Hitzeschutz für Nutztiere – Welche Maßnahmen ergreifen die Landwirte?
LokalPlus fragt nach
- Kreis Olpe, 05.08.2026
- Verschiedenes
- Von Nicole Voss
Kreis Olpe. Nicht nur Menschen leiden unter den hohen Temperaturen. In vielen Ställen ist es in diesem Hitzesommer zu heiß. Nutztiere wie Kühe, Schweine und Hühner sind darauf angewiesen, dass die Bauern sich um Abkühlung kümmern. LokalPlus fragte bei heimischen Landwirten nach, was sie tun, um dem Hitzestress weitgehend entgegenzuwirken.

Bernd Eichert, 2. Vorsitzender des WLV-Kreisverbandes und Bio-Schweinebauer, Wenden-Bebbingen: „Die Tiere leiden unter der Hitze wie wir Menschen auch. Kühe haben ab 20 Grad bereits Hitzestress. Schweine haben das Problem, dass sie nicht schwitzen können. Wir haben das Glück, dass unser Schweinestall auf der Nordseite liegt. Da weht ab und zu ein Lüftchen. Schweine kann man auch mal abkühlend abspritzen.




Die Schweine ergreifen auch selbst Maßnahmen, um sich vor der Hitze zu schützen – räumen Strohballen weg und legen sich auf den Beton. Ausreichend Flüssigkeit bereitstellen ist das A und O bei den Temperaturen. Die anhaltende Hitze bringt weitere Probleme mit sich. Im Kreis Olpe haben wir fast ausschließlich Grünland, das in regelmäßigen Abständen Regen braucht, ansonsten könnte das Futter knapp werden.

Für zwei bis drei Wochen können wir den Tieren noch Wiesen bereitstellen, danach müssten wir zufüttern. Auf diese Hitze stellen wir uns schon länger ein. Wir hatten fette Jahre und wussten, es kommt wieder der Punkt, wo es extrem trocken wird. Dafür haben wir uns Futtervorräte angelegt.“
Kreislandwirtin und Schweinehalterin Lisa Sternberg, Grevenbrück: „Wir sind in der glücklichen Lage, unseren Stall in einem Altbau zu haben. Wir lüften zusätzlich viel und versuchen, Bewegung und unnötigen Stress bei den Tieren zu vermeiden. Verladungen finden früh morgens statt. Manche Kollegen haben in ihren Ställen, insbesondere im „Sauenbereich“, Sprühkühlungen. In der Mast ist das noch nicht so verbreitet. Man darf auch nicht vergessen, dass die Fleischpreise schlecht sind, da muss man sich Investitionen genau überlegen.“
Felix Kampmann, Schweinhalter Finnentrop-Sange: „Mit Blick auf den Klimawandel und das Wohlergehen unserer Tiere haben wir unseren Stall schon im Jahr 2017 umgebaut. Installiert wurde eine Hochdruckkühlung, die mit 80 bar Wasser vernebelt. Dadurch tritt ein Verdunstungseffekt ein. Die Luft wird gekühlt und die Luftfeuchtigkeit angepasst. So können wir den Stall um sechs bis acht Grad kühlen.
Das System hat auch Vorteile für uns. Es tut gut, nicht so schwitzen zu müssen. Wir wollen nicht, dass unsere Tiere Stress haben. Bei zu langen Hitzeperioden gerät das System auch an seine Grenzen und der Kühleffekt ist nicht mehr ganz so hoch. Zusätzlich verfüttern wir im Frühjahr präventiv eine Vitaminmischung, um die Tiere vorzubereiten und um eine bestmögliche Vitalität zu gewährleisten.“
