Verwechslung bei der Wildschwein-Jagd: Zwei Rinder in Kruberg erschossen

Polizei ermittelt


  • Kirchhundem, 26.06.2024
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  • Von Wolfgang Schneider
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Ein Rind und ein Wildschwein im Größenvergleich (KI-generiert). von Bing-Copilot - mit KI erstellt
Ein Rind und ein Wildschwein im Größenvergleich (KI-generiert). © Bing-Copilot - mit KI erstellt

Kruberg. „Wildschweine sind unverwechselbar: Ihre gedrungene Statur, ihr borstiges Fell und ihr ausgeprägter Rüssel sind typisch für die Urform unserer Hausschweine.“ Das schreibt die Deutsche Wildtier-Stiftung in ihrem Wildschwein-Steckbrief. In Kruberg mussten allerdings zwei Rinder sterben, weil Jäger sie offenbar mit Wildschweinen verwechselt haben. Die Polizei untersucht den Fall aktuell.


Zugetragen hat sich der „Jagdunfall“ der außergewöhnlichen Art bereits Ende Mai in der Nähe von Kruberg. Nach LokalPlus-Informationen waren in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai drei Männer unterwegs, um auf Wildschweine zu jagen.

Vor die Flinte gerieten ihnen aber nicht die Borstentiere (ca. 80-100 Kilogramm schwer, 0,8 bis 1,0 m Schulterhöhe), sondern zwei Rinder (etwa 500-600 Kilogramm schwer, 1,45 bis 1,7 m Höhe). Angeblich sollen die Rinder aus Versehen erschossen worden sein. Zu fragen bleibt, warum ein solches Versehen gleich zweimal passierte.

Ein Rind und ein Wildschwein im Größenvergleich (KI-generiert). von Bing-Copilot - mit KI erstellt
Ein Rind und ein Wildschwein im Größenvergleich (KI-generiert). © Bing-Copilot - mit KI erstellt

Nach Informationen von LP waren in der fraglichen Nacht der Pächter des Jagdbezirks und ein weiterer Mann (beide mit Jagdschein) sowie der Sohn des Jagdpächters (kein Jagdschein) unterwegs. Wer die Schüsse mit welcher Waffe abgegeben hat, das ermittelt derzeit die Polizei.

Die Männer sollen nach der „Jagdpanne“ noch in der Nacht zu dem Landwirt, dem die Rinder gehören, gefahren sein, ihm das Malheur geschildert und ihm Geld angeboten haben, wenn er die Tiere entsorgt und den Vorfall nicht meldet.

Der Kruberger Landwirt ging auf diese Offerte aber nicht ein, sondern erstattete am Sonntag, 26. Mai, Anzeige bei der Polizei. „Der Vorgang wird noch bearbeitet und die Ermittlungen laufen“, erklärte Polizeipressesprecher Thorsten Scheen am Mittwoch, 26. Juni, auf LP-Anfrage.

Liegen Projektile vor?

Zu Details des Falls wollte er mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nichts sagen. Wie lange in der Angelegenheit noch ermittelt wird, hänge auch davon ab, inwieweit sich die Beteiligten zu den Vorgängen äußern würden, so Scheen. Nach seinem Wissenstand hätten die Männer Rechtsanwälte beauftragt.

Ob die Projektile in den toten Rindern von der Polizei gesichert worden sind, vermochte Scheen nicht zu sagen. Anhand der Projektile könnte man zweifelsfrei nachweisen, aus welcher Waffe sie abgefeuert worden sind. Auf einem anderen Blatt steht aber die Frage, welcher Schütze die Waffe in der Jagdnacht bedient hat.

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