Generalleutnant Bodemann: „Krisenfestigkeit beginnt in der Gesellschaft“
Sicherheitsdialog in den Sauerland Pyramiden
- Lennestadt, 01.06.2026
- Politik
Meggen. Auf Einladung des heimischen Bundestagsabgeordneten Florian Müller (CDU) war jetzt Generalleutnant André Bodemann zu Gast im Sauerland. Im Galileo-Park hat der Kommandeur Territoriale Aufgaben der Bundeswehr gemeinsam mit zahlreichen interessierten Gästen über die aktuelle Sicherheitslage, den „Operationsplan Deutschland“ (OPLAN DEU) sowie die Frage, wie Deutschland krisenfest und verteidigungsfähig aufgestellt werden kann, diskutiert.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand dabei die Erkenntnis, dass Sicherheit und Frieden in Europa keine Selbstverständlichkeit mehr sind. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie die zunehmenden internationalen Spannungen hätten deutlich gemacht, wie wichtig Vorbereitung, Resilienz und ein funktionierendes Zusammenspiel zwischen Staat, Bundeswehr und Gesellschaft seien.
„Wir müssen die aktuellen Entwicklungen ernst nehmen und offen über Sicherheit, Krisenvorsorge und Verteidigungsfähigkeit sprechen“, betont Florian Müller. „Dabei geht es nicht darum, Angst zu machen, sondern Verantwortung zu übernehmen. Frieden, Freiheit und Sicherheit müssen geschützt werden.“

Generalleutnant André Bodemann erläuterte den Gästen die Bedeutung des „Operationsplans Deutschland“. Dieser beschreibt unter anderem, wie Deutschland im Krisen- oder Verteidigungsfall handlungsfähig bleibt, etwa beim Schutz kritischer Infrastruktur, bei funktionierenden Transport- und Versorgungswegen oder beim Zusammenspiel von Bundeswehr, Behörden und zivilen Einrichtungen.
Bodemann machte dabei deutlich, dass Krisenvorsorge nicht allein Aufgabe des Staates sei. „Eine resiliente Gesellschaft lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und sich einbringen. Deutschland verfügt mit Feuerwehren, THW, DLRG, Hilfsorganisationen und vielen weiteren Ehrenamtlichen über ein enormes Potenzial“, so der Generalleutnant.
„Es ist wichtig, kämpfen zu können, um nicht kämpfen zu müssen.”
Und weiter: „Wir leben in Deutschland und Europa angesichts hybrider Bedrohungen nicht mehr im Frieden. Deutschland muss wieder voll verteidigungsfähig werden. Es ist wichtig, kämpfen zu können, um nicht kämpfen zu müssen.“


Auch Florian Müller hob die Bedeutung des Ehrenamts hervor: „Gerade im Sauerland sehen wir jeden Tag, wie stark der gesellschaftliche Zusammenhalt ist. Ob Feuerwehr, THW, DLRG oder andere Organisationen – viele Menschen engagieren sich bereits ehrenamtlich für unsere Gemeinschaft. Dieses Engagement ist ein zentraler Baustein für eine krisenfeste Gesellschaft.“





Zugleich warb Müller dafür, insbesondere jüngere Menschen stärker für gesellschaftliches Engagement zu gewinnen. „Wir brauchen wieder mehr Bewusstsein dafür, dass Freiheit und Sicherheit nicht selbstverständlich sind. Jeder kann einen Beitrag leisten, sei es im Ehrenamt, im Bevölkerungsschutz oder durch Verantwortung vor Ort.“

Im Anschluss an den Sicherheitsdialog nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und ein Foto mit Generalleutnant Bodemann.
