Warum Brot für Enten im Kreis Olpe keine gute Idee ist

Wasservögel hungern nicht


  • Kreis Olpe, 02.05.2026
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  • Von Nils Dinkel
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Kanadagänse an Ruhrmanns Teich in Fretter. von Nicole Voss
Kanadagänse an Ruhrmanns Teich in Fretter. © Nicole Voss

Kreis Olpe. Ein vertrautes Bild an warmen Tagen: Familien spazieren durch den Lennepark in Finnentrop, das Wigey in Altenhundem, den Kurpark in Saalhausen oder entlang des Biggesses. Kinder freuen sich über Enten, Gänse oder Schwäne am Wasser – und oft werden harte Brötchen oder altes Brot aus der Tasche geholt, um den Tieren etwas Gutes zu tun. Doch genau das kann den Wasservögeln schaden.


Viele Menschen wissen nicht, dass Brot für Enten und andere Wasservögel ungeeignet ist. Zwar wird es von den Tieren oft gerne angenommen, gesund ist es jedoch nicht. Brot enthält unter anderem Salz, Zucker und Zusatzstoffe, die nicht zur natürlichen Nahrung der Tiere gehören. Zudem sättigt es schnell, liefert aber kaum wichtige Nährstoffe.

Die Folgen können gravierend sein: Das Brot quillt im Magen auf, kann Verdauungsprobleme verursachen und im schlimmsten Fall zu Verstopfungen führen. Werden größere Mengen gefressen, drohen ernsthafte gesundheitliche Schäden. Auch Mangelerscheinungen sind möglich, weil die Tiere sich mit ungeeigneter Nahrung satt fressen und weniger natürliche Nahrung aufnehmen.

Auch Wasserqualität leidet

Ein weiteres Problem entsteht im Wasser selbst. Nicht gefressene Brotreste sinken auf den Grund oder treiben ans Ufer. Dort beginnen sie zu faulen, fördern Schimmelbildung und belasten die Wasserqualität. Das wiederum kann Algenwachstum begünstigen und das ökologische Gleichgewicht stören.

Auch für die Tiere kann falsche Fütterung langfristige Folgen haben. Bei Jungvögeln wird immer wieder auf die sogenannte „Engelsflügel“-Deformation hingewiesen. Dabei wachsen die Flügel aufgrund falscher Ernährung fehlgebildet, sodass die Tiere später nicht mehr richtig fliegen können.

Tiere finden selbst genug Nahrung

Grundsätzlich sind Wasservögel nicht auf menschliche Hilfe angewiesen. In Seen, Teichen, Bächen und an Uferbereichen finden sie ausreichend natürliche Nahrung – etwa Wasserpflanzen, Algen, Samen, kleine Fische, Würmer oder Insekten. Gerade in naturnahen Bereichen des Sauerlands kommen die Tiere in der Regel gut allein zurecht.

Archivfoto: Enten im Lennestädter Wigey. von Lorena Klein
Archivfoto: Enten im Lennestädter Wigey. © Lorena Klein

Tendenziell könnte spezielles Wasservogelfutter, Haferflocken, Salatblätter oder geeignetes Getreide in sparsamen Mengen verwendet werden. Aber auch hiervon rät der NABU-Kreisvorsitzende Dr. Matthias Klein ab: „Selbst damit wird eher Schaden angerichtet, als dass es eine Hilfe ist.“

„Manche Personen werfen ganze Brotlaibe in die Flüsse. Viele Menschen meinen es gut, und es bringt gerade Kinder in Kontakt mit der Natur“, so Dr. Klein. „Man sollte nicht füttern, außer vielleicht einmal in strengen Wintern oder bei sonstigen Extremsituationen. Und selbst dann kann man kaum artgerecht füttern“, so der Kreisvorsitzende.

Störungen von Wasservögeln ein Problem

Grundsätzlich – unabhängig von Fütterungen – seien Störungen von Wasservögeln im Kreis Olpe ein Problem. In den vergangenen milden Wintern sei etwa am Vorstaubecken der Biggetalsperre zwischen Olpe und dem Damm Eichhagen quasi ganzjährig gerudert worden.

„Was natürlich ein toller Sport ist, setzt die Wasservögel im Winter unter massiven Stress. Und gerade jetzt in der Brutzeit fahren auch viele Wassersportler nahe an die Nester“, so der NABU-Vertreter.

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