Neuer Windpark: Ein Riesenprojekt, sieben Anlagen und jede Menge Strom

Bauarbeiten starten im Sommer 2026


  • Kreis Olpe, 22.05.2026
  • Politik , Verschiedenes
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Symbolfoto Windkraft von Pixabay.com/Alfred Dercks
Symbolfoto Windkraft © Pixabay.com/Alfred Dercks

Kreis Olpe/Hillmicke. Wo sich die Kommunen Wenden, Olpe und Drolshagen treffen, entsteht schon bald entlang der A 4 der „Windpark Olpe“. Sieben Windenergieanlagen sollen dort, wenn alles nach Plan läuft, Ende 2027 in Betrieb gehen. Um Bürger und Anwohner über den weiteren Verlauf des Projekts, Zahlen, Fakten und Hintergründe zu informieren, hat am Donnerstagabend, 21. Mai, eine Infomesse im Gasthof Valpertz in Hillmicke stattgefunden.


Und die war schon zu Beginn sehr rege besucht. Zahlreiche Bürger nutzen die Gelegenheit, sich an den Infotafeln einzulesen und den Vertretern der Firma Gelsenwasser, der Kommunen und weiteren Projektpartnern ihre Fragen zu stellen. Insgesamt drei Stunden lang konnten Interessierte vorbeischauen.

Die Fülle an Informationen an den Stellwänden verdeutlichte sofort: Es handelt sich um ein Riesenprojekt – und eine große Menge an Strom, die der Windpark jährlich erzeugt. Mit den erwarteten 150 Millionen Kilowattstunden pro Jahr können umgerechnet 40.000 Drei-Personen-Haushalte mit Strom versorgt werden, also circa 120.000 Menschen. Das sind laut Gelsenwasser mehr als doppelt so viele Einwohner, wie in Olpe, Drolshagen und Wenden leben.

261 Meter hoch

In Planung ist das Projekt seit rund zehn Jahren. Von 2017 bis 2023 fanden auf der Fläche bereits vielseitige Untersuchungen rund um den Artenschutz statt. Da sich gerade in den vergangenen Jahren sowohl technisch als auch rechtlich noch einmal viel verändert habe, sei es den drei beteiligten Kommunen ein großes Anliegen gewesen, erneut zu einer Infoveranstaltung einzuladen, betonte Bernd Clemens, Bürgermeister der Gemeinde Wenden.

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Im Gasthof Valpertz in Hillmicke fand eine Infomesse zum Windpark Olpe statt.

„Wir haben als Gemeinde von Anfang an hinter dem Projekt gestanden und es positiv begleitet“, so Bernd Clemens. Im Wendener Land (nahe Hillmicke) sollen drei Windenergieanlagen errichtet werden, auf Drolshagener Gebiet (bei Iseringhausen/Halbhusten) und im Süden von Olpe (Saßmicke) sind jeweils zwei geplant. Die Anlagen des Typs Vestas V172-7.2 haben eine Gesamthöhe von 261 Metern (Nabenhöhe: 175 Meter). Der Rotordurchmesser beträgt 172 Meter.

Im Rahmen der Infomesse erhielten die Besucher zudem ausführliche Informationen zu den Transportwegen für Schotter, Beton und Großkomponenten – dargestellt auf unterschiedlichen Karten, die zusammen mit allen anderen Infopostern ab Dienstag, 26. Mai, auch auf der Website von Gelsenwasser veröffentlicht werden sollen.

5.000 Lkw-Transporte

„Mit den vorbereitenden Arbeiten und dem Bau der Windenergieanlagen sind bis Ende 2027 insgesamt über 5.500 Lkw-Transporte zu den sieben Standorten notwendig“, so Nico Maas, Leiter Erneuerbare Stromerzeugung bei Gelsenwasser. „Um die Beeinträchtigung für die Bürger sowie den Verkehrsfluss so gering wie möglich zu halten, werden die An- und Abfahrten der Lkw über verschiedene Routen verteilt.“

Im Gasthof Valpertz in Hillmicke fand eine Infomesse zum Windpark Olpe statt (v.l.): Nico Maas (Gelsenwasser), Bürgermeister Bernd Clemens, Christof Wurm (Gemeinde Wenden) und Forstamtsleiter Marlon Ohms. von Lorena Klein
Im Gasthof Valpertz in Hillmicke fand eine Infomesse zum Windpark Olpe statt (v.l.): Nico Maas (Gelsenwasser), Bürgermeister Bernd Clemens, Christof Wurm (Gemeinde Wenden) und Forstamtsleiter Marlon Ohms. © Lorena Klein

Schotter und Beton werden aus der Region bezogen, erklärte Gelsenwasser-Pressesprecherin Heidrun Becker. Die spektakulären Schwerlasttransporte der Anlagen-Bestandteile (Juni bis August 2027) führen von der Autobahn durch Gerlingen und Rothemühle, ab dem Kreisel ein Stück in Richtung Oberberg und dann in den Wald.

Inbetriebnahme bis Ende 2027

Schon im dritten Quartal dieses Jahres, also ganz bald, geht es los mit der Vorbereitung der Fläche. Bis Ende nächsten Jahres sollen alle Windenergieanlagen stehen und Strom produzieren. Das ist der Zeitplan:

  • ab Juli 2026: Wege- und Kranstellflächen werden geschaffen, Bau der Kabeltrasse
  • Spätherbst und Winter 2026/27: Fundament-Bau
  • bis Frühjahr 2027: Errichtung der Anlagentürme und des Umspannwerks
  • ab 2. Quartal 2027: Zeichnungsfrist für Bürgerbeteiligung startet
  • ab 3. Quartal 2027: Aufbau der kompletten Windenergieanlagen
Windpark A4: Die zukünftigen Standorte der Windkraftanlagen und die geplante Transportstrecke. von Land NRW / Gelsenwasser
Windpark A4: Die zukünftigen Standorte der Windkraftanlagen und die geplante Transportstrecke. © Land NRW / Gelsenwasser

Viele Meinungen und Gedanken der Bürger – positive und hoffnungsvolle, aber auch sorgenvolle – trafen bei der Infomesse aufeinander. Ein interessierter Bürger aus Hillmicke gestand, dass er als Anwohner nicht begeistert von dem Vorhaben sei, wisse aber auch: „Irgendwoher muss der Strom ja kommen.“

Ein Vater aus der benachbarten Gemeinde Reichshof, deren Gebiet ebenfalls teilweise zum neuen Windpark gehört, ist mit seinem Sohn vorbeigekommen. Sie stehen dem Projekt positiv gegenüber. Der Elfjährige betont: „Schließlich ist Ökostrom was Gutes für die Umwelt.“

Bürger aus Olpe, Wenden, Drolshagen und Reichshof können sich an dem Windpark beteiligen. Es sind Anteile zwischen 500 und maximal 25.000 Euro möglich. Nähere Infos soll es rechtzeitig vor der Zeichnungsfrist geben.

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