Mit Drohnen, Hunden und viel Ausdauer: ASP-Bekämpfung wird „Marathon“
Schweinepest: Ministerin Gorißen und Experten informieren über aktuellen Stand
- Kreis Olpe, 06.02.2026
- Politik , Verschiedenes
- Von Lorena Klein
Kreis Olpe. Für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Nordrhein-Westfalen wird es noch „einen langen Atem“ brauchen. Das hat Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz in NRW, am Freitagnachmittag, 6. Februar, im Olper Forstamt klar herausgestellt. Wie das betroffene Gebiet genau unter die Lupe genommen wird und welche neuen Anreize es nun für Jäger gibt, erklärten Ministerin und Experten bei einer Pressekonferenz.

In der Nähe von Oberhundem wurde vor rund acht Monaten das erste mit ASP infizierte Wildschwein in NRW gefunden. Bis heute ist die Anzahl der positiven ASP-Tests auf circa 320 gestiegen. All diese Wildschweine wurden in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein gefunden. Insgesamt konnten bisher landesweit mehr als 35.400 Wildschweine getestet werden. Einen Hausschweinbestand hat es bisher nicht erwischt.

Die Dramatik der Tierseuche machte Dr. Jürgen Harlizius vom Ministerium noch einmal deutlich: „Die Tiere verbluten innerlich, sie verenden jämmerlich.“ Ein infiziertes Schwein sterbe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit.
Allein schon aus Tierschutzgründen gilt deshalb das Ziel: Es müssen alle Wildschweine im umzäunten Kerngebiet bejagt werden. „Wir kriegen diese Infektionskette sonst nicht unterbrochen“, so Dr. Harlizius. Mit der Bekämpfung der Schweinepest in der Region werde man voraussichtlich zwei bis fünf Jahre beschäftigt sein, vermutete der Veterinär.
Auf diesen „regelrechten Marathon“ wies auch Ministerin Gorißen direkt zu Beginn der Pressekonferenz hin. Dank guter Strukturen und der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten habe man die Ausbreitung der ASP bisher eindämmen können. „Jetzt treten wir in die nächste Phase der ASP-Bekämpfung“, so Gorißen. „Je schneller der Bestand von Schwarzwild im Kerngebiet reduziert ist, umso schneller ist auch die Afrikanische Schweinepest besiegt.“
Deshalb unterstützt das Land NRW jetzt auch Programme der Kommunen, durch die Jäger, die im Kerngebiet und in den Sperrzonen Schwarzwild bejagen, entsprechende Pauschalbeträge erhalten. Pro erlegtem Wildschwein im Kerngebiet werden den Kommunen bis zu 100 Euro erstattet, pro Wildschwein aus Sperrzone II oder I gibt es bis zu 75 Euro.

Seit dem ersten ASP-Fall scannen Drohnen und Suchhundeteams das Gebiet intensiv – ein Zusammenspiel aus Mensch, Tier und moderner Technik, das gerade im bergigen Gelände des Sauerlandes und bei Schnee besonders herausfordernd sein kann. So wurde auch von Hunden, die wegen der Brombeersträucher Schutzbrillen tragen müssen, und von Einsätzen mit Schneeeisen unter den Füßen berichtet.
Die Kadaver-Suchhunde-Einheit, so Hundetrainer Olaf Müller von Wald und Holz NRW, sei seit Mitte Juni täglich im Einsatz. Sie setze sich aus Bediensteten und Ehrenamtlern zusammen. „Die Hunde haben aber auch viel Spaß daran und freuen sich jedes Mal darauf“, erzählte er.
Ab der kommenden Woche soll das Kerngebiet nochmal etappenweise mit einer Wärmebildkamera überflogen werden – wegen der Temperaturdifferenzen zwischen Tier und Umgebung sei jetzt eine gute Zeit dafür, erklärte Marc Velling vom Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung. Auf diese Weise soll eine Mindestpopulationsgröße der Wildschweine ermitteln werden.
Fest steht: Zur Bekämpfung der Tierseuche ist weiterhin eine enge Abstimmung aller notwendig, die sich um die betroffenen Wälder kümmern. Und auch Privatpersonen, die in den Sperrzonen unterwegs sind, sollten die geltenden Regeln beachten, um eine Ausbereitung der ASP zu verhindern. Also unter anderem: Hunde an die Leine, keine Abfälle und Essensreste in den Wald werfen und auf den Wegen bleiben. Dann kann der Waldspaziergang weiterhin genossen werden.
