Ruhig bleiben und zur Pinzette greifen: Das gilt bei einem Zeckenbiss

Ärztin Stefanie Junker klärt auf


  • Kreis Olpe, 21.05.2026
  • Gesundheit & Medizin
  • Von Jana Becker
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Symbolfoto. von pixabay.com
Symbolfoto. © pixabay.com

Kreis Olpe. Sie sitzen lauernd im hohen Gras, halten sich an ihrer Beute fest und irgendwann beißen sie zu: Die Rede ist von Zecken. Besonders aktiv sind sie jetzt im Mai und Juni sowie im Spätsommer. Die kleinen Tiere saugen aber nicht nur Blut, sie können auch Krankheiten übertragen, die schwerwiegende Folgen haben können. Was man tun sollte, wenn man eine Zecke am Körper entdeckt, weiß die Ärztin Stefanie Junker von der Familienpraxis Junker in Olpe.


Was sollte man tun, wenn man eine festgebissene Zecke am Körper entdeckt?

Eine festgebissene Zecke sollte man schnellstmöglich entfernen. Das geht am einfachsten mit einer gebogenen Pinzette oder einer Zeckenkarte. Es kann sein, dass ein kleiner Rest des Beißwerkzeuges nicht mit entfernt werden kann, das ist in der Regel kein Problem, weil dieser Rest von alleine abgestoßen wird. Der Hausarzt sollte kontaktiert werden, wenn die Zecke nicht entfernt werden kann, die Bissstelle entzündet aussieht oder sich ein roter Ring um die Bissstelle bildet.

Wann ist ein Zeckenbiss gefährlich?

Je länger eine Zecke am Körper bleibt und Blut saugt, umso größer ist die Infektionsgefahr. Die leichte Rötung als Lokalreaktion nach einem Biss ist in der Regel ungefährlich.

Stefanie Junker von privat
Stefanie Junker © privat

Welche Symptome können auf eine Infektion hinweisen? Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Ein roter Ring um die Einstichstelle, der womöglich wie eine Schießscheibe größer wird, weist auf eine Borreliose hin. 7 bis 14 Tage nach dem Biss kann es zu grippalen Symptomen wie reduziertem Allgemeinbefinden, hohem Fieber und Kopfschmerzen sowie neurologischen Ausfällen kommen – dies ist Zeichen einer FSME-Infektion.

Treten diese Beschwerden auf, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Gibt es Risikogruppen, die besonders vorsichtig bei Zeckenbissen sein müssen?

Besondere Risikopatienten sind ältere Personen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Symbolfoto. von pixabay.com
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Wie kann man sich gegen Zeckenbisse bzw. die daraus resultierenden Erkrankungen schützen?

Nach Aufenthalt in der Natur im Sommer sollten alle Menschen sich nach Zecken absuchen und diese zeitnah entfernen. Lange Kleidung und Zeckenabwehrspray schützen zusätzlich.

Bei Aufenthalt in einem FSME-Risikogebiet (wir sind noch keins!) sollte man sich rechtzeitig vorher impfen lassen – der Körper benötigt nach der zweiten Impfung circa 14 Tage, um einen ausreichenden Impfschutz aufzubauen (also mindestens sechs Wochen vor dem Urlaub beginnen).

Gegen Borreliose gibt es leider keine Impfung – die kommt bei uns deutlich häufiger vor, oft auch längere Zeit nach dem Zeckenbiss.

Hinweis: Der biologische Mechanismus, mit dem die Zecke Blut saugt, kommt eher einem Stechen als einem Beißen nahe. Deshalb hat sich in der Wissenschaft der Begriff Zeckenstich durchgesetzt. (Quelle: Robert Koch Institut) Wir schreiben trotzdem Zeckenbiss, weil der Begriff umgangssprachlich geläufiger ist.

Borreliose und FSME

„Die Lyme-Borreliose (Synonym: Borreliose, Lyme-Krankheit, Lyme Disease) ist eine Krankheit, die durch eine Infektion mit Bakterien der Art Borrelia burgdorferi (Borrelien) verursacht wird. Diese werden durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen, es ist keine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch möglich. Die Krankheit kann verschiedene Organsysteme betreffen, insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke.“

Quelle: Robert Koch Institut

„FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine Virusinfektion, die durch den Stich infizierter Zecken übertragen wird. Sie kann zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute führen.“

Quelle: Auswärtiges Amt

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