Mehr Arbeitslose im Juli - Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeiter
Beschäftigtenzahl bleibt stabil
- Kreis Olpe, 31.07.2025
- Wirtschaft
Kreis Olpe/Siegen. Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Siegen (Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe) ist im Juli 2025 gestiegen. 13.410 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 530 Personen (4,1 Prozent) mehr als im Juni und 456 Personen bzw. 3,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,7 Prozent. Im Vormonat und auch vor einem Jahr lag sie bei 5,5 Prozent.

Der Blick auf die Situation im Kreis Olpe: 3.686 Menschen waren im Juli arbeitslos gemeldet, 107 (3,0 Prozent) mehr als im Juni und 131 (3,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,6 Prozent – 0,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und des Vorjahres.
Die Unternehmen im Kreis Olpe suchen weiterhin Mitarbeiter: 160 Stellen wurden im Juli neu gemeldet (9 mehr als im Vormonat, aber 102 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Verarbeitendes Gewerbe, Kfz-Handel/Reparatur und Baugewerbe. Die Arbeitsagentur hat derzeit insgesamt 975 freie Stellen im Kreis Olpe in ihrem Bestand.




Jetzt liegen auch die abschließenden Daten zur Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Jahr 2024 vor. Demnach stagnierte die Beschäftigung auf hohem Niveau.
Einzelne Gruppen wie ältere Beschäftigte, Teilzeitkräfte und ausländische Arbeitskräfte verzeichnen jedoch zum Teil spürbare Zuwächse. Insgesamt waren im Dezember 2024 182.281 Personen im Agenturbezirk sozialversicherungspflichtig beschäftigt – 62 Beschäftigte mehr als im Vorjahr.

Das Beschäftigungswachstum wird inzwischen fast ausschließlich von ausländischen Arbeitskräften getragen. Die Beschäftigung von Menschen ohne deutschen Pass ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit um 0,7 Prozent auf 160.128 Personen zurückgegangen.

„Ohne die Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund wäre das Beschäftigungsniveau nicht zu halten“, betont Stephanie Krömer, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit.

Ein weiterer auffälliger Trend: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ab 65 Jahren ist um 8,8 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung könnte sich in den kommenden Jahren noch verstärken, denn durch den demographischen Wandel können die nachrückenden Arbeitskräfte die sich in den Altersruhestand verabschiedenden Erwerbspersonen nicht mehr ausreichend kompensieren.
Auch die Teilzeitbeschäftigung steigt weiter an. Während die sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung stagniert, entscheiden sich immer mehr Beschäftigte auch im Agenturbezirk Siegen bewusst für Arbeitszeitmodelle mit reduzierter Wochenarbeitszeit.
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und konjunktureller Herausforderungen halten die Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe an ihren Beschäftigten fest. Ein breiter Abbau von Arbeitsplätzen ist nicht zu beobachten.
