Wegen Windkraftanlage: Gemeinde Kirchhundem zieht gegen Kreis vor Gericht
Rat findet: „Irgendwann ist Schluss“
- Kirchhundem, 10.10.2025
- Politik
- Von Hartmut Poggel
Kirchhundem. Die Gemeinde Kirchhundem zitiert den Kreis Olpe vor Gericht. Bei einer Enthaltung beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend, 9. Oktober, den Kreis wegen der Genehmigung zur Errichtung einer Windkraftanlage außerhalb einer Vorrangzone vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster zu verklagen. Vier Anlagen auf den Albaumer Höhen sind nicht davon betroffen.

Das fünfte 250 Meter hohe Rad soll circa 14 Meter außerhalb der festgelegten Vorrangzonen errichtet werden. Der Kreis hatte sein Einvernehmen mit dem Verweis auf einen von der Bezirksregierung ins Spiel gebrachten „Interpretationsspielraum, welcher durchaus ca. 50 Meter“ über die Planungsgrenzen hinausgehen könne, erteilt. Dem hatte schon im Bauausschuss Bürgermeister Björn Jarosz vehement widersprochen. Dank moderner Technik sei metergenaue Planung kein Problem.





„Wehret den Anfängen“, so der Tenor im Rat. Albrecht Sandholz (CDU) merkte an, dass bei einer Flächenerweiterung von 50 Metern „26 Prozent, gleich 203 Hektar zu den bisher schon ausgewiesenen 746 Hektar“ hinzukommen. „Irgendwann ist Schluss“, so Fraktionskollege Alfred Bierhoff. Ein privater Bauherr kriege „großen Ärger“, wenn er Grenzen um wenige Quadratmeter überschreite.


Ähnlich äußerte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Manuel Behle, der die Zustimmung seiner Fraktion zu der Klage signalisierte. Peter Nelles (SPD) hoffte auf ein einstimmiges Votum als „starkes Signal gegenüber dem Kreis Olpe“, dass es Grenzen gebe, die nicht überschritten werden dürften.

Als „Träger öffentlicher Belange“ äußerte der Rat gegenüber zwei Windenergieanlagen in den Städten Kreuztal und Hilchenbach im Bereich „Hoher Wald“ bei Silberg „erhebliche Bedenken“. Die zwei Anlagen liegen demzufolge „um ca. 57 bzw. 18 Meter außerhalb der Windenergiebereiche des Regionalplans“.
Gute Nachrichten gab es im Rat für die Grundschule St. Katharina Heinsberg: In der jüngsten Bauausschusssitzung hatte Bürgermeister Jarosz schon über Förderzusagen für den Bau einer Mensa in Höhe von 436.000 Euro berichtet - 53.000 Euro mehr als ursprünglich erwartet. Nun gab der Rat einstimmig sein „Okay“ zu dem Bauvorhaben. Mit der Eröffnung wird laut Vorlage im November 2026 gerechnet. Ebenfalls auf dem Weg ist der Bau eines Mehrgenerationenplatzes in Rahrbach.
