Meggens Never-Ending-Story: Neue Unterführung erstmal nicht in Sicht
Bahnmitarbeiter informieren im Ausschuss
- Lennestadt, 25.06.2026
- Politik
- Von Kerstin Sauer
Meggen. Wie sieht es eigentlich rund um die Bahnhofsunterführung in Meggen aus? Über den aktuellen Sachstand haben zwei Vertreter der Deutschen Bahn am Dienstagabend, 23. Juni, im zuständigen Ausschuss informiert. Und mussten mitteilen: Bis sich hier was tut, werden noch Jahre vergehen…

Guten Nachrichten vorneweg: Der Planungsstand, so Jens Severin, Leiter des Bahnhofsmanagements in Hagen, sei sehr weit fortgeschritten, die konkrete Planung sei bei der zuständigen Genehmigungsbehörde beantragt.

Das Problem: Für die aufwändigen Arbeiten an den Oberleitungsanlagen, die zwingend verändert werden müssen, müssen sogenannte „Sperrpausen“ – Zeiten, in denen die Bahnstrecken komplett gesperrt sind – genutzt werden. Dafür müssen Anträge gestellt werden. Und die werden auch gerne abgelehnt.
Erste Arbeiten, so Jessica Lischke von der DB InfraGO, könnten im August, wenn die Ruhr-Sieg-Strecke gesperrt ist, in Angriff genommen werden. Diese kurze Zeitspanne von wenigen Wochen reicht aber für die notwendigen umfangreichen Arbeiten in Meggen nicht aus.

Ein zweiter Bauabschnitt ist notwendig, um die nicht mehr benötigten Fundamente der Masten zurückzubauen. Und der muss wieder in einer Sperrpause erfolgen. Die nächste sei für 2028 geplant, dafür habe man keinen Zuschlag erhalten. Für eine Sperrpause 2029 habe man zwölf Wochen Bauzeit in Meggen angemeldet – ohne Garantie auf Zustimmung.

„Wir sind hier auch nur Bittsteller“, sagte Jens Severin und erklärte, dass diese Pausen massive Auswirkungen auch auf den überregionalen und internationalen Bahnverkehr hätten.
Das Problem: Erst, wenn die Oberleitungsmasten zurückgebaut sind, kann es am Bahnhof und mit der Unterführung weitergehen. „Eine mehr als unbefriedigende Situation“, kritisierte das Meggener Ratsmitglied Andreas Dobernig (CDU): „Mich ärgert, dass der Zustand der Unterführung seit Jahren bekannt ist, es werden Versprechungen gemacht, aber es tut sich nichts.“ Für die Bürger in Meggen sei das nicht mehr nachvollziehbar.
Trotz aller Kritik ließ es sich Bürgermeister Tobias Puspas nicht nehmen, auch auf die positiven Veränderungen in der Planung hinzuweisen: Die geplanten Rampen könnten an anderer Lage gebaut werden, dadurch würden weniger P+R-Parkplätze wegfallen und die Unterführung werde kürzer. „Wir verlieren weniger Fläche“, so Puspas.
Übrigens: Auf Nachfrage aus den Reihen der Ausschussmitglieder wurde mitgeteilt, dass die Situation am Grevenbrücker Bahnhof ähnlich sei – auch dort seien Sperrpausen demnach erstmal nicht in Sicht…
