Große Auswirkungen, doch wenig bekannt: Fachtag schärft den Blick für FASD

Frühe Hilfen setzen wichtiges Zeichen


Unter dem Titel „FASD verstehen, begleiten, vorbeugen – Chancen der Frühen Hilfen“ kamen beim Fachtag im Kreishaus in Olpe zahlreiche Fachkräfte aus Jugendhilfe, Gesundheitswesen, Bildung, Beratung und weiteren Institutionen zusammen. von Kreis Olpe
Unter dem Titel „FASD verstehen, begleiten, vorbeugen – Chancen der Frühen Hilfen“ kamen beim Fachtag im Kreishaus in Olpe zahlreiche Fachkräfte aus Jugendhilfe, Gesundheitswesen, Bildung, Beratung und weiteren Institutionen zusammen. © Kreis Olpe

Kreis Olpe. Wie können Kinder mit Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) frühzeitig erkannt werden? Wie gelingt es, betroffene Familien passgenau zu begleiten und wie lässt sich FASD von vornherein vorbeugen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein Fachtag im Kreishaus Olpe, zu dem die Frühen Hilfen des Kreises Olpe eingeladen hatten. Unter dem Titel „FASD verstehen, begleiten, vorbeugen – Chancen der Frühen Hilfen“ kamen zahlreiche Fachkräfte aus Jugendhilfe, Gesundheitswesen, Bildung, Beratung und weiteren Institutionen zusammen.


FASD – die Abkürzung steht für Fetale Alkoholspektrumstörungen – entsteht durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft und zählt zu den häufigsten angeborenen Behinderungen überhaupt, ist in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch nach wie vor wenig präsent.

Betroffene Kinder können mit einer Vielzahl körperlicher, kognitiver und psychischer Beeinträchtigungen zur Welt kommen, die sich oft ein Leben lang auswirken: von Lernschwierigkeiten und Aufmerksamkeitsstörungen bis hin zu Problemen bei der sozialen Orientierung.

Zu späte Diagnose

Da die Störung äußerlich häufig nicht eindeutig erkennbar ist, wird sie oft zu spät oder gar nicht diagnostiziert. Genau an diesem Punkt setzte der Fachtag an: Ziel war es, das Bewusstsein für die Auswirkungen einer pränatalen Alkoholexposition zu schärfen, fundiertes Fachwissen zu vermitteln und den fachübergreifenden Austausch zu fördern.

Den fachlichen Auftakt der Veranstaltung gestaltete Prof. Dr. Hans-Ludwig Spohr, der als einer der profiliertesten Experten auf dem Gebiet der FASD-Forschung im deutschsprachigen Raum gilt.

Bewegender Einblick

Einen der emotionalen Höhepunkte des Fachtages bildete der autobiografische Vortrag von Tim Puffler und seiner Mutter, Monika Reidegeld. Mit bemerkenswerter Offenheit gewährten sie Einblicke in ihren gemeinsamen Lebensweg und schilderten, wie sich die Diagnose FASD auf ihren Alltag, ihre Familie und ihre Beziehung zueinander ausgewirkt hat. Dabei sparten sie weder die Herausforderungen noch die Rückschläge aus, machten aber ebenso deutlich, dass ein selbstbestimmtes und gelingendes Leben mit FASD möglich ist.

Im weiteren Verlauf des Fachtages boten mehrere interaktive Austauschrunden Raum für Diskussionen und den fachlichen Erfahrungsaustausch und die Entwicklung gemeinsamer Ideen, wie die Unterstützung betroffener Familien in der Praxis verbessert werden kann.

Durchweg positive Resonanz

Die Rückmeldungen zum Fachtag fielen insgesamt sehr positiv aus. Viele hoben besonders die gelungene Verbindung aus wissenschaftlichem Fachwissen, persönlichen Erfahrungsberichten und praxisorientiertem Austausch hervor – eine Kombination, die selten in dieser Form angeboten werde.

Artikel teilen: