Mit Video – Marode Brücke hält: Gigantischer Schwertransport in Altenhundem

Hunderte Zuschauer am Straßenrand – Ordnungsamt im Dauereinsatz


  • Lennestadt, 12.12.2025
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  • Von Nils Dinkel
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Hunderte Beobachter säumten die Straßen in Altenhundem, als sich der 300-Tonnen-Koloss seinen Weg durch das Nadelöhr Helmut-Kumpf-Straße bahnte. Besonders spannend wurde es an der Brücke, die seit langem für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt ist. von Kerstin Sauer
Hunderte Beobachter säumten die Straßen in Altenhundem, als sich der 300-Tonnen-Koloss seinen Weg durch das Nadelöhr Helmut-Kumpf-Straße bahnte. Besonders spannend wurde es an der Brücke, die seit langem für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt ist. © Kerstin Sauer

Altenhundem. Zahlreiche Kinder durften am Donnerstag, 11. Dezember, in Altenhundem ausnahmsweise länger wachbleiben. Ein ungewöhnliches Abendprogramm sorgte bei ihnen und bei hunderten Erwachsenen für große Augen: Ein mehr als 300 Tonnen schwerer Transformator rollte als Schwertransport durch Altenhundem. Ein Spektakel, das es in dieser Form seit rund 40 Jahren nicht mehr gegeben hat.


Organisiert wurde der Transport vom Unternehmen Amprion, dessen letzter vergleichbarer Konvoi in den 1980er-Jahren noch über eine benachbarte Brücke geführt hatte. Diesmal verlief die Route über die Brücke an der Helmut-Kumpf-Straße, die marode ist und in Kürze abgerissen werden soll. Umso größer war die Spannung, als das tonnenschwere Gefährt auf das marode Bauwerk zusteuerte.

Rangieren bei Nacht – Millimeterarbeit an der Brücke

Zuvor hatte sich der Konvoi um 20 Uhr vom Parkplatz an der Hundemstraße in Bewegung gesetzt und erreichte rasch die Kreuzung zur Helmut-Kumpf-Straße. Dort mussten die Experten zunächst rangieren:

Ein Richtungswechsel war nötig, eine weitere Zugmaschine wurde in entgegengesetzter Richtung angehängt. Kurz darauf mussten Arbeiter noch zusätzliche Lastplatten verlegen, um die Straße zu stabilisieren – die Fahrt verzögerte sich.

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Dann kämpfte sich der Schwertransport durch das Nadelöhr Helmut-Kumpf-Straße. Auch hier wurde es eng: Eine Straßenlaterne stand „im Weg“, Riesen-Stahlplatten mussten erst verlegt werden, damit der Schwertransporter Platz zum Ausholen hatte und die Laterne umfahren konnte. Millimeterarbeit, die ebenfalls wieder ein Vor- und Zurücksetzen des Riesen erforderte.

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Hunderte Beobachter säumten die Straßen in Altenhundem, als sich der 300-Tonnen-Koloss seinen Weg durch das Nadelöhr Helmut-Kumpf-Straße bahnte. Besonders spannend wurde es an der Brücke, die seit langem für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt ist.

Nachdem das nächste Hindernis, der abgesenkte Bordstein an der Schmiede, überwunden war, erreichte der Koloss unter den gespannten Blicken der vielen, vielen Zuschauer den interessantesten Ort des Abends: die marode Brücke, die seit Jahren für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt ist. Alle Schaulustigen mussten die Brücke verlassen, zu gefährlich war es, das Schauspiel aus nächster Nähe zu beobachten.

Millimeter um Millimeter kämpfte sich der Schwertransport über die Brücke... Die Konstruktion hielt stand – wie von den Fachleuten erwartet. Denn zuvor hatten sie den gesamten Tag über ein 25-Meter langes und spezielles Überfahrkonstrukt aufgebaut. Es bestand aus insgesamt 14 Teilen. Hierfür war unter anderem ein Kran in Nähe der Brücke aufgestellt worden. Zwei Mal wird dieses System auf der Route noch benötigt, allerdings nicht mehr in dieser Länge.

Nächste Hürde in Gleierbrück

Wenig später verließ der Schwertransport Altenhundem. Doch in Gleierbrück wartete bereits die nächste Herausforderung: Die Abbiegung in Richtung Bracht und eine steile Steigung. Die Zugkraft wurde verstärkt und die Hürde gemeistert.

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Der Amprion-Schwertransport startete am Donnerstagabend, 11. Dezember, in Altenhundem. Zahlreiche Zuschauer beobachteten das Spektakel – ist der letzte derartige Transport doch 40 Jahre her.

Schon am Nachmittag war das Ordnungsamt stark eingebunden. Gesperrte Parkflächen an der Hundemstraße und Helmut-Kumpf-Straße mussten freigehalten werden.

Das Ordnungsamt war seit dem Nachmittag im Dauereinsatz an der Hundemstraße und der Helmut-Kumpf-Straße. von Nils Dinkel
Das Ordnungsamt war seit dem Nachmittag im Dauereinsatz an der Hundemstraße und der Helmut-Kumpf-Straße. © Nils Dinkel

Da einige Autofahrer die Sperrungen ignorierten, sicherten die Mitarbeiter die Flächen kurzerhand mit Flatterband und zeigten mit einem Fahrzeug Dauerpräsenz an der Rangierstelle. Zahlreiche Verwarnungen wurden ausgesprochen.

Großes Publikumsinteresse

Für viele Kinder war die nächtliche Aktion ein echtes Highlight – ein Schwertransport dieser Größenordnung bietet sich schließlich nicht jeden Tag. Während Erwachsene die technische Präzision bestaunten, war für die Jüngsten vor allem eines spannend: der gigantische Trafo auf einem etwa 85 Meter langen Gespann.

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Die Vorarbeiten für den Brückenüberbau begannen am Donnerstagnachmittag, 11. Dezember.

Gegen 2.30 Uhr erreichte der Trafo mit etwa 30-minütiger Verspätung sein Zwischenziel in Felbecke. Am Freitag, 12. Dezember, soll er die Umspannanlage in Arpe erreichen.

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