Mit Helfern aus dem Kreis Olpe bleibt niemand in Wacken durstig

Fast 100 Helfer aus Wenden und Co.


  • Kreis Olpe, 30.07.2026
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  • Von Nils Dinkel
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Tim Jonas Walbersdorf packt seit fünf Jahren beim Wacken Open Air mit an. Rund 100 Helfer gehören zum Team. Die meisten kommen aus der Region. von privat
Tim Jonas Walbersdorf packt seit fünf Jahren beim Wacken Open Air mit an. Rund 100 Helfer gehören zum Team. Die meisten kommen aus der Region. © privat

Wacken/ Wenden. Wenn beim Wacken Open Air rund 85.000 Metal-Fans feiern, braucht es tausende Menschen, die hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Mit dabei ist auch eine große Gruppe aus der Gemeinde Wenden, dem Kreis Olpe und dem Siegerland.


Rund 100 Helfer aus der Region stehen an den Theken und sorgen dafür, dass die Besucher nicht auf dem Trockenen sitzen. Für viele von ihnen ist der Einsatz längst fester Bestandteil des Sommers. Bereits zum fünften Mal fährt die Gruppe nach Schleswig-Holstein.

„Angefangen hat alles als Dienstleister für die Krombacher Brauerei, die damals Hauptsponsor des Festivals war“, berichtet Tim Walbersdorf, der für die Gruppe verantwortlich ist. Im Jahr darauf übernahm die Gruppe den Getränkeverkauf in einem Supermarkt auf dem Festivalgelände. Dort wurden Flaschen, Dosen und Eis verkauft, parallel standen Helfer an Ausschankwagen.

Die Arbeit kam bei den Verantwortlichen offenbar gut an. Inzwischen betreut das Team den Ausschank im Bereich „Bullhead City“, einem zentralen Festivalareal mit zwei Bühnen. Aus der ursprünglich kleineren Mannschaft ist mittlerweile eine große Gemeinschaft geworden. Fast 100 Helfer sind vor Ort, etwa die Hälfte davon gehört zum festen Stammteam.

Freunde und Interessierte packen an

Die übrigen kommen über Freunde, Bekannte oder als neue Interessierte hinzu. „Wenn man früh genug sucht, findet man genügend Helfer“, sagt Walbersdorf. Schwierigkeiten, ausreichend Freiwillige zu gewinnen, habe die Gruppe bislang nicht gehabt. „Natürlich freuen wir uns trotzdem immer über neue Gesichter.“ Entscheidend sei vor allem der Zusammenhalt. Wer neu dazukomme, werde schnell aufgenommen.

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Beim Wacken Open Air packen zahlreiche Menschen aus dem Kreis Olpe mit an, um den 85.000 Besuchern ein unvergessliches Erlebnis zu bescheren.

Die Anreise ist längst eingespielt. Über eine WhatsApp-Gruppe werden Fahrgemeinschaften organisiert, sodass die meisten bereits am Dienstag auf dem Festivalgelände eintreffen. Dort wartet ein eigenes Camp mit Parkplätzen auf die Helfer. Zunächst stehen Sicherheitsunterweisungen und Einweisungen auf dem Programm. Am Abend lernt sich das Team kennen, bevor am Mittwoch der erste Arbeitstag beginnt.

Auch hinter den Kulissen läuft vieles routiniert ab. Mit der Personalsuche beginnt die Gruppe bereits Monate vor dem Festival, die eigentliche Organisation nimmt in den letzten vier bis sechs Wochen Fahrt auf. „Vieles wiederholt sich jedes Jahr und hat sich inzwischen gut eingespielt“, sagt Walbersdorf.

Die Standaufbauten und die Getränkelogistik übernimmt der Veranstalter. Die Helfer kümmern sich um den Ausschank und sorgen bei Bedarf selbst dafür, dass die Theken wieder mit Getränken bestückt werden. Zum Einsatz kommen die Helfer an unterschiedlichen Stationen – an klassischen Ausschanktheken, Getränkewagen oder Cocktailbars.

„Entweder hat man Hitze und Staub oder Schlamm ohne Ende!”
— Tim Walbersdorf

Rund 80 Prozent stammen aus dem Kreis Olpe und dem Siegerland, einige reisen sogar aus anderen Teilen Deutschlands an. Für viele sei Wacken deshalb auch ein jährliches Wiedersehen mit Menschen, die man sonst kaum sehe.

Was die Helfer jedes Jahr aufs Neue motiviert, mehrere Tage hinter einer Theke zu arbeiten, lässt sich für Walbersdorf nur schwer erklären. „Entweder hat man Hitze und Staub oder Schlamm ohne Ende“, sagt er und lacht. Trotzdem herrsche auf dem Festival eine besondere Atmosphäre. Die Besucher seien freundlich und hilfsbereit.

„Manchmal packen die Gäste sogar selbst mit an und tragen Kisten.“ Viele Helfer nähmen sich extra Urlaub, um wieder dabei sein zu können. Dass Wacken seine ganz eigenen Geschichten schreibt, erleben die Helfer dabei immer wieder. Unvergessen geblieben ist Walbersdorf ein Gast, der unbekleidet ein Bier kaufen wollte.

Genügend Zeit zum Feiern

Auch Männer im Hochzeitskleid, Besucher im Borat-Kostüm oder andere ausgefallene Verkleidungen gehörten zum Festivalalltag. „Hier ist wirklich alles dabei“, sagt Walbersdorf. Das gelte nicht nur für die Gäste, sondern auch für das Programm – von den Höhnern oder Torsten Sträter bis hin zu internationalen Metal-Größen.

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Beim Wacken Open Air packen zahlreiche Menschen aus dem Kreis Olpe mit an, um den 85.000 Besuchern ein unvergessliches Erlebnis zu bescheren.

Trotz der Arbeit bleibt genügend Zeit, das Festival selbst zu erleben. Die Helfer arbeiten im Schichtsystem, erhalten eine Vollverpflegung mit warmem Essen und können ihre freie Zeit auf dem gesamten Festivalgelände verbringen.

Genau diese Mischung aus gemeinschaftlichem Einsatz, Festivalatmosphäre und außergewöhnlichen Erlebnissen macht den Reiz für viele aus. Deshalb kommen zahlreiche Helfer aus der Region Jahr für Jahr wieder nach Wacken – nicht in erster Linie wegen der Arbeit, sondern wegen der Gemeinschaft.

Hintergrund:

Ein namhaftes Line-Up erwartet die Besucher vom 29. Juli bis 1. August beim ausverkauften Wacken Open Air. Headliner sind „Def Leppard“, „Powerwolf“, „Judas Priest“, „Sabaton“ und „In Flames“. Das Heavy-Metal-Festival ist mit 85.000 Besuchern ausverkauft. Das Festival fand erstmals im Jahr 1990 statt und zählt zu den größten Heavy-Metal-Festivals der Welt.

Es findet in der 2.000 Einwohner-Gemeinde Wacken (Kreis Steinburg) bei Itzehoe statt. Rund 5.000 Mitarbeiter und Helfer sind in den unterschiedlichsten Bereichen im Einsatz – von der Security über die Technik bis hin zur Gastronomie.

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