Schwertransport sorgt für Straßensperrungen und Schienenersatzverkehr
Transformator für Umspannanlage unterwegs in Kirchhundem und Lennestadt
- Lennestadt, 05.12.2025
- Straße & Verkehr
- Von Nils Dinkel
Kirchhundem/Lennestadt. Ein außergewöhnlicher Schwertransport bewegt sich in den nächsten Tagen durch das Sauerland: Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion transportiert einen tonnenschweren Transformator vom Bahnhof Kirchhundem zur Schalt- und Umspannanlage Arpe in Schmallenberg. Das wirkt sich gravierend auf den Schienen- und Straßenverkehr in Kirchhundem und Lennestadt aus.

Hintergrund des Schwertransports ist die Sicherstellung der Netzstabilität in der Region – und die Tatsache, dass ab 2026 wegen eines Brückenneubaus in Lennestadt für mehrere Jahre keine Anlieferungen dieser Größenordnung möglich sein werden. Der Transformator hat laut Amprion eine Länge von 11,15 Metern, ist 3,88 Meter breit und 4,45 Meter hoch. Er wiegt etwa 305 Tonnen.
Der Transformator trifft am Sonntag, 7. Dezember, per Bahn in Kirchhundem ein. Dort wird er am Sonntag und Montag auf einen sogenannten Tragschnabelwagen umgeladen. Von Montag auf Dienstag erfolgt der nächtliche Straßentransport bis zum Bahnhof Altenhundem – größtenteils über die B 517.

Da der weitere Transport besondere technische Anforderungen stellt, ist in Altenhundem eine erneute Umladung notwendig. Die Fortsetzung der Tour erfolgt am Donnerstag und Freitag, 11. und 12. Dezember.
Dabei muss der Konvoi eine besondere Hürde nehmen: die Brücke Helmut-Kumpf-Straße in Altenhundem, die für Fahrzeuge über von 3,5 Tonnen gesperrt ist. Wie das funktioniert? Über die Brücke, die über die Lenne führt, wird sozusagen eine zweite Brücke gebaut - ein 25 Meter langes Brückenüberfahrsystem, „Fly-Over-Bridge“ genannt.
Diese Konstruktion entlastet das Bauwerk und verteilt das Gewicht entsprechend um. Das System ist schnell einsatzbereit und verhindert, dass der Konvoi große Umwege in Kauf nehmen muss.
Über die B 236 geht es dann zunächst bis Gleierbrück, anschließend über Bracht, Felbecke und Oberberndorf in Richtung Arpe. Am Freitagnachmittag wird der Transformator dort erwartet und direkt in die bestehende Schalt- und Umspannanlage integriert.

Der Schwertransport erfolgt in Schrittgeschwindigkeit und macht zeitweise Vollsperrungen einzelner Abschnitte erforderlich. Betroffen sind unter anderem:
- Am Alten Hammer, Kirchhundem: Mittwoch bis Montag, 3. bis 8. Dezember, 7 bis 0 Uhr
- Hundemstraße, Kirchhundem: Montag bis Dienstag, 8./9. Dezember, 19 bis 5 Uhr
- Helmut-Kumpf-Straße, Altenhundem: Donnerstag bis Freitag, 11./12. Dezember, 14 bis 6 Uhr
- Berndorfer Straße (K 37), Schmallenberg: Freitag, 12. Dezember, 0 bis 20 Uhr
Zudem wird ein Teil der Parkfläche am Hundem-Lenne-Center in Altenhundem gesperrt von Montag bis Donnerstag, 8. bis 11. Dezember. Dort findet eine der Umladungen statt. Die Zufahrten zum Einkaufszentrum bleiben nutzbar, dennoch müssen sich Verkehrsteilnehmer auf zusätzliche kurzfristige Behinderungen einstellen.
„Bürger sollten unbedingt die schon aufgestellten Park- und Halteverbotsbeschilderung beachten. Durch diese Park- und Halteverbote wird die Passierbreite für diesen Spezialtransport sichergestellt“, teilt die Stadt Lennestadt mit.

Auch die Deutsche Bahn ist betroffen: Wegen der Umladearbeiten in Kirchhundem wird laut zuginfo.nrw von Sonntag bis Montag, 7./8. Dezember, von 3 bis 3 Uhr ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Demnach entfällt der RE 34 (Siegen Hbf bis Dortmund Hbf) zwischen Siegen Hbf und Altenhundem.
Die Linie RB 91 (Siegen Hbf bis Hagen Hbf) verkehrt zwischen Siegen Hbf und Welschen Ennest. Zwischen Welschen Ennest und Altenhundem ist ein Ersatzverkehr mit Bussen von VIAS eingerichtet. Der IC 34 entfällt.


Die Schalt- und Umspannanlage Arpe gilt als eines der zentralen Verbindungsglieder im regionalen Stromnetz. Sie koppelt das Amprion-Übertragungsnetz an das Verteilnetz von Westnetz an und ist zugleich Schnittstelle zu bestehenden und geplanten Anlagen der Energieerzeugung und -speicherung.
Der zusätzliche Transformator dient als wichtige Reserve, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten – insbesondere, weil eine Anlieferung in den kommenden Jahren erschwert wäre. „Auch im Falle einer Trafohavarie wollen wir kurzfristig reagieren können“, so Amprion.
Perspektivisch plant der Netzbetreiber sogar eine Erweiterung: Ein weiteres Transformatorfeld soll entstehen. Das dafür notwendige Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz soll Mitte 2026 starten, Baubeginn ist für Anfang 2027 vorgesehen.
