ASP-Bekämpfung im Sauerland: Ein Einsatz, der kaum Pausen kennt
Grüne Politiker informieren sich über ASP-Bekämpfung
- Kreis Olpe, 30.07.2026
- Politik , Verschiedenes
Oberhundem/Kreis Olpe. Schutzanzüge, kilometerlange Wildschutzzäune, unzählige Einsatzstunden und Menschen, die seit Monaten nahezu rund um die Uhr gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) kämpfen: Im Rahmen ihrer jährlichen Umwelttour haben sich die Grünen-Mitglieder des Umweltausschusses des NRW-Landtags auf Einladung von Gregor Kaiser im Sauerland ein Bild von der aktuellen Lage gemacht.

Erste Station der Delegation war das Basislager der Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft (WSVG) in Oberhundem. Dort empfing WSVG-Leiter Marcus Elmerhaus die Besucher gemeinsam mit Vertretern des Landwirtschaftsministeriums NRW und weiteren Verantwortlichen.
Schon bei der Einführung wurde deutlich, welche enorme Belastung die Bekämpfung der Seuche für die Einsatzkräfte bedeutet. „Meine Frau hat mir einen Zettel hingelegt, der die Tage aufzählt, an denen ich letztes Jahr zu Hause war. Es waren nicht viele“, berichtete Elmerhaus.




Seit dem Fund des ersten infizierten Wildschweins arbeitet sein Team mit außergewöhnlichem Einsatz an der Eindämmung der Seuche. Elmerhaus erklärte den Aufbau der Schutzzäune, die Funktion der Tore, die notwendige Desinfektion von Schuhwerk und Fahrzeugen und die aufwendige Abstimmung mit Grundstückseigentümern.
Besonders beeindruckt zeigten sich die Gäste vom Engagement der vielen Menschen, die intensiv arbeiten, um die weitere Ausbreitung der ASP zu verhindern. So werden täglich hunderte Kilometer Zaun und die Tore kontrolliert sowie unzählige Fahrzeuge desinfiziert. Die Hundestaffel ist mit mehreren Hundeführern täglich auf vielen Kilometern im Suchgebiet im Einsatz. Die Suche wird dabei per GPS getrackt.
Im Anschluss trafen sich rund 30 Vertreter von Landwirtschaft, Jägerschaft, Forstwirtschaft, Tourismus, Politik und Verwaltung im Gasthof „Zu den Linden“, darunter auch Bürgermeister Björn Jarosz, die Forstamtsleiter Ohms und Zimmermanns, die Kreisvorsitzenden aus Land- und Forstwirtschaft, Michael Richard und Michael Bieke, zum Austausch, der von Dr. Gregor Kaiser moderiert wurde.

Schnell wurde deutlich, dass die Seuchenbekämpfung viele unterschiedliche Interessen berührt. Während einige Teilnehmende die erheblichen Belastungen für die betroffene Region schilderten, machten die Fachleute des Landwirtschaftsministeriums die dramatischen Folgen eines Übergreifens der Seuche auf Hausschweinbestände deutlich.

Auch die Situation der Jägerschaft wurde intensiv diskutiert. Von Seiten des Ministeriums wurde die Arbeit der Jägerinnen und Jäger ausdrücklich gelobt. Ohne ihr Engagement wären die bisherigen Erfolge bei der Eindämmung der Seuche nicht möglich gewesen.

Große Sorge bereitet den Verantwortlichen, dass sich manche Menschen nicht an die wenigen, aber wichtigen Regeln halten. Nicht geschlossene Tore, freilaufende Hunde oder das Verlassen ausgewiesener Wege können die Bekämpfungsmaßnahmen erheblich erschweren.
Positiv hervorgehoben wurde die besondere Situation in NRW. Das Land verfügt als einziges Bundesland über eine eigene Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft. Dadurch konnten viele Maßnahmen schnell und unbürokratisch umgesetzt werden. Zudem konnte direkt eine ausgebildete Hundestaffel zum Einsatz kommen.
Trotz erster Erfolge ist die Herausforderung noch lange nicht bewältigt. Derzeit werden weiterhin mehr infizierte als negativ getestete Wildschweine gefunden. Erst wenn ein Jahr lang kein infiziertes Tier mehr entdeckt wird, gilt die Region wieder als seuchenfrei. Dennoch überwog an diesem Tag vorsichtiger Optimismus. „Wenn wir nicht daran glauben würden, die Seuche in den Griff zu bekommen, wären wir nicht mehr hier“, erklärte Marcus Elmerhaus.
