Heimische Radfahrer beim „24-Stunden-Wahnsinn am Nürburgring“

Zwei Teams, 44 Runden, mehr als 1.100 Kilometer


Absolvierten zusammen unglaubliche 44 Runden auf dem Nürburgring, das entspricht mehr als 1.100 Kilometern Rennstrecke: (v.l.) Jonas Becker, Lukas Schnüttgen, Florian Assmann, Gosia Lingemann, Stefan Allebrodt, Markus Schnüttgen, Tim Liss und Jan Riede. von privat
Absolvierten zusammen unglaubliche 44 Runden auf dem Nürburgring, das entspricht mehr als 1.100 Kilometern Rennstrecke: (v.l.) Jonas Becker, Lukas Schnüttgen, Florian Assmann, Gosia Lingemann, Stefan Allebrodt, Markus Schnüttgen, Tim Liss und Jan Riede. © privat

Lennestadt/Nürburgring. Acht Sportler, sechs von ihnen aus Lennestadt, haben jetzt am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teilgenommen. 24 Stunden lang fuhren sie dem Rennrad über die Nürburgring-Nordschleife - freiwillig, wie sie selbst mit einem Augenzwinkern sagen.


Für das Rennen „Rad am Ring“ hatten sich zwei Viererteams gefunden. Die Fahrer kamen dabei aus verschiedenen Ecken Nordrhein-Westfalens: von Lennestadt über Lindlar bis Swisttal bei Bonn. Was sie einte, war die gemeinsame Überzeugung, dass 24 Stunden Nordschleife offenbar eine gute Idee seien.

Insgesamt standen acht Fahrer bereit, um sich bei 26,77 Kilometern pro Runde, mehr als 550 Höhenmetern, steilen Rampen und nächtlichen Temperaturen die Frage zu stellen, die man sich spätestens gegen 3 Uhr morgens unweigerlich stellt: „Warum machen wir das eigentlich?“ Die Antwort konnte auch nach 24 Stunden nicht abschließend geklärt werden.

Diese Acht meisterten die Wahnsinns-Strecke auf dem Nürburgring. von privat
Diese Acht meisterten die Wahnsinns-Strecke auf dem Nürburgring. © privat

Pünktlich um 12.35 Uhr fiel der Startschuss für das 24-Stunden-Rennen. Für Team 1 gingen Jan Riede, Stefan Allebrodt, Florian Assmann und Markus Schnüttgen (alle Lennestadt) ins Rennen und spulten Runde um Runde ab. Bis Markus nach drei Runden feststellen musste, dass die Vorbereitung auf ein 24-Stunden-Rennen vielleicht doch etwas mehr als 30 Kilometer vorher im Jahr erfordert.

Nach drei Runden war für ihn zunächst Schluss. Markus nutzte die unfreiwillige Rennpause anschließend, um eine völlig neue Trainingsstrategie zu entwickeln: schlafen. Am nächsten Morgen kehrte er überraschend zurück und quälte sich tatsächlich noch einmal über eine Runde. Damit war zumindest bewiesen: Ganz aufgegeben hatte er nicht.

Eine Wahnsinns-Strecke vor einer wahnsinnigen Kulisse: Kürzlich fand das 24-Stunden-Radrennen auf der Nordschleife des Nürburgrings statt. von privat
Eine Wahnsinns-Strecke vor einer wahnsinnigen Kulisse: Kürzlich fand das 24-Stunden-Radrennen auf der Nordschleife des Nürburgrings statt. © privat

Die verbliebenen drei Fahrer Jan, Stefan und Flo zogen derweil unbeirrt durch. Auch Team 2 mit Luka Schnüttgen, Gosia Lingemann (beide Lennestadt), Tim Liss und Jonas Becker zeigte sich ausgesprochen ausdauernd: Alle Vier zogen bis zum Schluss durch.

Während die Nacht irgendwann in einen Zustand zwischen Müdigkeit, Kälte und völliger Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Existenz überging, ging es am Morgen endlich dem Ziel entgegen. Die Sonne kam zurück. Die Motivation ebenfalls. Und nach 24 Stunden war es geschafft.

  • Team 1: 23 Runden
  • Team 2: 21 Runden

Zusammen also unglaubliche 44 Runden auf der Nordschleife. Das entspricht mehr als 1.100 Kilometern Rennstrecke, über 24.200 Höhenmetern und Geschwindigkeiten von bis zu 96 km/h. Verteilt auf acht Fahrer, zwei Teams und ein Wochenende, an dem Schlaf offensichtlich als überschätztes Konzept betrachtet wurde.

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