurde stabilisiert. Die havarierten SPMTs (Modulfahrzeuge mit eigenem Antrieb, „Tausendfüßler“ genannt)) wurden unter der Brücke entfernt und neue SPMTs in Stellung gebracht. Das sind Vorbereitungen, um das Brückenteil in die Ausgangsposition zu transportieren.
„Derzeit können wir noch keine Information darüber abgeben, wann der Transport zurück in die Herstelllage beginnt, da dafür noch einige Vorbereitungen durch die Auftragnehmer auf der Baustelle erledigt werden müssen“, erklärte ein Bahnsprecher auf Anfrage von LokalPlus. „Was wir aber bestätigen können: Mit den laufenden Arbeiten hat die Bergung des havarierten Brückenteils begonnen.“
Update von Montag, 14. September, 13.30 Uhr:
„Wir befinden uns mit den Auftragnehmern auf der Baustelle in der Abstimmung der Details des Bergungskonzepts für das havarierte Brückenteil. Einen genauen Zeitplan oder Einzelheiten zur technischen Umsetzung der Bergung kann ich heute noch nicht mitteilen“, so der Bahnsprecher.
Auch zur Unfallursache könne sich das Unternehmen erst äußern, nachdem der Fall abschließend untersucht sei. Dies könne erst erfolgen, wenn die Brücke geborgen sei, wie die Bahn vor einigen Tagen mitteilte.
Zu den Auswirkungen auf den Zugverkehr will die Deutsche Bahn im Laufe des Tages neue Informationen herausgeben.
Update von Donnerstag, 10. September, 17 Uhr:
Die Deutsche Bahn hat am Donnerstag, 10. September, auf LokalPlus-Nachfrage erneut Stellung zum Unfall am Mittwochmorgen, 9. September, beim Einschub der Bahnbrücke in Kirchhundem genommen. Über den Zustand des Bauwerks kann demnach erst eine Aussage getroffen werden, wenn die Brücke geborgen ist. Die Ursache bleibt unklar.
„Vertreter der DB InfraGO haben am Mittwoch erste Gespräche mit dem ausführenden Auftragnehmer auf der Baustelle geführt. Die Fachleute haben dafür gesorgt, dass das Bauwerk in seiner jetzigen Lage gesichert wird. Außerdem hat das Projektteam erste Überlegungen darüber angestellt, wie das Bauwerk geborgen werden kann“, so ein Bahnsprecher.
Ein EBA-zertifizierter Prüfsachverständiger habe sich am Donnerstag einen ersten Eindruck über die Schäden an dem Bauwerk gemacht. „Dabei ist klar geworden, dass eine Aussage über den Zustand des Bauwerks erst erfolgen kann, wenn es geborgen worden ist“, führt der Bahnsprecher aus.
„Nur in der Lage, in der die Brücke hergestellt wurde, können die präzisen Messungen stattfinden, die zur Beurteilung des Zustandes notwendig sind.“ Nun bereiteten die Fachleute die Bergung der Brücke vor. Diese könne voraussichtlich zeitnah stattfinden. Einen genauen Zeitplan gebe es noch nicht.
„Sobald das Brückenteil sich in der vorgesehenen Lage befindet, werden wir es umfassend untersuchen lassen. Das weitere Vorgehen bei der Vollendung der Eisenbahnüberführung hängt vom Prüfergebnis ab. Wir bereiten alles vor, damit wir im Anschluss in die weitere Planung starten können“, so der Bahnsprecher.
Auch zur Unfallursache konnte die Deutsche Bahn noch keine Aussage treffen. Eine sorgfältige Analyse gemeinsam mit den beteiligten Baufirmen laufe. Die Arbeiten an der Oberleitung, an den Gleisen und an den Kabeln entlang der Strecke laufen laut Unternehmen weiter.
„Wir wissen, dass Reisende auf der Ruhr-Sieg-Strecke derzeit große Einschränkungen hinnehmen müssen. Wir bedauern, dass diese Einschränkungen bis auf weiteres bestehen bleiben müssen. Es bleibt weiter unser Ziel, die Arbeiten an der Strecke so schnell wie möglich abzuschließen“.

Die verkehrlichen Einschränkungen bleiben laut Bahn bis auf weiteres bestehen. Für die betroffenen Linien (RE34, RB91, RB92, RB93) gilt bis zum 14. September weiterhin das bisherige Ersatzkonzept zwischen Welschen-Ennest und Altenhundem. Über Ersatzkonzepte für die Zeit danach führen wir Gespräche mit dem Aufgabenträger. „Wir informieren, sobald ein Konzept feststeht“, so die Deutsche Bahn.
Die Gesamtkosten für die neue Brücke sind auf etwa 20 Millionen Euro veranschlagt. Klar ist: Durch den Unfall entstehen Mehrkosten, etwa auch für die Weiterführung des SEV-Konzeptes. Zu der Frage, wer die zusätzlichen Kosten trägt, könne die Bahn zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen.
Update von 19.15 Uhr:
Die Deutsche Bahn hat nach dem Unfall beim Brückeneinschub am Mittwochmorgen, 9. September, noch einmal Stellung genommen. Am Donnerstag, 10. September, soll ein EBA-zertifizierter Sachverständiger (Eisenbahn-Bundesamt) sich ein Bild machen. Dann soll auch das weitere Vorgehen entschieden werden.
„Vertreter der DB InfraGO haben heute erste Gespräche mit den ausführenden Auftragnehmern auf der Baustelle geführt. Die Untersuchungen zum Unfallhergang dauern an. Morgen erwarten wir einen EBA-zertifizierten Prüfsachverständigen, der den Schaden begutachten und Angaben zum weiteren Vorgehen machen wird“, so ein Bahnsprecher.
Zur Unfallursache und zu den weiteren Auswirkungen, insbesondere wann die Brücke fertiggestellt und die Strecke freigegeben werden kann, will sich die Deutsche Bahn äußern, wenn es dazu „belastbare Erkenntnisse“ gibt.
Für die betroffenen Linien (RE34, RB91, RB92, RB93) gelte bis Montag, 14. September, weiterhin das bisherige Schienenersatzverkehr-Konzept zwischen Welschen-Ennest und Altenhundem.
„Über Ersatzkonzepte für die Zeit im Anschluss führen wir Gespräche mit dem Aufgabenträger“, so der Bahnsprecher.
Die Frage, wann mit der Bergung der Brücke und dem selbstfahrenden Transportfahrzeug gerechnet werden kann, konnte der Bahnsprecher noch nicht beantworten. Auch zur Höhe des entstandenen Sachschadens machte die Deutsche Bahn noch keine Angaben.
Ursprünglicher Artikel:
Es sollte eine der entscheidenden Etappen bei der Modernisierung der Ruhr-Sieg-Strecke werden: In Kirchhundem wollte die Deutsche Bahn am Mittwoch, 9. September, die rund 330 Tonnen schwere neue Fachwerkbrücke in ihre endgültige Position bringen. Doch der Einhub, der gegen 7 Uhr startete, misslang.
110 Jahre lang rollten unzählige Personen- und Güterzüge über die alte Eisenbahnbrücke in Kirchhundem. In der Nacht zu Mittwoch, 9. September, sollte nun eine neue Ära beginnen. Doch der geplante Einhub der neuen Stahlfachwerkbrücke verlief anders als vorgesehen. „Der Einhub hat nicht wie geplant funktioniert. Jetzt liegt es da“, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Mittwochmorgen, vor Ort.
Zur Ursache könne er derzeit noch keine Angaben machen. Gemeinsam mit dem beauftragten Unternehmen müsse zunächst untersucht werden, was passiert sei. Nach Angaben der Bahn stand die rund 330 Tonnen schwere Brücke auf zwei Strängen mit mehreren individuellen Achsen.
„Wir sind froh, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind!”
Beim Transport in Richtung ihrer endgültigen Position sackte das Konstrukt seitwärts ab, geriet in Schieflage und Teile der Transporttechnik kamen zu Fall. Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall. „Wir sind froh, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind“, so der Bahnsprecher.
Nun müsse ebenfalls untersucht werden, ob die Brücke selbst bei dem Zwischenfall beschädigt worden sei. Am Mittwochmorgen fand zunächst ein Briefing der Beteiligten statt, um den Vorfall aufzuarbeiten und das weitere Vorgehen festzulegen.
Welche Auswirkungen das Malheur auf den Zeitplan hat, blieb zunächst unklar. Eigentlich sollten ab Dienstag, 15. September, wieder die ersten Züge über die neue Brücke fahren. Nach dem Einhub hätte zeitnah der Wiedereinbau des Oberbaus beginnen sollen.
Dafür müssen auf rund 270 Metern Gleis unter anderem etwa 400 Schwellen sowie Schienen und Schotter eingebaut werden. Hinzu kommen die Wiederherstellung der Oberleitungsanlage und Kabelarbeiten.
Ob der 15. September noch zu halten ist, konnte die Bahn am Mittwochmorgen nicht sagen. Auch ein neuer Termin für den Brückeneinhub stand zunächst nicht fest. Darüber will die Deutsche Bahn informieren, sobald die Untersuchungen abgeschlossen und die nächsten Schritte geklärt sind. Ein ähnlich gelagerter Fall war dem Bahnsprecher nicht bekannt..
Der Einhub selbst ist eine technisch anspruchsvolle Angelegenheit. Die neue Fachwerkbrücke ist rund 57 Meter lang, elf Meter breit und 5,5 Meter hoch. Auf ihr verlaufen künftig zwei Gleise. Für den Transport kam ein sogenannter SPMT zum Einsatz – ein selbstfahrendes Transportfahrzeug mit zahlreichen einzeln steuerbaren Achsen, das wegen seines Aussehens auch als „Tausendfüßler“ bezeichnet wird.
Auch die Sprengung einer Autobahnbrücke sorgte vor einigen Wochen für Aufsehen. Die A 45-Talbrücke Ottfingen fiel endgültig erst beim zweiten Anlauf. Alle Infos dazu findet ihr hier.

