Mehr als Brötchen schmieren: Blutspende lebt vom Ehrenamt
DRK Lennestadt stemmt 43 Termine im Jahr
- Lennestadt, 03.07.2026
- Verschiedenes , Gesundheit & Medizin
- Von Nils Dinkel
Lennestadt. Wer zur Blutspende kommt, sieht meist nur die Anmeldung und den Imbiss. Was hinter den Kulissen passiert, das bleibt den meisten verborgen. Dabei steckt hinter jedem Blutspende-Termin ein erheblicher organisatorischer Aufwand. Das wissen Carmen Schulte, Karin Erlebach und Alexander Stemmer vom DRK Lennestadt nur zu gut.

Gemeinsam sorgen sie mit weiteren Ehrenamtlichen dafür, dass jährlich 43 feste Blutspende-Termine sowie zusätzliche Aktionen bei Unternehmen wie Viega und Hensel oder in der Meggener Moschee reibungslos ablaufen. „Blutspende gehört seit jeher zu unseren Kernaufgaben“, sagt Carmen Schulte. Sie engagiert sich bereits seit ihrer Zeit im Jugendrotkreuz; Karin Erlebach ist sogar seit 30 Jahren dabei.
„Früher war vieles noch ganz anders“, erinnert sich Carmen Schulte. In den Anfangsjahren wurde das Blut noch in Glasflaschen abgefüllt, heute sind es leichte Beutel, die auch die Handhabung einfacher machen.

Heute hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Immer mehr Blutspender buchen vorab einen Termin – was ausdrücklich vom DRK-Blutspendedienst West erwünscht ist. „Viele machen ihre Spende mittlerweile vom verfügbaren Termin abhängig“, beobachtet Carmen Schulte. Gleichzeitig gebe es aber auch Menschen, die spontan kommen möchten.
Der eigentliche Blutspendetag ist nur die Spitze des Eisbergs. „Da steckt sehr viel Arbeit drin“, betont Schulte. Bereits Tage vorher müssen Hallenschlüssel organisiert, Lebensmittel bestellt und Helfer eingeteilt werden. „Die Vorplanung der Verpflegung ist aufwendig. Das muss alles organisiert und dokumentiert werden“, ergänzt Karin Erlebach. Anhand der Besucherzahlen des vergangenen Termins im jeweiligen Ort wird der nächste geplant.
Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Bestellung von Brötchen, Wurst, Getränken und Verbrauchsmaterialien. Dabei müssen Kühlketten eingehalten und Temperaturen kontrolliert werden. „Das sieht der normale Bürger gar nicht“, sagt Erlebach. Zusätzlich werden eine Woche vor dem Termin Werbebanner aufgehängt und über soziale Medien auf die Blutspende aufmerksam gemacht.
Kommt es kurzfristig zu Problemen mit einem Spendenort, müssen Alternativen gefunden werden. „Dann wird telefoniert und organisiert, bis eine Lösung steht“, berichtet Carmen Schulte, die ihren Urlaub um die Blutspende-Termine herum plant.

Am Blutspendetag beginnt die Arbeit oft schon am Vormittag. Material wird verladen, transportiert und aufgebaut. Es wird eingekauft. Brötchen werden in der Regel angeliefert, der Rest muss abgeholt werden. Die Ehrenamtlichen kümmern sich um Anmeldung, Verpflegung und Betreuung der Spender.
„Wir sind echte Allround-Talente“, sagt Carmen Schulte mit einem Lächeln. Während die Spender ihre Unterlagen ausfüllen oder die Blutspende durchlaufen, werden Brötchen geschmiert, Kaffee gekocht und die Versorgung vorbereitet. Gleichzeitig achten die Helfer darauf, dass es den Spendern gut geht.
Wenn die letzten Besucher gegangen sind, ist der Tag noch lange nicht vorbei. Dann wird gespült, aufgeräumt, Material verladen und alles zurück ins DRK-Gebäude gebracht.
„Da kommen schnell zwölf Stunden zusammen“, betont Alexander Stemmer. Manchmal bringen die Ehrenamtlichen die Kisten direkt zum nächsten Einsatzort. Und auch die Bürokratie spielt eine immer größere Rolle: Von Verbrauchsmaterialien bis Temperaturkontrollen muss alles dokumentiert werden.

Das ehrenamtliche Orga-Team ist aktuell etwa fünfköpfig. Bei einigen Blutspende-Terminen werden Sie von externen Kräften unterstützt. „Grundsätzlich ist es schwer, neue Leute zu finden“, sagt Carmen Schulte.
Was viele Interessierte laut Alexander Stemmer abschreckt: „Die Zeiten sind oft schwierig. Man muss sich dafür einen ganzen Tag freihalten.“ Und Karin Erlebach ergänzt: „Es wäre schon eine große Hilfe, wenn jemand Kisten fahren oder Material transportieren könnte.“

Trotz aller Herausforderungen erleben die Ehrenamtlichen viel Wertschätzung. „Manche bringen uns Pralinen mit oder bedanken sich persönlich für die Betreuung“, erzählt Schulte. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr eine Spenderin, die dem Team als Dankeschön eine selbst gebackene Herztorte vorbeibrachte.
Für Karin Erlebach ist das Ehrenamt längst zur Herzensangelegenheit geworden. „Ich bin jetzt im 30. Jahr dabei und habe immer mit Herzblut mitgemacht.“
Ehrenamtlich tätig werden
Wer sich ebenfalls engagieren möchte, kann das nicht nur bei der Blutspende tun. Das DRK Lennestadt freut sich über Unterstützer in vielen Bereichen – von Sanitätsdiensten über Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Organisation und EDV. Interessierte können sich per E-Mail an info@drk-lennestadt.de wenden.
Die nächsten Blutspende-Termine:
- Montag, 13. Juli, Schützenhalle Elspe (16.30 bis 20.30 Uhr)
- Donnerstag, 16. Juli, Schützenhalle Bilstein (17 bis 20 Uhr)
- Montag, 20. Juli, Schützenhalle Grevenbrück (16.30 bis 20.30 Uhr)
- Dienstag, 28. Juli, Schützenhalle Altenhundem (16.30 bis 20 Uhr)
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