„Voll und ganz da“: Azubi Elias betreut Patienten auf der Intensivstation

LP-Serie stellt Ausbildungsberufe vor


  • Kreis Olpe, 01.05.2026
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Elias Kiebler (20) macht bei den GFO Kliniken Südwestfalen eine Ausbildung zum Pflegefachmann. von Lorena Klein, Grafik: Ralph Schneider
Elias Kiebler (20) macht bei den GFO Kliniken Südwestfalen eine Ausbildung zum Pflegefachmann. © Lorena Klein, Grafik: Ralph Schneider

Kreis Olpe/Olpe. „Was willst du nach der Schule machen?“ – Kaum eine Frage wird Jugendlichen öfter gestellt. Handwerk, Pflege oder doch raus in die Natur? Die Auswahl ist groß. LokalPlus stellt in der neuen Serie „Ein Tag als… Azubi-Edition“ spannende, traditionelle und besondere Ausbildungen im Kreis Olpe vor. Heute erzählt Elias Kiebler von seiner Ausbildung zum Pflegefachmann bei den GFO Kliniken Südwestfalen.


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Das Berufsfeld der Pflege ist vielseitig. Pflegekräfte sind Unterstützer in Ausnahmesituationen, wiederkehrende Gesichter in einem neuen Alltag, Ansprechpartner und Betreuer mit besonderer Nähe zu den Menschen.

Seit 2020 gibt es die generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft. Heißt: Die früheren getrennten Ausbildungen zur Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflegekraft sind zusammengeführt worden. Das bedeutet auch, dass die Auszubildenen ein noch breiteres Aufgabengebiet kennenlernen.

Vertiefung auf der Intensivstation

Elias macht seine Ausbildung zum Pflegefachmann im St.-Martinus-Hospital Olpe und hat im Rahmen von ausbildungsinternen Praktika auch schon andere Bereiche der Pflege kennengelernt.

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Elias Kiebler macht bei den GFO Kliniken Südwestfalen eine Ausbildung zum Pflegefachmann.

Pflegedirektor Tobias Quast erklärt: „Man sieht während der Ausbildung extrem viel. Es ist wie beim Führerschein: Am Ende darf man jedes Auto fahren, doch nicht jedes Auto passt zu einem.“ Deswegen dürfen sich die Auszubildenen in ihrem dritten und letzten Lehrjahr in einem Bereich vertiefen.

Auch für Azubi Elias geht es schnurstracks auf das Ausbildungsende zu. Momentan ist der 20-Jährige in der Intensivstation eingesetzt. Hier möchte er auch bleiben – und hat bereits die gute Nachricht erhalten, dass er im September übernommen werden kann.

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„Für mich stand immer die Krankenpflege im Vordergrund. Und die Notfallpflege hat mich besonders interessiert“, erzählt Elias seinen persönlichen Weg. „Auf der Intensivstation liegt der Fokus noch mehr auf der Nähe zum Patienten. Als Pflegekraft ist man dann voll und ganz für ein bis zwei zugeteilte Patienten da.“ Dabei könne es um Leben und Tod gehen.

Ein Job, in dem Ausnahmesituationen eben keine Ausnahme sind, sondern oft Arbeitsalltag. „Man erlebt auch viel Leid“, weiß Elias. „Doch es ist wichtig, sich davon auch klar distanzieren zu können und das eigene Privatleben vom Beruf zu trennen.“

Unterstützung durch Praxisanleiter

Innerhalb der Ausbildung erwartet angehende Pflegefachkräfte viel Neues: Theorieblöcke in der Pflegeschule, Praxis in der Pflegeeinrichtung und Schichtdienste, teilweise auch an Wochenenden und Feiertagen. Das sei für viele eine große Umstellung, betont Pflegedirektor Tobias Quast.

Elias Kiebler macht bei den GFO Kliniken Südwestfalen eine Ausbildung zum Pflegefachmann. von Lorena Klein
Elias Kiebler macht bei den GFO Kliniken Südwestfalen eine Ausbildung zum Pflegefachmann. © Lorena Klein

„Dafür hat man auch mal in der Woche mehrere Tage am Stück frei“, ergänzt Pflegefachfrau und Praxisanleiterin Neslihan Mavus. Die Praxisanleiter sind für die Auszubildenen im St.-Martinus-Hospital eine wichtige Stütze und bilden ein großes Team, das sich über alle Stationen verteilt. Sie stehen den Nachwuchskräften als persönliche Betreuer und Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite und helfen, sich in der vielseitigen Ausbildung zurechtzufinden.

Nach der Ausbildung gibt es für Pflegefachkräfte dann noch zahlreiche Möglichkeiten, sich zu spezialisieren und weiterzubilden. Das ist unter anderem durch spezielle Kurse oder ein Studium möglich.

Die Ausbildung zum Pflegefachmann/zur Pflegefachfrau

Schulabschluss: in der Regel mittlerer Bildungsabschluss, Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Ausbildung (außerdem: ärztliches Attest, teilweise Schutzimpfungen, Führungszeugnis und Vorpraktikum)

Dauer: drei Jahre (Teilzeit höchstens fünf Jahre)

Inhalte: Theorie an der Pflegeschule, Praxis in Pflegeeinrichtung: Pflegetechniken, Unterstützung und Begleitung von Patienten, sicher Handeln in Akutsituationen und Notfällen, Organisation und Dokumentation, rechtlicher Rahmen etc.

Notwendige Eigenschaften: Freude an der Arbeit mit Menschen, einfühlsamer Umgang mit anderen, psychische und körperliche Belastbarkeit, Flexibilität und Umstellungsvermögen

Vergütung: 1. Jahr: 1.416 Euro, 2. Jahr: 1.477 Euro, 3. Jahr: 1.578 Euro – bei Tarifvertrag öffentlicher Dienst

Perspektiven: Arbeit in der Alten, Kranken- und Kinderkrankenpflege, Weiterbildungen, Studium, Führungspositionen, Selbstständigkeit durch eigenen Pflege- und Sozialdienst


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