GFO Kliniken sehen sich gut aufgestellt - Vorbereitungen für Neubau starten

Ambulant vor stationär liegt im Trend


  • Kreis Olpe, 14.01.2026
  • Gesundheit & Medizin
  • Von Wolfgang Schneider
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Das Leitungsteam der GFO Kliniken Südwestfalen um Geschäftsführer Dr. Gereon Blum (3.v.r.) und dem Ärztlichen Direktor Dr. Frank van Buuren (2.v.r.) zog Bilanz und blickte voraus. von Wolfgang Schneider
Das Leitungsteam der GFO Kliniken Südwestfalen um Geschäftsführer Dr. Gereon Blum (3.v.r.) und dem Ärztlichen Direktor Dr. Frank van Buuren (2.v.r.) zog Bilanz und blickte voraus. © Wolfgang Schneider

Olpe/Kreis Olpe. Rückblick und Ausblick standen im Mittelpunkt der ersten Jahrespressekonferenz der GFO Kliniken Südwestfalen am Mittwoch, 14. Januar, in Olpe. Die Bilanz fiel positiv aus und man sieht sich trotz schwieriger Bedingungen im Gesundheitswesen gut aufgestellt. Ein Highlight in 2025 war für Geschäftsführer Dr. Gereon Blum die millionenschwere Förderzusage für den Neubau am St.-Martinus-Hospital Olpe.


„Die Zusage des Landes für eine Fördersumme von 70 Millionen Euro war ein besonders schöner Moment. Damit wurde ein starkes Zeichen für eine moderne, leistungsfähige Gesundheitsinfrastruktur in der Region gesetzt. Das Land NRW baut buchstäblich auf den Standort Olpe“, so Dr. Blum. Für die Menschen bedeute das eine moderne und zukunftssichere medizinische Versorgung.

Insgesamt sollen in das ehrgeizige Projekt ca. 79 Millionen Euro investiert werden. Dabei greift man auf die Pläne zurück, die im Juli 2024 vorgestellt, dann aber wegen der zunächst ausbleibenden Förderung auf Eis gelegt worden waren. Der Neubau wird zur Martinstraße hin entstehen.

So soll der Neubau am St. Martinus-Hospital Olpe nach den Plänen von Mitte 2024 aussehen. von Katholische Hospitalgesellschaft
So soll der Neubau am St. Martinus-Hospital Olpe nach den Plänen von Mitte 2024 aussehen. © Katholische Hospitalgesellschaft

„Der Abriss des Gebäudes St. Agatha ist für dieses Jahr vorgesehen, damit dann das Baufeld frei ist“, sagte Dr. Blum. Er rechnet damit, dass es wegen der zeitaufwändigen Ausschreibungsverpflichtungen bis 2029 oder 2030 dauert, ehe der Neubau fertig ist. Während der Bauzeit sollen die Belastungen für Patienten und Anwohner möglichst gering gehalten werden.

Eine erfreuliche Tendenz gab es bei den Geburtenzahlen: Mit 885 Neugeborenen im vergangenen Jahr verzeichnet die auf den Standort Olpe konzentrierte Geburtshilfe eine positive Resonanz. „Diese Entwicklung ist ein schöner Beleg für das wachsende Vertrauen, das uns werdende Eltern aus der gesamten Region entgegenbringen“, betonte Dr. Blum.

„Keine Geburt im Auto“

„Es hat übrigens keine Geburt in einem Auto oder Krankenwagen gegeben“, spielte er auf Befürchtungen aus der Bevölkerung nach der Schließung der Geburtsstation am St.-Josefs-Hospital Lennestadt Ende 2024 an.

Apropos Lennestadt: Dort gab es im vergangenen Jahr hohe Investitionen im siebenstelligen Euro-Bereich in die Schwerpunktkonzentration der Psychiatrie: Wesentliche Leistungen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik wurden von Olpe nach Altenhundem verlegt.

Standort Altenhundem erhalten

Dort sei eine moderne Psychiatrie in modernen Räumen entstanden und das Olper Personal sei zum größten Teil nach Altenhundem gewechselt. Dr. Blum: „Gemeinsam mit der vorhandenen Inneren Medizin und der Notfallversorgung trägt das dazu bei, den Standort Altenhundem dauerhaft zu erhalten.“

Sehr ausgeprägt sei der Trend „ambulant vor stationär“. So habe es im vergangenen Jahr 800 ambulante Herzkatheter-Untersuchungen gegeben, die zuvor stationär erfolgt seien. Die Patienten seien sehr zufrieden und das Angebot ambulanter OPs und Behandlungen werde weiter ausgebaut, sagte der Klinik-Geschäftsführer.

Gefäßchirurgie in Olpe konzentriert

Als Schwerpunkt des Angebotes in Olpe nannte er Kardiologie und Gefäßmedizin: „Durch die Konzentration der Gefäßchirurgie in Olpe und die enge Verzahnung mit der größten Kardiologie der Region ist ein fachübergreifender Schwerpunkt für komplexe Herz- und Gefäßkrankheiten entstanden.“ Weiterentwickelt und ausgebaut werden sollen die stationären und ambulanten Angebote für Nierenerkrankungen und die Geriatrie (Altersmedizin).

1.500 Beschäftigte arbeiten für die GFO-Kliniken. Personalengpässe gebe es nicht, so Personalleiter Michael Röttger: „Wir setzen auf Ausbildung und Mitarbeiterbindung durch Respekt und Wertschätzung. Wir haben eine geringe Fluktuation und einen niedrigen Krankenstand.“ Pflegedirektor Tobias Quast ergänzte: „Wir hatten und haben nie einen Pflegenotstand gehabt. Und wir haben noch nie Zeitarbeitskräfte gebraucht.“

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