Gewaltprävention im Amateurfußball: DFB führt STOPP-Konzept ein

Bis zu zwei Ruhepausen pro Spiel


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Symbolfoto. von pixabay.com
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Kreis Olpe. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und seine 21 Landesverbände setzen zur neuen Saison 2024/2025 eine Maßnahme zur Gewaltprävention um: das STOPP-Konzept.


Dieses neue Pilotprojekt ermöglicht es Schiedsrichtern, Spiele kurz zu unterbrechen, wenn sich die Gemüter auf dem Platz erhitzen. Ziel ist es, durch „Beruhigungsphasen“ Gewaltvorfälle zu reduzieren und die Sicherheit im Amateurfußball zu erhöhen.

Funktionsweise des DFB-STOPP-Konzepts

Das STOPP-Konzept wird durch eine spezielle Geste des Schiedsrichters eingeleitet: Nach einem Pfiff hebt der Schiri beide Arme über den Kopf und überkreuzt die Handgelenke. Anschließend streckt er die Arme auf Schulterhöhe voneinander weg und signalisiert den Spielern, sich in ihre jeweiligen Strafräume zu begeben.

In der Zwischenzeit versammeln sich die Trainer, Kapitäne und weitere vom Schiri zugelassene Personen, wie Sicherheitskräfte oder Ordner, im Mittelkreis. Der Schiedsrichter erklärt den Grund für die Spielunterbrechung und die geplante Dauer der Beruhigungspause.

Die Trainer und Kapitäne sind dann aufgefordert, die Spieler, Offizielle und Zuschauer zu beruhigen, um einen Spielabbruch zu verhindern.

Hintergrund und Ablauf

Mehr als 99 Prozent aller Amateurfußballspiele in Deutschland verlaufen störungsfrei. In der Saison 2022/2023 gab es jedoch 961 Spielabbrüche aufgrund von Gewalt- oder Diskriminierungsvorfällen, was 0,075 Prozent aller Partien entspricht.

Um solche Situationen zu vermeiden, hat sich der DFB beim International Football Association Board (IFAB) für eine Regeländerung eingesetzt, die das STOPP-Konzept ermöglicht.

Schrittweise Ausführung
  • Pfiff und Geste: Der Schiedsrichter pfeift und gibt die spezifische STOPP-Geste.
  • Spieler in den Strafraum: Alle Spieler begeben sich in ihre Strafräume. Widersetzt sich ein Spieler, kann dies eine gelbe Karte nach sich ziehen.
  • Erklärung im Mittelkreis: Der Schiri erklärt im Mittelkreis den Grund für die Spielaussetzung und die geplante Dauer der Pause.
  • Beruhigung: Trainer und Kapitäne sollen Spieler, Offizielle und Zuschauer beruhigen.
  • Spielwiederaufnahme: Der Schiri informiert die Kapitäne über die Fortsetzung des Spiels. Bei Bedarf können sich die Spieler erneut aufwärmen.
Wichtige Punkte des STOPP-Konzepts

Pro Spiel sind maximal zwei Beruhigungspausen vorgesehen. Bei einer dritten notwendigen Pause wird das Spiel abgebrochen. Schiedsrichter können das Spiel weiterhin in bestimmten Situationen sofort abbrechen.

Die Beruhigungspausen und deren Ablauf müssen im Spielbericht festgehalten werden. Das STOPP-Konzept tritt am 1. Juli in Kraft und wird bundesweit in allen Amateurfußballspielen umgesetzt.

Der DFB und seine Landesverbände hoffen, durch diese Maßnahme die Anzahl der Spielabbrüche zu reduzieren und die Sicherheit und Fairness im Amateurfußball zu fördern.

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