„Fliegende“ Container in Trockenbrück: Ende einer Flüchtlingsunterkunft
„Ein Kapitel wird geschlossen“
- Lennestadt, 29.04.2026
- Verschiedenes
- Von Kerstin Sauer
Lennestadt / Trockenbrück. Hoch in der Luft, an den langen Drahtseilen eines Krans baumelnd, schwebt ein großer Container. Dieses Bild ist am Dienstag, 28. April, in Trockenbrück zu sehen. Was ist hier los? Die Antwort kennt Jens Dommes, Bereichsleiter Familie, Soziales und Integration bei der Stadt Lennestadt: „Wir schließen gerade ein Ukraine-Kapitel ab“, sagt er auf Anfrage von LokalPlus.

Das, was derzeit in Trockenbrück zurückgebaut wird, ist eine ehemaligen Flüchtlingsunterkunft. In Spitzenzeiten haben hier in den vergangenen Jahren bis zu 100 Menschen, vorwiegend aus der Ukraine, gewohnt. Die Container, so erklärt Jens Dommes, seien angemietet gewesen. Da alle Personen, die hier gelebt haben, inzwischen entweder eigenen Wohnraum gefunden haben oder in Ballungszentren abgewandert sind, wird die Unterkunft geschlossen.

„Das ist die erste Flüchtlingsunterkunft in Lennestadt, die wir zurückbauen“, sagt Jens Dommes. Andere Unterkünfte, etwa in Saalhausen, Altenhundem oder Meggen, werden weiterhin genutzt. Dass weitere Flüchtlinge aus der Ukraine nach Lennestadt kommen, glaubt Jens Dommes nicht: „Die Zuzugszahlen stagnieren im Moment.“
Außerdem, so erklärt er weiter, sei Lennestadt gegenwärtig in der sogenannten „Übererfüllung“: „Laut Flüchtlingsaufnahmegesetz liegt die Aufnahmeverpflichtung der Stadt Lennestadt derzeit bei 509 Menschen. Diese Zahl ist für uns der zentrale Maßstab bei der strategischen Planung unserer Unterkunftskapazitäten.“ Daher sei abzusehen, dass Lennestadt in nächster Zeit keine Zuweisungen bekommen werde.
Mit den „fliegenden Containern“ endet nun also eines von mehreren Kapiteln für die Stadt Lennestadt rund um den Ukraine-Krieg. Es sei gut gelaufen in der Trockenbrücker Unterkunft, betont Jens Dommes: „Es ist schon bemerkenswert: Man darf nicht vergessen, dass hier in der Spitze fast 100 Menschen gelebt haben. Und in der gesamten Zeit gab es keine Zwischenfälle, alles lief unauffällig und ruhig.“
