Frühjahrsbelebung bleibt aus - Arbeitsmarkt tritt auf der Stelle
3.703 Arbeitslose im Kreis Olpe
- Kreis Olpe, 01.05.2026
- Wirtschaft
Kreis Olpe/Siegen. Auch im April ist keine spürbare Frühjahrsbelebung auf dem heimischen Arbeitsmarkt erkennbar. Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Siegen leicht zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank von 5,8 auf 5,7 Prozent.

Etwas besser als in Siegen-Wittgenstein sah es im Kreis Olpe aus: 3.703 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 72 Personen weniger (-1,9 Prozent) als im März, aber 91 Personen bzw. 2,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,7 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 4,5 Prozent. Zahlreiche wirtschaftliche Unwägbarkeiten verunsichern weiterhin die Unternehmen.




Simone Stuhrmann, Geschäftsführerin Operativ der Siegener Arbeitsagentur, erklärt: „Die anhaltend schwache Konjunktur, geopolitische Spannungen und strukturelle Veränderungen wirken weiterhin dämpfend. Die übliche Frühjahrsbelebung bleibt daher bislang hinter den Erwartungen zurück. Der Arbeitsmarkt zeigt sich stabil, aber ohne erkennbare Dynamik.
Viele Unternehmen agieren derzeit mit angezogener Handbremse. Unsere Empfehlung lautet daher, die aktuelle Phase gezielt für Investitionen in Qualifizierung zu nutzen – insbesondere in die eigenen Beschäftigten. So können Betriebe ihre Mitarbeitenden an sich binden und für den kommenden Fachkräftebedarf aufstellen.“

Gleichzeitig lohnt sich der Blick über den Monat hinaus. Der demographische Wandel gewinnt in beiden Kreisen – Siegen-Wittgenstein und Olpe – zunehmend an Dynamik. Die Bevölkerung altert und schrumpft, wodurch die Zahl der Erwerbstätigen langfristig sinkt.
Bis 2040 werden im Agenturbezirk deutlich weniger Menschen (-30.000 Personen) dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Der Kreis Olpe verzeichnet mit -15,3 Prozent die stärksten prozentualen Rückgänge unter den Kreisen und kreisfreien Städten in NRW.

Bereits heute berichten Unternehmen von Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Der demographische Wandel verschärft diese Entwicklung, führt jedoch nicht automatisch zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit. Mit dem Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen vor allem qualifizierte Fachkräfte verloren und diese Lücken können schwer geschlossen werden.

Denn das Profil vieler Arbeitsloser entspricht nicht den Anforderungen der Unternehmen. Besonders betroffen von Arbeitslosigkeit sind Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, während gleichzeitig Engpässe bei qualifizierten Tätigkeiten zunehmen. Es zeigt sich ein deutliches Passungsproblem auf dem Arbeitsmarkt.
