Gebäude zukunftsfähig oder verzichtbar? Pastorale Räume müssen entscheiden

Immobilienstrategie-Prozess


  • Kreis Olpe, 30.06.2026
  • Glaube & Religion
  • Von Lorena Klein
    Profilfoto Lorena Klein

    Lorena Klein

    Redaktion


    E-Mail schreiben
Topnews
Symbolfoto zum Thema Glaube. von Mia Hoffmann
Symbolfoto zum Thema Glaube. © Mia Hoffmann

Kreis Olpe. Das Erzbistum Paderborn strukturiert sich neu – und das wird auch im Kreis Olpe in Zukunft deutlich spürbar sein. Im Rahmen eines komplexen Immobilienstrategie-Prozesses sind alle Pastoralen Räume dazu aufgerufen, ihre kirchlichen Gebäude auf den Prüfstand zu stellen. Welche davon sind zukunftsfähig und von welchen muss sich die Kirche trennen?


Der Prozess ist in den sechs Pastoralen Räumen im Dekanat Südsauerland – das sind Attendorn, Bigge-Lenne-Fretter-Tal, Kirchhundem, Lennestadt, Olpe-Drolshagen und Wendener Land – bisher unterschiedlich weit fortgeschritten, weiß Dechant Andreas Neuser. Das liege vor allem daran, dass Paderborn den Prozessbeginn festlegt, wenn die entsprechende Bereitschaftserklärung aus den jeweiligen Pastoralen Räumen vorliegt.

So viel vorweg: Einen konkreten Plan oder gar eine Liste mit Immobilien, die die Pastoralen Räume abgeben werden, gibt es derzeit überall noch nicht. Andreas Neuser, der in Attendorn außerdem als Pfarrer und Leiter des Pastoralen Raumes tätig, erklärt: „In Wenden und Attendorn haben die Prozesse bereits begonnen. Es haben sich Projektgruppen gebildet, die sich mit dem Immobilienprozess beschäftigen und diesen begleiten. In anderen Pastoralen Räumen ist das bisher noch nicht geschehen.“

20 bis 30 Prozent weniger Fläche

Zu den Herausforderungen des Immobilienprozesses kommt hinzu, dass das Erzbistum eine große Strukturreform plant. So soll aus dem Dekanat Südsauerland mit seinen Pastoralen Räumen und Pfarreien ein großer Seelsorgeraum für den Kreis Olpe werden. Bis dieser Wandel vollzogen ist, habe man innerhalb der kleineren Pastoralen Räume möglicherweise einen besseren Überblick über die kirchlichen Immobilien, so Andreas Neuser.

Archivfoto: Die 15-köpfige Projektgruppe im Pastoralen Raum Wendener Land: Martin Solbach, Christian Elbracht, Florian Freundt, Dr. Daniela Krischer, Markus Niklas, Christof Wurm, Sebastian Solbach, Timo Halbe, Anne Bredebach, Manfred Viedenz (hinten, v.l.), Marita Stracke, Jeannette Kiermaier, Dr. Alexander Sieler, Monika Clemens und Ben Schmidt. von privat
Archivfoto: Die 15-köpfige Projektgruppe im Pastoralen Raum Wendener Land: Martin Solbach, Christian Elbracht, Florian Freundt, Dr. Daniela Krischer, Markus Niklas, Christof Wurm, Sebastian Solbach, Timo Halbe, Anne Bredebach, Manfred Viedenz (hinten, v.l.), Marita Stracke, Jeannette Kiermaier, Dr. Alexander Sieler, Monika Clemens und Ben Schmidt. © privat

Grundsätzlich geht es darum, sich darüber Gedanken zu machen, welche der Gebäude zukunftsfähig sind und welche verzichtbar. Das Erzbistum Paderborn erwarte dabei langfristig, dass die dienstliche Fläche um 20 bis 30 Prozent reduziert wird, erklärt Neuser. Im Gegenzug sollen zukunftsfähige Gebäude und Projekte wieder die volle Bezuschussung erhalten.

Am Beispiel des Pastoralen Raumes Attendorn erläutert der Pfarrer: „Der Stichtag ist hier der 1. Januar 2018 – und alles, was seitdem an Fläche abgegeben wurde, wird von Paderborn schon anerkannt.“ In Attendorn zählt dazu unter anderem der Neubau der Kirche in Neu-Listernohl sowie der Verkauf des alten Pfarrheims und Bau eines neuen Pfarrheims in Dünschede.

Erste Vorschläge für Attendorn im Herbst

Um alle Interessierten mit einzubeziehen, findet am Mittwoch, 1. Juli, um 19 Uhr in der Aula der St.-Ursula Schulen eine Auftaktveranstaltung rund um den Immobilienprozess in Attendorn statt. Voraussichtlich im Herbst werde die Projektgruppe dann Vorschläge abgeben, von welchen Gebäuden man sich trennen könnte, kündigt Andreas Neuser an. Darauf folge wiederum eine Reflexionsrunde, in der es noch konkreter werde, und schließlich eine Schwerpunktsetzung.

„Wichtig ist, dass die Menschen Überlegungen nachvollziehen können und dass die Entscheidungen transparent gefällt werden“, betont Neuser. „Die Entscheidung über die Zukunft der kirchlichen Immobilien treffen am Ende aber nicht die Steuerungsgruppen, sondern die Kirchenvorstände in den Pastoralen Räumen.“ Dabei, so vermutet der Dechant, werden die Kirchengemeinden unterschiedlich stark betroffen sein.

Artikel teilen: