„Heimatstimmen im Kreis Olpe“ blickt auf die Nachkriegszeit
Geschwärzte Schulbücher und Unterricht im Schichtbetrieb
- Kreis Olpe, 07.07.2026
- Verschiedenes
Kreis Olpe. In der Sommerausgabe von „Südsauerland – Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe“ setzt der Kreisheimatbund seine Beschäftigung mit dem Jahresthema „80 Jahre Demokratie im Kreis Olpe – die Anfänge 1946“ fort.


Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges litten die Schulen stark unter den Kriegsfolgen, aber auch unter der jahrelangen Ideologisierung des Unterrichts. Die Schulbücher aus den Jahren 1933 bis 1945 mussten abgegeben werden, weil sie nationalsozialistische Inhalte enthielten.
Neue Bücher gab es nicht, weil Papier fehlte und Druckereien zerstört waren. Christoph Henrichs beschreibt in Titelbericht, wie sich viele Schulen mit notdürftig veränderten Büchern aus der NS-Zeit behalfen:

Problematische Stellen wurden geschwärzt, Hakenkreuze überklebt und Seiten mit Hitlerbildern und Propagandatexten herausgeschnitten. Papier und Schreibmaterial fehlten, Kinder schrieben auf Zeitungsrändern oder alten Formularen, Türen dienten als Tafeln.
Die Klassen waren überfüllt durch die hinzugekommenen Kinder der Flüchtlinge und Vertriebenen, deshalb fand der Unterricht vielerorts im Schichtbetrieb statt.
Albert Stahls Erinnerungen an die frühe Nachkriegszeit im Drolshagener Land werden posthum veröffentlicht, der Autor verstarb am 20. März 2025. Uli Rauchheld gibt den Bericht von Hans Sabisch über die Flucht aus Niederschlesien wieder, ihre neue Heimat fand die Familie in Oberveischede.
Anhand zahlreicher Fotos beschreiben Werner Busch und Angela Rodriguez die Fronleichnam-Prozession in der früheren Kirchengemeinde Rahrbach, später Welschen Ennest, und gehen dabei besonders auf die 1950er und 60er Jahre ein.

Bernhard Schmidt befasst sich mit dem Gewerbelehrer Alfons Hettwer, 1936 bis 1944 erster Schulleiter der Kreisberufsschule in Olpe – Fortsetzung folgt. Peter Schauerte setzt die Wiedergabe der Tagebuchnotizen von Franz Löcker aus Benolpe als Soldat im Ersten Weltkrieg fort.
„Listernohl muss weichen“ – Josef Rave beschreibt, wie in den 1940er und 50er Jahren die Umsiedlung des Ortes für den Bau der Biggetalsperre geplant wurde und welche Widerstände es gab. Anna Fischer stellt die Zitterpappel als Baum des Jahres 2026 vor und zeigt seine Bedeutung im Kreis Olpe auf.
Otto Höffers Funde und Hinweise aus dem Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, die Kreischronik für das Frühlingsquartal 2025, Buchbesprechungen, Literatur-, Ausstellungs- und Veranstaltungshinweise ergänzen das aktuelle Heft.

Die Redaktion der „Heimatstimmen“, Klaus Schulte in Maumke, heimatstimmen@kreisheimatbund-olpe.de, Tel. 0 27 21/1 38 02 68, nimmt Text- und Bildbeiträge zur Heimatforschung entgegen, insbesondere zum Jahresthema: „80 Jahre Demokratie im Kreis Olpe – die Anfänge 1946“. Berichte aus dem Alltagsleben dieser Zeit sind willkommen.
Die Zeitschrift des Kreisheimatbundes Olpe erscheint viermal im Jahr zum für 6,50 Euro, Einzelhefte sind erhältlich im örtlichen Buchhandel oder über die KHB-Geschäftsstelle, info@kreisheimatbund-olpe.de. Weitere Informationen hier.



